Bruchhausen: Jugendliche, die im Kalksteinwerk nicht nur feiern, sorgen für Ärger.

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Das alte Kalksteinwerk in Bruchhausen ist Treffpunkt für Jugendliche.

Das alte Kalksteinwerk in Bruchhausen ist Treffpunkt für Jugendliche.

Dirk Thomé

Das alte Kalksteinwerk in Bruchhausen ist Treffpunkt für Jugendliche.

Erkrath. Steigen die Temperaturen, kommen die Saisons. Die Freibad-, die Grill-, die Eiscreme-, die Balkon-, die Flip-Flop-, und die Biergartensaison. Und mit ihnen auch die Beschwerdesaison. Denn überall, wo im öffentlichen Raum ein Szenetreff entsteht, beklagen sich Anwohner über Lärm und Müll. In Hilden gibt es so einen Konfliktpunkt am Elbsee, in Erkrath treffen im Naturschutzzentrum Bruchhausen Anwohner auf Feierabend-Touristen.

"Das Gebiet ist für uns kein Brennpunkt."

Ulrich Löhe, Polizeisprecher

Karin Blomenkamp, Leiterin des Naturschutzzentrums, stört sich weniger an Autoradios, die bis zum Anschlag aufgedreht sind, vielmehr sorgt sie sich um das Ökosystem vor Ort. "Schon seit ein paar Jahren feiern Jugendliche im verlassenen Kalksteinwerk", berichtet sie. Dort werde oft Bier getrunken, manchmal gegrillt - und selten aufgeräumt.

Dabei sind Blomenkamp Schluckspechte prinzipiell egal, ihr geht es viel mehr um die Uferschwalbe. Die baut in der Sandgrube ihr Nest. Genau dort, wo scheinbar auch die Jugendlichen gerne in die Grube rutschen und so die Steinwände abtragen.

Doch Zerstörung entstehe auch gewollt. "Im Kalksteinwerk gibt es keine Scheibe, die noch ganz ist." Und sogar die Auerochsen seien bereits mit Steinen beworfen worden. Die Naturschützerin findet: "Da hört der Spaß doch auf."

SPD-Ratsfrau Sabine Schimke weiß von Anwohnern, dass es in manchen Fällen sogar noch schlimmer kam. "Ein Anwohner ist auch mal angegriffen worden. Er hatte fremde Jugendliche auf seinem Grundstück erwischt und diese zur Rede gestellt." Blomenkamp bestätigt die Geschichte.

"Wenn die Polizei kommt, sind die Jugendlichen schon weg."

Karin Blomenkamp, Leiterin des Naturschutzzentrums

Bei der Museumsnacht des Kreises öffnet auch Bruchhausen die Pforten. Am Freitag, 28. Mai, ist das Naturschutzzentrum, Bruchhauser Straße 47-49, von 18 bis 24 Uhr begehbar.

Das Naturschutzzentrum ist telefonisch zu erreichen. Fragen und Anregungen können die Bürger montags, dienstags und donnerstags von 12.30 bis 14 Uhr stellen, Telefon 02104 / 797989.

Immer dienstags von 14 bis 16 Uhr verkauft das Zentrum naturtrüben Apfelsaft aus ungespritzten Streuobstbeständen der Region Niederberg sowie Honig aus Bruchhausen.

Schimke stellte jetzt im Planungs-, Umwelt und Verkehrsausschuss eine Anfrage an die Verwaltung zum Thema. Die Antwort gab es in der jüngsten Sitzung. Es sei bei Ordnungsamt und Polizei nichts weiter bekannt.

Blomenkamp wundert das. "Wir haben doch mehrfach angerufen." Ulrich Löhe von der Kreispolizei sagt: "Das Gebiet ist für uns kein Brennpunkt." Ein Erklärungsversuch der Naturschützerin: "Wenn die Polizei kommt, sind die Jugendlichen schon weg."

Einmal habe Blomenkamp gesehen, wie Jugendliche mit einer Schusswaffe auf ein Verkehrsschild feuerten. Seither fühle sich die Naturschützerin abends nicht mehr wohl. "Man überlegt sich schon zwei Mal, ob man die Jugendlichen ansprechen soll." Die Betroffene wünscht sich mehr Präsenz der Ordnungshüter in den Abendstunden.

Ein weiteres Problem der Bruchhauser Straße: Sie ist eine beliebte Abkürzung auf dem Weg von Hochdahl nach Alt-Erkrath. Dass es sich dabei um eine Anwohnerstraße handelt, stört viele Autofahrer wenig. Das bestätigt auch die Polizei. Dabei könnte man den mitunter rasenden Autofahrern einfach Einhalt gebieten. Blomenkamp: "Es gibt einen Poller, nur leider machen den viele Anwohner einfach nach dem Durchfahren nicht wieder hoch."

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