Vor drei Jahren brachte die Stadt die Familienkarte heraus. Trotz mangelnder Werbung wird sie in Anspruch genommen. 1000 Erkrather Firmen, Vereine und Verbände sollten angeschrieben werden in der Hoffnung, dass sich noch mehr Preisnachlässe für Familien finden.

Täglich sparen: Die Bäckerei Schüren an der Karschhauser Straße ist einer von insgesamt 48 Händlern, Firmen und Institutionen, die auf die Familienkarte Nachlässe gewähren.
Täglich sparen: Die Bäckerei Schüren an der Karschhauser Straße ist einer von insgesamt 48 Händlern, Firmen und Institutionen, die auf die Familienkarte Nachlässe gewähren.

Täglich sparen: Die Bäckerei Schüren an der Karschhauser Straße ist einer von insgesamt 48 Händlern, Firmen und Institutionen, die auf die Familienkarte Nachlässe gewähren.

Dirk Thomé

Täglich sparen: Die Bäckerei Schüren an der Karschhauser Straße ist einer von insgesamt 48 Händlern, Firmen und Institutionen, die auf die Familienkarte Nachlässe gewähren.

Erkrath. Bei Optik Schüller an der Bahnstraße gibt es zehn Prozent Rabatt für die Kinderbrille. Das klingt gut. Keens Bauernhof an der Düsseldorfer Straße verspricht gar: 15 Prozent Ermäßigung ab fünf Kilo auf Obst, Gemüse, Eier, Kartoffeln, und Kalbfleisch.

Und wer überschüssige Pfunde loswerden will, der sollte sich das Angebot des Sportclubs Unterbach merken. Der verspricht zehn Prozent Preisnachlass auf alle Kurs- und Sportangebote im Erwachsenen- und Kinderbereich. Das sind nur drei von 48Angeboten, mit denen sich tatsächlich Geld sparen lässt. Bedingung ist ein scheckkartengroßes Stück Plastik: die Erkrather Familienkarte.

Sie wird laut Uwe Krüger, Leiter des Jugend- und Sozialamts, gut angenommen. Aber Krüger räumt ein: "Eigentlich wollten wir im Sommer 2008 eine zweite große Werbewelle starten. Daraus ist aufgrund personeller Engpässe nichts geworden."

1000 Erkrather Firmen, Vereine und Verbände sollten angeschrieben werden in der Hoffnung, dass sich noch mehr Preisnachlässe für Familien finden. Doch daraus wird nun vorerst nichts.

Dabei ist die Karte positiv ins Bewusstsein vieler Erkrather vorgedrungen - wie auch das WZ-Bürgerbarometer bewiesen hat. "Die Familienkarte wurde immer wieder als Pluspunkt genannt", erinnert sich Krüger.

Das Bündnis für Familie schlug im Sommer 2006 eine Familienkarte mit Rabattmöglichkeiten vor. Alle Parteien stimmten zu.

Aktuell beteiligen sich 48Firmen und Vereine an dem Rabattsystem. Die Palette reicht vom Schwimmbad am Unterbacher See bis zu Staubsaugerzubehör Teschke auf dem Wochenmarkt.

Wer eine Familienkarte haben möchte, kann sich mit Karin Klefisch (Jugendamt) unter Telefon0211/24075036 in Verbindung setzen. Wer sich als Firma oder Verein am Preisnachlass beteiligen will, dem hilft Susanne Knoblich (Wirtschaftsförderung) unter Telefon0211/24072008 weiter.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Stadt Erkrath. Wenn dort das Feld Bürgerservice angeklickt wird, erscheint eine Suchhilfe. Bei Eingabe Familienkarte kommt man auf die komplette Liste.

1400 Familien und Alleinerziehenden mit Kindern unter 17 Jahren wurde die Karte 2006 zugeschickt. Parallel rollte die erste Werbewelle an: 1000 Briefe wurden an Firmen, Vereine und Verbände verschickt. 40 antworteten.

"Damals wurden aber auch viele angeschrieben, die mit Kindern beziehungsweise Familien erst einmal nichts zu tun haben. Wir wollten halt niemanden vergessen", sagt Krüger.

Bei Fenstern und Türen lässt sich jede Menge Geld sparen

Mit Kindern nichts zu tun hat die Firma Colter Fenster + Türenbau am Steinhof. Und trotzdem steht sie auf der Liste mit Preisnachlässen für Besitzer der Familienkarte. 2,5Prozent Rabatt werden auf alle Artikel gewährt.

Da kommt beim Kauf Energie effektiverer Fenster und Türen eine stattliche Summe zusammen - und der Familienetat wird geschont. Tatsächlich ist die Karte schon vier Mal genutzt worden, wie Geschäftsführer Carsten Colter sagt. Das sei jeweils eine Ersparnis von 1000 Euro gewesen.

Viele der Teilnehmer haben an den Ladentüren oder Vereinsgeschäftsstellen einen Aufkleber mit dem Logo der Familienkarte.

"Die Karte muss einfach nur vorgelegt werden. Das ist alles", erläutert Karin Klefisch, im Rathaus federführend bei dem Projekt. Wer noch keine Familienkarte hat, kann sie bei ihr kostenlos bestellen. Es wird lediglich im Melderegister nachgeschaut, ob tatsächlich ein Kind unter 17 Jahren im Haushalt lebt.

Bleibt die Frage: Wann kommt denn die verzögerte zweite Werbewelle? "Ich kann es wirklich nicht sagen", antwortet Krüger. Die Personalsituation hat sich noch nicht entspannt.

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