Es fehlt Geld für die Pflege der Plätze. Darum hat der Betriebshof die Idee einer zentralen Anlage ins Spiel gebracht.

wza_1500x996_778075.jpeg
Viele der Haaner Kleinsportanlagen sind ein Sanierungsfall. An der Walder Straße glich der Platz am Mittwoch eher einer Seen-Landschaft

Viele der Haaner Kleinsportanlagen sind ein Sanierungsfall. An der Walder Straße glich der Platz am Mittwoch eher einer Seen-Landschaft

Stefan Fries

Viele der Haaner Kleinsportanlagen sind ein Sanierungsfall. An der Walder Straße glich der Platz am Mittwoch eher einer Seen-Landschaft

Haan. Die Kleinsportanlagen an den Haaner Schulen sind in die Jahre gekommen. Auf einigen von ihnen kämpfen Schüler seit mehr als einem Vierteljahrhundert um Bestzeiten und -weiten oder trainieren für die Bundesjugendspiele - schließlich gehört Leichtathletik doch zum festen Bestandteil der Lehrpläne an Grund- und weiterführenden Schulen. Dass die Bedingungen dafür allerdings alles andere als optimal sind, hat jetzt der Betriebshof aufgelistet.

Betriebshof hat die Arbeiten am Schulzentrum reduziert

Am Schulzentrum Walder Straße beispielsweise hat die Anlage sehr gelitten, weil sie als Standort für Container bei Baumaßnahmen und größeren Schulveranstaltungen stark beansprucht wurde. Weil der Betriebshof aber seit Anfang dieses Jahres einen Großteil der maschinellen Pflege auf dem Sportplatz an der Hochdahler Straße übernommen hat, werden die Arbeiten am Schulzentrum entsprechend reduziert. Der Tennenbelag wird beispielsweise nur noch einmal im Monat aufgearbeitet. Dabei findet der Sportunterricht der Emil-Barth-Realschule regelmäßig auf der schulnahen Anlage statt. "Aber eigentlich können wir nur noch die Laufbahn nutzen", sagt Schulleiter Reinhold Mertens. "In der Sprunggrube ist der Sand so alt, da springt keiner mehr freiwillig rein." Dass seine Schüler in ferner Zukunft auf der Sportanlage an der Hochdahler Straße ihren Sportunterricht erleben, kann er sich nicht vorstellen. "Da ginge ein wesentlicher Anteil an Unterrichtszeit verloren", sagt er. "Dann würden wir lieber in der Sporthalle leichtathletische Übungen machen."

Schulzentrum Walder Strasse Die Anlage dort ist 14 Jahre alt, zuletzt wurde die Basketballanlage abgebaut, weil sie nicht genutzt wurde. Eine Erneuerung ist nicht geplant.

Gymnasium
Der Platz stammt aus den 1970er-Jahren. 2005 wurde dort der Belag des Kleinspielfeldes renoviert, auf dem bald wieder Wurzelkräuter wuchsen. Die Pflegearbeiten mussten dort wie auch am Schulzentrum in diesem Jahr reduziert werden. Die Stahlnetze an den Toren werden in den kommenden Tagen repariert.

Grundschule Steinkulle
Die Anlage ist 25 Jahre alt. Der Kunststoffbelag der Kurzstreckenlaufbahn weist Risse und eine gekörnte Struktur auf, der Tennenbelag der Laufbahn zur Weitsprunggrube ist kaum noch vorhanden. Beide Anlagen sind nur noch bedingt nutzbar.

Don-Bosco-Schule
Kurzstreckenlaufbahn und Weitsprunganlage wurden in diesem Jahr abgebaut, die Schüler nutzen jetzt die Anlage an der Hochdahler Straße.

Grundschule Dieker Strasse
Im Zuge des Neubaus erhält die Schule eine Ballspielfläche mit Kunststoffbelag sowie eine Weitsprunggrube.

Grundschule Bollenberg
Dort gibt es eine Weitsprunggrube, deren Anlaufbahn mit einem Tennenbelag versehen ist. Jeweils nach den Osterferien wird die Anlage für die Bundesjugendspiele aufgearbeitet. Mehr passiert dort von Seiten der Stadt nicht.

Bereits vor fünf Jahren hat die Stadt die Freisportanlagen durch ein Ingenieurbüro untersuchen lassen. Das schlug vor, die überalterten Anlagen zu sanieren und mit einem Kunststoffbelag zu versehen. Kostenpunkt: 460.000 Euro (ohne die Grundschulen Dieker Straße und Don Bosco). Und weil die Stadt dieses Geld nicht hat, und der Betriebshof den Unterhaltungsaufwand vor allem an Gymnasium und Schulzentrum nicht leisten kann, schlägt der Betriebshof vor, dass alle Haaner Schüler irgendwann an der Hochdahler Straße Sport treiben - so wie die Mädchen und Jungen von der Don-Bosco-Schule. Dort wurden die Kurzstreckenlaufbahn und die Weitsprunganlage in diesem Jahr abgebaut, um den Spielbereich des Offenen Ganztags zu erweitern.

"Zentral-Sport" ist für Schulen eine organisatorische Herausforderung

Seitdem werden die Schüler mit dem städtischen Schulbus an die Hochdahler Straße gefahren. "Wir haben diese Lösung nach Absprache mit dem Betriebshof getroffen", sagt Schulleiterin Annegret Buchart. Dass diese Lösung eine organisatorische Herausforderung ist, verheimlicht sie nicht. "Der Aufwand ist schon groß", sagt sie. "Es ist wichtig, dass die Kleinsportanlagen weiter existieren", sagt Schuldezernentin Dagmar Formella im Schul- und Sportausschuss, nachdem das Gremium deutlich gemacht hatte, dass es die Anlagen nicht schließen will. Allerdings stellte sie auch klar, dass die für die Sanierung der Plätze notwendigen Summe keine Ressourcen vorhanden sind. Sie kündigte an, dass sie mit allen Betroffenen ein vernünftiges und abgestimmtes Verfahren auf den Weg bringen will, das am Ende eine Lösung zur Nutzung der Sportanlagen sowohl für die Schulen als auch die Kitas bietet.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer