Das EVK wurde für sein gutes Management ausgezeichnet und als Darmzentrum zertifiziert.

Medizin
Chefarzt Uwe Knaust, Geschäftsführer Bernd Huckels und Andreas Brausksiepe, Leiter des Darmzentrums, freuen sich über die erstmals erhaltene Auszeichnung für das Qualitätsmanagement des Darmzentrums.

Chefarzt Uwe Knaust, Geschäftsführer Bernd Huckels und Andreas Brausksiepe, Leiter des Darmzentrums, freuen sich über die erstmals erhaltene Auszeichnung für das Qualitätsmanagement des Darmzentrums.

Stefan Fries

Chefarzt Uwe Knaust, Geschäftsführer Bernd Huckels und Andreas Brausksiepe, Leiter des Darmzentrums, freuen sich über die erstmals erhaltene Auszeichnung für das Qualitätsmanagement des Darmzentrums.

Mettmann. Die Audits zur Re-Zertifizierung des gesamten Hauses hat das Evangelische Krankenhaus Mettmann (EVK) gleich doppelt genutzt. Denn anlässlich dieser jährlich stattfindenden Überprüfung wurde erstmals auch das Darmzentrum für sein Qualitätsmanagement ausgezeichnet.

Was dieses Qualitätsmanagement nach ISO 9001 bedeutet, erklären Uwe Knaust, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Kollege Andreas Brauksiepe, Leiter des Darmzentrums: „Insbesondere die Strukturen der interdisziplinären Zusammenarbeit wurden als Leitlinien in allen Details hinterlegt.“ Grenzen zwischen medizinischen Fachrichtungen gibt es im Darmzentrum nicht, weiß Brauksiepe, seit zehn Jahren Chefarzt am EVK. Für bessere Diagnosen und optimale Therapien sei die enge Zusammenarbeit notwendig.

Besonders auf die Qualifizierung der Mitarbeiter wurde Wert gelegt

In den vergangenen Jahren wurden ausführliche Standards bei Untersuchung und Behandlung festgelegt, „die auch jeder Mitarbeiter sofort im EDV-System der Klinik präsent hat“.

Strukturen zu verschriftlichen, damit auch neue Kollegen sofort diese Listen abarbeiten können, haben sich die Doktores aus der Luftfahrt abgeguckt. Dort sind perfekt ausgearbeitete Checklisten längst Standard,. Und auch im täglichen Leben funktioniert der üppige Lebensmitteleinkauf leichter, wenn vorher aufgelistet wurde, was im Haushalt fehlt, so dass die Posten nur noch abgestrichen werden müssen.

Eine „Investition im sechsstelligen Bereich“ war für diese Zertifizierungen nötig, ergänzt Bernd Huckels, Geschäftsführer des EVK. Vor allem habe man in die Schulung und Qualifizierung der Mitarbeiter investiert. Außerdem wurde ein so genanntes Tumorboard eingerichtet. „Immer mittwochs ab 14 Uhr treffen sich die an der Behandlung von Darmkrebs beteiligten Fachdisziplinen“, sagt Andreas Brauksiepe.

Alle Besprechungsergebnisse kommen in die Patientenakte

Um die Qualifikation zum Darmzentrum zu schaffen, hatte das Evangelische Krankenhaus schon vor fünf Jahren Dr. Uwe Knaust, einen Spezialisten für die Viszeralchirugie (Eingeweide), in die chirurgische Abteilung des Hauses geholt und die Weichen für die Zukunft gestellt. Nach der Spezialisierung in der Abteilung Innere Medizin ist Geschäftsführer Bernd Huckels froh, die Zertifizierung „Darmzentrum“ erhalten zu haben. Leiter des Darmzentrums ist Dr. Andreas Brauksiepe.

Zur Fallbesprechung des einzelnen Patienten reden dann unter anderem Radiologe, Onkologe, Pathologe und das klinische Personal miteinander. „Abgewägt werden Fragen, ob beispielsweise operiert wird oder wo der Einsatz von Bestrahlung oder Chemotherapie wirksam ist.“ Die Ergebnisse werden protokolliert und sind Bestandteil der Patientenakte. So weiß jeder, der an der weiteren Behandlung beteiligt ist, auf einen Blick, wie es weitergeht.

70 000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an einem bösartigen Darmtumor, weil die Patienten älter werden und mehrere Krankheiten zugleich bekommen. Darmkrebs ist frühzeitig erkennbar und oft heilbar. „Ein wichtiges Thema sind die Vorsorgeuntersuchungen“, sagen beide Ärzte. Ab dem 45. Lebensjahr sollte ein Test absolviert werden, ab 50 halten sie Darmspiegelungen für sinnvoll.

In Sachen Ernährung kann jeder Darmerkrankungen vorbeugen. Vitamine, Ballaststoffe, Energie und Flüssigkeit „in ausgewogenem Verhältnis sind wichtig. Essen Sie wenig rotes Fleisch und fünf Mal am Tag Obst oder Gemüse“, lautetet der fachmännische Hinweis.

www.evk-mettmann.de

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