Rewe - Edeka: Nachfolge für Hertie wirft ein Verkehrsproblem auf, für das es bisher keine Lösung gibt.

Diesen Teil des Bavierparks will die Rewe-Group mit 116 Parkplätzen für Kunden bebauen.
Diesen Teil des Bavierparks will die Rewe-Group mit 116 Parkplätzen für Kunden bebauen.

Diesen Teil des Bavierparks will die Rewe-Group mit 116 Parkplätzen für Kunden bebauen.

Dirk Thomé

Diesen Teil des Bavierparks will die Rewe-Group mit 116 Parkplätzen für Kunden bebauen.

Erkrath. Altweiber? Na und! Ein echter Fan des französischen Kugelzielwurfs, auch Boule genannt, lässt die Eisenbälle zu jeder Jahreszeit fliegen - auch während der fünften. Entsprechend spielten auch am Donnerstag Freunde der frankophilen Lebensart auf dem Platz im östlichen Teil des Parks - und damit angrenzend an den von Rewe geplanten Parkplatz. "Dieser Plan ist doch völliger Blödsinn", meinte Hans Bordel, Vorsitzender des Bouleclubs.

"Wir könnten damit leben."

Peter Müller, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Erkrath City

Zur Erinnerung: Ein Vertreter von Rewe hatte am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss gesagt, dass der Konzern nur dann das Hertie-Gebäude zu kaufen bereit sei, wenn er im Bavierpark einen Parkplatz mit 116 Stellplätzen bauen darf. Ein Anliegen, das bei keiner der Fraktionen Zustimmung findet. Auch ein Wasserspiel und neue Bäume überzeugten bisher nicht.

"Wir könnten damit leben", sagte am Donnerstag Peter Müller. Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Erkrath-City sprach diese Worte, nachdem er die Meinung von allen Einzelhändler an der Bahnstraße eingeholt hatte. "Wir bedauern zwar, wenn die Wiese bebaut wird - einen Park kann man das ja nicht nennen -, aber das Konzept von Rewe überzeugt uns."

An dieser Stelle kommt Edeka ins Spiel. Deren Stadthalter in Erkrath, Christoph Windges, der in Hochdahl zwei Märkte betreibt, stellte am Donnerstag im Gespräch mit der WZ Einzelheiten seines Plans vor. "Wir wollen keine ebenerdigen Parkplätze zusätzlich anlegen, sondern eine Art Förderband vom Parkdeck in die Verkaufsräume bauen", so Windges.

Im Gegensatz zu Rewe plane Edeka nicht den Einzug eines Discounters. Windges: "Das sehe ich nicht. Statt dessen sollen da ein Bäcker, ein Blumenladen, Zeitschriftenhandel und ähnliche Geschäfte ein." Rund zwei Drittel der Gesamtfläche des Hertie-Hauses von rund 6000 Quadratmetern sollen mit einem Edeka-Center belegt werden. Siehe Hochdahler Markt.

Bis zum 24. März, dem Datum der nächsten Ratssitzung, wollen sich die Mitglieder der Ratsfraktionen einen Meinung bilden, wie sie zur Bebauung des Bavierparks stehen. Einbezogen werden sollen Bürgern und Einzelhändler.

Die Kunden des dortigen Marktes müssten sich nicht um eine Verschlechterung des Service sorgen, so Windges. "Zwei ähnliche Flächen zu führen, ist einfacher als einen Gemischtwarenkonzern." Windges spielt damit auf den kleineren Edeka-Markt in Haan-Gruiten an, den er zum 31.Januar aufgegeben hat.

Ein Hauptproblem des anstehenden Inhaberwechsels der Hertie-Immobilie können aber weder Edeka noch Rewe lösen: Das des drohenden Verkehrskollaps’. "Das ist doch Wahnsinn, wenn zusätzlicher Verkehr über die Bongardstraße fährt", meinte eine Anwohnerin der Gerberstraße am Donnerstag. Zumindest Rewe rechnet mit jährlich zusätzlichen 500000 Kunden, die das neue Center ansteuern sollen.

Dass vor allem der unübersichtliche Einmündungsbereich der Bongard- in die Kreuzstraße damit völlig überlastet sei, ist dem Fraktionsvorsitzenden der CDU, Wolfgang Jöbges, durchaus bewusst: "Da müssen die Techniker eine Lösung finden." Außerdem könne der Verkehr über die Gerberstraße zur Neanderstraße geführt werden. Ein Verkehrsgutachten, das für die Bebauung von Pose-Marré erstellt wurde, schlägt für diesen Einmündungsbereich einen Kreisverkehr vor.

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