Ab Montag muss das ehemalige Gebäude der katholischen Grundschule einer geplanten Wohnbebauung weichen.

Der Anfang ist gemacht. Ab Montag wird das Gebäude der ehemaligen katholischen Grundschule innerhalb von zwei Wochen abgerissen.
Der Anfang ist gemacht. Ab Montag wird das Gebäude der ehemaligen katholischen Grundschule innerhalb von zwei Wochen abgerissen.

Der Anfang ist gemacht. Ab Montag wird das Gebäude der ehemaligen katholischen Grundschule innerhalb von zwei Wochen abgerissen.

Stefan Fries

Der Anfang ist gemacht. Ab Montag wird das Gebäude der ehemaligen katholischen Grundschule innerhalb von zwei Wochen abgerissen.

Gruiten. Neugierig stehen viele kleine Kinder am Bauzaun zur Alten Schule in Gruiten. Der Bagger hat ein großes Loch in die Fassade des Gebäudes gerissen - der Auftakt für den am Montag beginnenden zweiwöchigen Abriss der ehemaligen katholischen Grundschule. Zwei weitere Wochen wird es dauern, bis der Schulhof verschwunden ist.

In vier Wochen ist von der Schule und dem Schulhof nichts mehr zu sehen

"Dann werden wir mit dem Bau beginnen", sagt Diplom-Ingenieur Daniele Korschill von der Firma NCC Deutschland GmbH. Das Unternehmen errichtet auf dem 2550 Quadratmeter großen Grundstück elf Wohneinheiten auf einer gemeinsamen Tiefgarage. Vier davon sind laut Korschill bereits verkauft (zwei an Haaner, zwei an auswärtige Käufer), eine weitere sei reserviert.

Nun heißt es also Wohnen statt Lernen auf dem ehemaligen Schulgelände. Viele Gruitener werden den Abriss mit Wehmut verfolgen, war die "Alte Schule" doch die erste moderne Schule Gruitens.

Zwar wurde dort schon im 17. Jahrhundert Kinder unterrichtet (von 1682 bis 1906 im Predigthaus, dem Fachwerkhaus neben der reformierten Kirche im Dorf), aber ein Schulgebäude mit mehreren Klassenzimmern gab es in Gruiten erst mit der "Alten Schule", hat Lothar Weller vom Archiv Breidbach recherchiert.

Die evangelisch-reformierte Gemeinde Gruiten ließ das Gebäude damals errichten und nutze es ab 1906. 50 Jahre später wurde es zu klein, eine neue Schule musste her.

Nach dem Umzug 1957 in die größere, nur wenige hundert Meter entfernt erbaute neue evangelische Schule (später Hauptschule, heute Waldorfschule), hat die "Alte Schule" in den folgenden 50 Jahren eine etwas wechselvollere Geschichte erlebt.

Zunächst war das Bauamt des Amtes Gruiten darin untergebracht, dann wurde sie als katholische St.-Nikolaus-Schule geweiht, diente zuletzt einige Jahre den Gruitener Funkern als Standort und weicht nun der geplanten Wohnbebauung.

Erhalten bleibt laut Weller die Mehrzahl der 100 Jahre alten Linden, unter denen einige Generationen Gruitener als Schüler in den Pausen gespielt haben.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer