Anregungen aus der Ideenbox wurden ausgewertet. Einige wollen die Stadtwerke umsetzen.

267000 Besucher kamen im Vorjahr ins Neanderbad, das vor drei Jahren eröffnet wurde.
267000 Besucher kamen im Vorjahr ins Neanderbad, das vor drei Jahren eröffnet wurde.

267000 Besucher kamen im Vorjahr ins Neanderbad, das vor drei Jahren eröffnet wurde.

Dirk Thomé

267000 Besucher kamen im Vorjahr ins Neanderbad, das vor drei Jahren eröffnet wurde.

Erkrath. "Nichts ist so gut, dass es nicht noch verbessert werden könnte." Selbstbewusst begründet Peter Schröder, Geschäftsführer der Stadtwerke, die Befragung von Besuchern des Neanderbades. Wer so formuliert, rechnet nicht mit massiver Kritik, sondern maximal mit Wünschen nach zarten Kurskorrekturen.

Einen Monat lang konnten sich Schwimmer und Plantscher anonym einer Ideenbox im Foyer des Bades anvertrauen. Wohlgemerkt - "Ideenbox", nicht "Meckerkiste". Und was wollen die Besucher? Die Auswertung liegt jetzt vor. Im folgenden eine Auswahl der wichtigsten Wünsche und Kritikpunkte mit der Antwort von Schröder:

"Wir hätten gerne einen Spartarif für Kurzschwimmer."

"Den wird es nicht geben", so Schröder. Wenn morgens für Besucher, die maximal eine Stunde lang das Bad besuchen, weniger als die aktuell drei Euro gefordert würden, "müssten wir die Preise bei denen, die länger bleiben, anheben". Im Gegenzug will Schröder darauf verzichten, in den verbleibenden fünf Monaten seiner Amtszeit eine Erhöhung der Eintrittspreise zu betreiben.

"Es gibt zu viele Einschränkungen für normale Besucher durch Schulen, Vereine und Kursanbieter."

Diese Kritik ist bei Schröder angekommen. "Weitere Einschränkungen wird es nicht geben", sagt er. Im Gegenteil: Er werde in den kommenden Wochen den Belegungsplan des Bades genau durchgehen. "Und dann werden wir sehen, wo die Teilnehmerzahlen so gering sind, dass wir den jeweiligen Gruppen die Belegungszeiten kündigen werden."

Dass dies einen Aufschrei der Empörung bei den Vereinen auslösen wird, sei ihm bewusst. Wichtiger sei aber die Zufriedenheit der normalen Besucher. Die monieren, nicht alles nutzen zu können, weil das Bad häufig zu überfüllt sei. Sechs Vereine und gewerbliche Schwimmschulen haben zurzeit Belegungszeiten.

"Ich wünsche mit eine separate Bahn für Sportschwimmer."

2007 wurden 261000 Besucher gezählt. Im Vorjahr waren es 267000. 65 Prozent von ihnen sind über 18 Jahre. Die übrigen 35 Prozent sind Kinder und Jugendliche. Während der "Happy Hours", zwischen 6.30 und 13 Uhr, kommen 30 Prozent der Besucher. 40 Prozent nutzen das Wochenende, die restlichen 30 Prozent die Nachmittage. 35 Prozent der Besucher kommen nicht aus Erkrath - davon die Hälfte aus Düsseldorf.

Das Bad setzte im Vorjahr 780000 Euro um. Der Zuschussbedarf betrug damit 450000 Euro. Zum Vergleich: Als es noch zwei Bäder in Erkrath gab, betrug der Zuschussbedarf über 750000 Euro.

Der 2008 angelegte Sportbereich wurde nach Angabe von Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Schröder "schlecht angenommen". Daher soll das Angebot in diesem Jahr stärker beworben werden. "Vielleicht richten wir auch ein Turnier aus", so Schröder.

Ab April sollen Besucher jenseits der 40 oder 50 Jahre - das steht noch nicht genau fest - kostenlos an Bewegungsgymnastik im Solebecken teilnehmen können.

Er wird in diesem geprüft und optimiert. Die Breite der Wege wird kontrolliert, Abstellmöglichkeiten für Rollatoren sollen neu geschaffen werden.

Die wird es auch geben - und zwar samstagnachmittags. Zwei Bahnen sollen für Schwimmer, die Bahnen ziehen wollen, gesperrt. "Dann wird im Uhrzeigersinn geschwommen", so Schröder. Er wisse aus anderen Bädern, dass diese Variante gut funktioniere.

"Das Bistro soll auch montagnachmittags öffnen."

Dieser Wunsch hat keine Chance auf Erfüllung. Das lohne sich nicht für den Betreiber der Restauration, so Schröder. Der komme montags - wenn das Bad lediglich für Schulen und Schwimmkurse geöffnet ist - auf lediglich 60 Euro Umsatz, nicht Gewinn. "Außerdem hat er an sechs Tagen in der Woche zwischen 9 und 19Uhr geöffnet. Das muss reichen."

"Ich hätte gerne eine Sauna."

Die da gerne schwitzen möchte, steht mit ihrer Anregung nicht alleine. Aufgenommen wird sie trotzdem nicht. Schröder: "Dafür wären Investitionen von über einer Million Euro erforderlich. Das ist einfach zu viel." Eine einzelne Sauna reiche nämlich nicht aus. "Wir müssten dann schon drei bis vier verschiedene anbieten - von der klassischen bis zur Biosauna."

www.neanderbad.de

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