Der Träger des Bürgerpreises, Michael Stephan, pflegt Blumenbeete. Unbekannte haben sie jetzt zerstört.

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Das Lachen ist Michael Stephan vergangen: Unbekannte haben eines der Beete, die er angelegt hat und ehrenamtlich pflegt, zerstört.

Das Lachen ist Michael Stephan vergangen: Unbekannte haben eines der Beete, die er angelegt hat und ehrenamtlich pflegt, zerstört.

Dirk Thomé

Das Lachen ist Michael Stephan vergangen: Unbekannte haben eines der Beete, die er angelegt hat und ehrenamtlich pflegt, zerstört.

Erkrath. Fassungslos schüttelt Michael Stephan den Kopf. "Das gibt’s doch gar nicht", sagt der 73-Jährige. "Schauen Sie nur, was diese Leute angerichtet haben." Von dem sorgsam gepflegten Blumenbeet an der Neanderstraße gegenüber vom Hotel "Golden Tulip" ist seit Donnerstag nichts mehr übrig.

Bis zur Unkenntlichkeit wurden im Tagesverlauf lilafarbene Fingerhüte, Sommermargeriten und Eisbegonien plattgewalzt, niedergedrückt und ausgerissen. Rechts und links des kurz zuvor noch blühenden Beetes sind zudem deutlich tiefe Reifenspuren zu sehen.

"Das waren Baumprofis, die im Auftrag Bäume zurechtgestutzt haben."

Michael Stephan

"Die sind wohl mit schwerem Gerät angerückt", erklärt Michael Stephan, der bei seinem abendlichen Rundgang auf die Bescherung gestoßen war. "Mit allem, was fürs Aufasten, also das Kappen von dicken Ästen und Zweigen, notwendig ist: Hubwagen, dicken Sägen und Lastwagen zum Abtransport der Äste."

Vandalen waren es also nicht, die das ehrenamtliche Engagement von Michael Stephan und seinen Mitstreitern von "Erkrath blüht" so mit Füßen getreten haben. "Das waren Baum-Profis, möglicherweise von einer Fachfirma, die im Auftrag Bäume zurechtgestutzt haben", ist sich der 73-Jährige sicher.

Wer aber steckt genau dahinter? Vor allem, was hat die Arbeiter dazu veranlasst, derart rücksichtslos vorzugehen? "Die hätten die abgeschnittenen Stämme und Äste und das restliche Grünzeug auch zwischen den Blumenrabatten abladen können", ärgert sich Michael Stephan.

"Erkrath soll schöner werden" heißt das Motto des Fördervereins "Erkrath blüht". Seit elf Jahren kümmern sich die Mitglieder unter anderem um die Hege und Pflege von Blumenbeeten. So zum Beispiel an der Neanderstraße, im Bavierpark und in Hochdahl.

Vor allem die drei Großbeete, die Michael Stephan vor zehn Jahren angelegt hat, fallen auf. Eines befindet sich an der Einmündung zum Heiderweg, ein weiteres vor dem Eingang zum Hotel "Golden Tulip", das dritte auf dem Fahrbahnteiler vor der Rosenhof-Einfahrt. Außerdem pflegt er mehrere kleine Beete - darunter jenes, das jetzt den Baumarbeitern zum Opfer gefallen ist. "Als ob ich mit der Pflege und den Hinterlassenschaften der Hunde nicht schon genug zu tun hätte", schimpft der 73-Jährige. "Manchmal frag ich mich schon, ob ich mir das überhaupt noch antun soll."

Stattdessen seien die Beete aber einfach plattgemacht worden. Als es schließlich ans Verladen der hölzernen Fracht ging, wurden die Blumen darunter mit Stumpf und Stiel herausgerissen und mit entsorgt.

Die Stadt weist jede Schuld von sich

"Wir waren es jedenfalls nicht", erklärt der Leiter des städtischen Tiefbauamtes, Heinz-Peter Heffungs. Auch der Landschaftsverband, in dessen Beritt die Neanderstraße als Landesstraße 357 fällt, habe damit nichts zu tun, so Heffungs. Folglich bleibt nur ein privater Auftraggeber, der den Baum vis-à-vis des Beetes zurechtstutzen ließ.

"Sowohl unsere Mitarbeiter als auch die von uns beauftragten Firmen sind sensibilisiert, dass sie unter anderem an der Neanderstraße besonders sorgfältig darauf achten, die von ,Erkrath blüht’ angelegten Beete nicht zu beschädigen", betont Udo Scheeren von der Abteilung Grünflächen im Tiefbauamt.

Michael Stephan ist trotzdem maßlos enttäuscht. "Wir investieren Zeit und Geld, um unsere Stadt schöner werden zu lassen - und dann so was", schimpft der Banker im Ruhestand. Bis zu vier Stunden in der Woche gießt, düngt und zupft der Träger des städtischen Bürgerpreises in den bunten Farbklecksen am Rande der L357.

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