45 Jahre nach der Entlassung trafen sich die ehemaligen Schüler der katholischen Volksschule Kirchstraße wieder.

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Auch Lehrerin Ursula Hilger (vorne rechts) kam zu dem von Heinz Jüntgen (vorne links) organisierten Klassentreffen ihrer ehemaligen Schüler, die vor 45 Jahren die katholische Volksschule Kirchstraße verlassen haben.

Auch Lehrerin Ursula Hilger (vorne rechts) kam zu dem von Heinz Jüntgen (vorne links) organisierten Klassentreffen ihrer ehemaligen Schüler, die vor 45 Jahren die katholische Volksschule Kirchstraße verlassen haben.

Dirk Thomé

Auch Lehrerin Ursula Hilger (vorne rechts) kam zu dem von Heinz Jüntgen (vorne links) organisierten Klassentreffen ihrer ehemaligen Schüler, die vor 45 Jahren die katholische Volksschule Kirchstraße verlassen haben.

Erkrath. 1964 hatten sie es geschafft. Für 48 Jungen und Mädchen der katholischen Volksschule an der Hölderlinstraße (Kirchstraße) hieß es Abschied nehmen.

Doch anders als viele andere Abschlussklassen haben sich die ehemaligen Schüler über die Jahre nicht aus den Augen verloren. Regelmäßig treffen sie sich. Aber nicht nur, um der alten Zeiten zu gedenken - die Endfünfziger verstehen sich auch in der Gegenwart prächtig.

1983 fand das erste Klassentreffen dieser Art statt. Damals, so berichtete eine alte Ausgabe der WZ, sei es eine harte Arbeit gewesen, die Adressen aller ehemaligen Klassenkameraden herauszufinden. "Besonders bei den Frauen ist das schwierig, wenn die den Namen ändern", sagt Heinz Jüntgen. Doch im Internetzeitalter sei das nun kein Problem mehr.

Die ganze Nacht dauerte das erste Treffen, und auch die aktuelle Feier hat ein offenes Ende. 45 Jahre ist es her, dass die gemeinsame Zeit auf der Schulbank endete. Im Biergarten des Kaiserhauses scheint es, als wären viel weniger Jahre vergangen. Eng sitzen die ehemaligen Klassenkameraden beisammen, erzählen und lachen. Viele Zeitungsartikel, Fotos und andere Erinnerungsstücke hat Heinz Jüntgen in all den Jahren gesammelt. Natürlich werden sie zu später Stunde herumgereicht werden.

So wie früher: "Die Charaktere verändern sich selten"

Doch was bleibt, sind vor allem die Erinnerungen an eine meist sorglose Zeit. "Die Streiche", sagt Jüntgen und lacht. "Wir waren vom Kopf her frei und hatten noch nicht die Verantwortung wie heute." Auch die alten Mitschüler sind - abgesehen vom fortschreitenden Alter - noch beinahe wie früher. "Die Charaktere verändern sich selten. Wer früher für Stimmung gesorgt hat, ist auch heute noch lustig."

Nach 1968 wurden die Volksschulen aufgelöst und in Grund- und Hauptschulen umgewandelt. Aus der katholischen Volksschule gingen die Johannesschule und die Albert-Schweitzer-Schule hervor.

Eine große Zahl der Schüler blieb nach dem Schulabschluss in Erkrath. Einige leben aber auch in Süddeutschland oder sogar auf Mallorca.

Ursula Hilger kann sich noch genau an ihr erstes Treffen mit der Klasse von 1964 erinnern. Die damals 21-Jährige kam frisch von der Universität nach Erkrath und sollte die Drittklässler in Heimatkunde unterrichten. Anfangs konnte sie den Kindern jedoch nicht viel beibringen. "Ich kannte doch nichts", sagt sie und lacht.

Ihre neuen Schüler ließen sie nicht hängen. "Wir haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen, sonst wäre sie nicht so lange hier geblieben", sagt Gerdi Elbracht. Und schon beginnt eine rege Diskussion über all die Orte, die mit der Lehrerin besucht wurden. Die alte Papierfabrik Bernsau, Pose Marré, Erwepa...

Nur ein Jahr unterrichtete Ursula Hilger die Klasse von 1964, trotzdem stand sie von Anfang an auf der Gästeliste des Klassentreffens. Was Heinz Jüntgen an seiner Klasse so liebt, ist der Zusammenhalt. "Wir freuen uns, dass wir uns alle paar Jahre treffen und ein paar tolle Stunden haben", sagt er. Neben den 45 Jahren Schulabschluss gibt es am Morgen nach dem Klassentreffen ein weiteres Jubiläum zu feiern - die Goldkommunion. Das eine oder andere Jubelkommunionkind dürfte dann noch recht müde sein vom Klassentreffen.

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