Weil das Reisebüro in Hochdahl seine Zusammenarbeit mit der Bahn beendet hat, müssen Karten am Automaten gekauft werden. Dass deren Bedienung schwierig ist, räumt das Unternehmen unumwunden ein.

Der Weg zum Bahnticket führt in Hochdahl nur über diesen Automaten.
Der Weg zum Bahnticket führt in Hochdahl nur über diesen Automaten.

Der Weg zum Bahnticket führt in Hochdahl nur über diesen Automaten.

Dirk Thomé

Der Weg zum Bahnticket führt in Hochdahl nur über diesen Automaten.

Erkrath. Nein, Kaffee kochen können sie noch nicht. Was jedoch den Ausdruck von Tickets angeht, kapitulieren die Fahrkartenautomaten auf den drei S-Bahnhöfen in Erkrath vor keinem Ziel in Deutschland. Egal, ob die Fahrt nach Flensburg oder Regensburg gehen soll, der Automat schafft das. Sagt zumindest Bahnsprecher Udo Kampschulte.

Besondere Bedeutung hat dieser Service für Hochdahl. Im Gegensatz zu Alt-Erkrath, wo das Reisebüro an der Bahnstraße Tickets für die Reise auf Gleisen verkauft, hat der Reisevermittler in den Hochdahl-Arkaden die Zusammenarbeit mit der Bahn beendet. "Jetzt gibt es keine Stelle mehr, an der ich mein Bahnticket kaufen kann", sagte die Hochdahlerin Edeltraud Leis im Gespräch mit der WZ.

"Wir bieten auf Anfrage Schulungen für die Benutzung der Ticketautomaten an."

Udo Kampschulte, Sprecher der Bahn

Dass Automaten auf den Bahnsteigen in Millrath, Hochdahl und auch auf dem Bahnhof in Alt-Erkrath die gleichen Funktionen erfüllen können wie die freundliche Dame im Reisebüro, ist für Leis kein echter Trost. "Für alte Leute sind die Automaten nicht zu durchschauen", räumt Kampschulte unumwunden ein. Und Edeltraud Leis gehört der Generation 60+ an.

Ist die Konsequenz aus der Einsicht des Bahnsprechers also, dass Bahnfahrten nur bis zu einem gewissen Alter möglich sind? "Jein" ist die Antwort, denn ohne Hilfe ist es schwierig, Menüführung und Funktionsweise der stummen Diener auf den Bahnsteigen zu durchschauen. Diese Einschränkung hat allerdings keine Altersgrenze und gilt auch für Menschen unter 50.

Der Enkel als Wegweiser durch den Automatendschungel

Also dürfen auch sie sich den Bahn-Tipp zur Problemlösung aneignen: "Wenn jemand mit 70ein Handy bekommt, fragt er auch den Enkel, wie das funktioniert", sagt Kampschulte. Eine andere Möglichkeit, den Umgang mit dem Ticketautomaten durchschaubar zu machen, "ist die Möglichkeit, einen VHS-Kurs zu belegen". Bei einer ausreichenden Anzahl von Interessenten - Kampschulte spricht von 50 - "bieten wir auf Anfrage Schulungen für die Benutzung der Ticketautomaten an - auf den Bahnsteigen".

Der Bahnsprecher streitet nicht ab, dass der "altmodische" Weg ins Reisebüro durchaus seine Vorteile hat. Allerdings sind immer weniger Reisevermittler bereit, sich auf Geschäfte mit der Bahn einzulassen.

Eine Stunde an der Erstellung eines Ticktes gearbeitet

Warum dies so ist, erklärt Laura Schoon von der Kleinen Reisenwelt am Hochdahler Markt. "Wir haben früher auch Bahntickets verkauft", sagt die Expertin. Von der Bahn sei jedoch keinerlei Unterstützung gekommen. "Wir haben daher pro Buchung eine Gebühr in Höhe von fünf Euro erhoben." Da es jedoch äußerst kompliziert sei, "die Bahn zu buchen, haben wir manchmal eine Stunde für ein Ticket benötigt".

Außerdem sei auch der Service im Umgang mit Reisenden derart schlecht, dass diese ihren Ärger anschließend auf das Reisebüro übertragen haben. Schoon: "Das wollten wir natürlich vermeiden und haben den Ticketverkauf eingestellt."

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