In Alt-Erkrath fällt der verkaufsoffene Sonntag im Juni aus. Das sorgt für Ärger.

Die Händler an der Bahnstraße haben immer wieder mit Leerständen zu kämpfen – und hätten nach Meinung einiger Geschäftsleute daher einen verkaufsoffenen Sonntag dringend nötig.
Die Händler an der Bahnstraße haben immer wieder mit Leerständen zu kämpfen – und hätten nach Meinung einiger Geschäftsleute daher einen verkaufsoffenen Sonntag dringend nötig.

Die Händler an der Bahnstraße haben immer wieder mit Leerständen zu kämpfen – und hätten nach Meinung einiger Geschäftsleute daher einen verkaufsoffenen Sonntag dringend nötig.

Archiv Dirk Thomé

Die Händler an der Bahnstraße haben immer wieder mit Leerständen zu kämpfen – und hätten nach Meinung einiger Geschäftsleute daher einen verkaufsoffenen Sonntag dringend nötig.

Erkrath. Am 7. Juni bleiben die Geschäfte an der Bahnstraße geschlossen. Da dieses Datum auf einen Sonntag fällt, scheint der Wert der Nachricht gen Null zu tendieren. Scheint - denn tatsächlich sorgt der Ladenschluss an diesem ersten Sonntag des Monats derzeit für jede Menge Ärger.

Anlass ist das Sommerfest der Werbegemeinschaft an dem Wochenende. In den Vorjahren nutzten die Händler diesen Termin für einen verkaufsoffenen Sonntag. Genehmigt wird der vom Rat. Eigentlich eine Formsache - wenn der Antrag spätestens zehn Tage vor der Sitzung eingereicht wird. Der Rat tagte am Dienstag. Die Abstimmung über eine Verordnung für den Sonntagsverkauf stand nicht auf der Tagesordnung.

Trittbrettfahrer sollen ausgeschlossen werden

Der Grund ist jedoch nicht etwa ein Versehen von Werbegemeinschaft oder Verwaltung. "Wir hatten genug von Trittbrettfahrern und wollten eine Duftmarke setzen", sagt Peter Müller, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Gemeint sind die rund 20Nicht-Mitglieder der Werbegemeinschaft, die trotzdem am verkaufsoffenen Sonntag teilnahmen.

Eine solche "Nutznießerin" ist Helga Diehl, die seit drei Jahren ihr Geschäft "Landadel" an der Bahnstraße betreibt. Sie hat eine völlig andere Sicht der Dinge als Müller. "Im Vorjahr habe ich als Nicht-Mitglied der Werbegemeinschaft für die Teilnahme am verkaufsoffenen Sonntag eine Rechnung über 89 Euro erhalten", sagt Diehl. Ein anderer Händler habe als Ex-Mitglied lediglich 35 Euro zahlen sollen. Diehl: "Daraufhin habe ich gar nichts gezahlt."

Dass damit nicht gerade die Basis für eine dicke Freundschaft zu Müller gelegt war, dürfe aktuell keine Rolle spielen, meint Diehl. "Er hat unternehmerisches Denken zu haben. Es geht hier nicht um mich, sondern um Werbung für den Einzelhandel an der Bahnstraße." Und der habe solche Formen der Kundenansprache dringend nötig.

Nach den erweiterten Ladenöffnungsregelungen dürfen Geschäfte mit Ausnahme von Sonn- und Feiertagen rund um die Uhr geöffnet werden.

Am Wochenende des Sommerfestes könnten die Geschäfte damit ab Freitag, 5. Juni, 0.00 Uhr, durchgehend bis Samstag, 6. Juni, 24 Uhr, geöffnet werden. An Sonn- und Feiertagen besteht jedoch nach dem Landesrecht ein Ladenöffnungsverbot.

Auch bei dieser Einschätzung kommen Müller und sie nicht auf einen gemeinsamen Nenner: "Unsere Mitglieder können damit leben, dass es keinen verkaufsoffenen Sonntag gibt", sagt der Vorsitzende der Interessenvertretung.

Das müssen sie auch, denn für eine Genehmigung sei es mittlerweile definitiv zu spät, sagte Bürgermeister Arno Werner auf Nachfrage. "Da kann ich nicht machen, wie ich will", so Werner.

Zwar könne jeder Einzelhändler für sich selbst den Antrag stellen, an einem Sonntag öffnen zu dürfen - "wir müssen jedoch eine Verordnung erlassen, die vom Rat verabschiedet wird". Spätestens zehn Tage vor der Sitzung dieses Gremiums müsse der Antrag auf seinem Schreibtisch liegen.

Die Ratsmitglieder kommen wieder am 25. Juni zusammen - knapp drei Wochen nach dem Ende des Sommerfests auf der Bahnstraße.

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