Bismarckstrasse: In einem halben Jahr sollen die Häuser und Wohnungen gegenüber von Pose-Marré bezugsfertig sein.

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Alles seins: Bauherr Hasso von Blücher beim Richtfest vor den Rohbauten an der Bismarckstraße.

Alles seins: Bauherr Hasso von Blücher beim Richtfest vor den Rohbauten an der Bismarckstraße.

Alles seins: Bauherr Hasso von Blücher beim Richtfest vor den Rohbauten an der Bismarckstraße.

Dirk Thomé, Bild 1 von 2

Alles seins: Bauherr Hasso von Blücher beim Richtfest vor den Rohbauten an der Bismarckstraße.

Erkrath. Normal war das nicht: Des Bürgermeisters Gesicht teilte eine breite und blutige Schramme ("Das ist zuhause passiert"), der Bauherr hatte darüber nachgedacht, den Inhalt seiner Rede auf ein zünftiges "Prost" zu reduzieren ("Ich bin schwer erkältet"), und aus Altbier wurde Wein. Der Grund für die "Mogelpackung" war in seinem Ursprung technischer Art: Weil den neu gebauten Häusern der Bismarckstraße kein Dachstuhl aufgesetzt wurde, fehlt auch der Zimmermann.

Erst 15 Prozent der Häuser und Wohnungen sind verkauft

Dessen traditionelle Aufgabe, den Richtspruch auf Reim zu setzen, übernahm der Projektleiter der Baufirma ("Das ist eine Premiere") souverän und gekonnt - wenn auch mit dem Spruch "Nun nehm’ ich froh das Glas zur Hand - gefüllt mit Wein bis an den Rand - und mit dem feurigen Saft der Reben will jedermann die Ehr’ ich geben . . ." Sprach’s, und proteste den Gästen mit Gerstensaft zu.

Und während der Richtkranz in Ermangelung von Dachbalken am Ausleger eines Krans hing, gab sich Bauherr Hasso von Blücher ganz unsentimental: "Ich sehe das Richtfest sehr pragmatisch. Wir haben noch viele Schwierigkeiten vor uns."

Schwierig gestaltet sich auf jeden Fall der Verkauf der Immobilien auf dem ehemaligen Hallenbadgelände. "Zurzeit haben wir 15 Prozent der Häuser und Wohnungen verkauft. Es könnte besser laufen", räumte Constanze Paffrath, Gesellschafterin der Neuen Mitte Erkrath, im Gespräch mit der WZ ein. Ein Grund für die Zurückhaltung sei sicherlich der Wegfall der Eigenheimzulage. Die Preisgestaltung hingegen befinde "sich auf mittlerer Ebene". Die Topwohnungen mit 145 Quadratmeter Nutzfläche kosten weit über 300 000 Euro. Die hochwertige Qualität der Häuser rechtfertige diese Preise, so Architekt Georg Krautwurst.

Gerechtfertig ist nach Meinung von Bürgermeister Arno Werner auch die architektonische Gestaltung des Wohnkomplexes, den viele Erkrather als "klobig und zu wuchtig" bezeichnen. "Wir befinden uns hier im Zentrum der Stadt. Entsprechend verdichtet sollte die Bebauung ausfallen. Im Zentrumsnähe wird nicht in Grünanlagen gebaut." Dafür seien alle wichtigen Einrichtungen in unmittelbarer Nähe zu erreichen.

Ein Blick vom Balkon einer der Wohnungen relativiert die Sichtweise: Auf dem Bogen, den die Düssel in diesem Bereich beschreibt, schwimmen mehrere Enten - und scheinen auch von Blücher emotional zu inspirieren: "Ich sehe hier im Innenhof schon die Platanen wachsen."
 

Das Bauprojekt

Grösse Auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades entstehen 21 Stadthäuser mit Grundflächen zwischen 130 und 165 Quadratmeter sowie 14 bis 16 (Abhängig vom Schnitt) Wohnungen mit Größen zwischen 85 und 145 Quadratmetern.

Bauzeit Im April 2008 sollen die Häuser und Wohnungen bezugsfertig sein. Die Bauzeit hat dann genau ein Jahr betragen.

www.neue-mitte-erkrath.de
 

Im Westen tut sich endlich was

Kommentar

 
arnulf.ramcke@westdeutsche-zeitung.de
 
 

Es gibt da die Geschichte der Interessenten an einem Haus auf dem ehemaligen Schwimmbadgelände. Nach einem Gespräch im Beratungsbüro bat das Paar um einen Tipp, wo es Kaffee und Kuchen bestellen könnte. Bleischweres Schweigen. Der Rest ist kurz erzählt: Kein Café, kein Käufer. In einer solchen Stadt mochten die Düsseldorfer nicht wohnen.

Dank dreier Investoren ist Alt-Erkrath jedoch auf dem besten Weg, sich ein vorzeigbares Image zuzulegen: Da ist natürlich zunächst das Bauprojekt von Hasso von Blücher, aber auch die Sanierung des Kurhauses durch Gert Lahnstein und vor allem das Herzblut, das Katja Bander in den Bahnhof fließen lässt, geben der Hoffnung Feuer, dass es im Westen nach vorne geht. Die Zeit dafür war überreif.

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