Die Stadt versucht, den Verursacher ausfindig zu machen. Den erwarten ein Bußgeld und eine Strafanzeige.

wza_1500x1203_426997.jpeg
Etwa vier Mal pro Jahr wird Müll – wie hier in der Willbeck – in größerem Stil illegal entsorgt.

Etwa vier Mal pro Jahr wird Müll – wie hier in der Willbeck – in größerem Stil illegal entsorgt.

Archiv

Etwa vier Mal pro Jahr wird Müll – wie hier in der Willbeck – in größerem Stil illegal entsorgt.

Erkrath. Als Bernd Herrmann aus Alt-Erkrath nach den Weihnachtsfeiertagen die Wälder im Bereich der Mahnert Mühle unter die Sohlen seiner Wanderschuhe nahm, sah er Bäume - und Müllsäcke. Erstere haben eindeutig Standrecht, die Kunststoffverpackungen und ihr Inhalt hingegen firmieren unter dem Begriff "Wilde Müllkippe".

Mitarbeiter der Stadt fahnden nach Hinweisen auf den Müllsünder

Bei der Stadtverwaltung zuständig für solche Verstöße gegen Anstand und Gesetze ist die Leiterin des Ordnungsamts, Sylke Sackermann. Sie berichtet von jährlich etwa vier Fällen, in denen Müll illegal auf Parkplätzen, neben Wegen oder - wie jetzt geschehen - im Wald deponiert wird.

"Wenn wir davon erfahren, schicken wir Mitarbeiter raus, die Spuren sichern", sagt Sackermann. Da werden zwar nicht im Stile kriminaltechnischer Ermittler Fußabdrücke und DNA-Proben genommen - erfolgreich sind die städtischen Fahndern trotzdem.

Wie in dem Fall, als mehrere Müllsäcke nebst eines Möbelstücks gefunden wurden. Dumm für die Verursacherin, dass sie einen an sich selbst adressierten Brief mit entsorgt hatte.

Die Dame gab sich allerdings nicht geschlagen und behauptete, jemand habe ihr den Müll vom Grundstück gestohlen und anschließend wild abgelagert. Dieser Versuch, in Unschuld zu baden, misslang. Die Stadt erhob ein Bußgeld.

Dessen Höhe ist von der Schwere des Delikts abhängig. "Das beginnt bei 100 Euro. Dazu kommen noch etwa 40 Euro Verwaltungsgebühr", sagt Sackermann. Im hohen dreistelligen Eurobereich bewegen sich Bußgelder für illegal entsorgten Müll, der die Umwelt gefährdet - wie Öldosen oder Autobatterien.

"Da erstatten wir Strafanzeige", so Sackermann. Allerdings würden die Verursacher selten ermittelt. Meistens jedoch sei es Hausmüll, der außerhalb von Mülltonnen gefunden wird.

Dass eine volle Tonne noch längst kein Grund ist, gegen Gesetze zu verstoßen, das stellt Abfallberaterin Helga Willmes klar. "In den beiden Bürgerbüros der Stadt gibt es graue Säcke für den Restmüll." Und für alles andere existiert der Wertstoffhof von Schönmackers an der Hochdahler Straße.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer