Ein Gutachter widerlegt die Darstellung der Stadtverwaltung Düsseldorf, der Ausbau der L 404 habe keinerlei negative Auswirkungen für Erkrath.

Für Erkrath ein Horrorszenarium: Lastwagen, die den Hubbelrather Weg als Route nach Düsseldorf befahren.
Für Erkrath ein Horrorszenarium: Lastwagen, die den Hubbelrather Weg als Route nach Düsseldorf befahren.

Für Erkrath ein Horrorszenarium: Lastwagen, die den Hubbelrather Weg als Route nach Düsseldorf befahren.

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Für Erkrath ein Horrorszenarium: Lastwagen, die den Hubbelrather Weg als Route nach Düsseldorf befahren.

Erkrath. Eins-Null-Null-Null - in Zahlen 1000. Aneinander gereiht ergäbe sich eine knapp fünf Kilometer lange Autoschlange. Die abzugehen würde ein forsch ausschreitender Fußgänger gut eine Stunde benötigen.

Eins-Null-Null-Null - eine Zahl, die für Alt-Erkrath Gestank und Lärm prognostiziert. Es ist die Menge an Autos, die nach Schätzung von Planungsgutachter Hans-Rainer Runge nach dem Ausbau der L404n im Bereich Gerresheim im kommenden Jahrzehnt zusätzlich über Düsseldorfer-, Neander- und Beethovenstraße rollen dürfte. Runge: "Es könnten auch noch mehr Fahrten sein."

"Die Befürchtungen haben Berechtigung, dass die Fahrzeit für Autofahrer sinkt, die durch Erkrath fahren."

Hans-Rainer Runge, Stadtplaner

Die Stadtverwaltung hatte den Experten engagiert, weil sie den gebetsmühlenartigen Versicherungen aus dem Düsseldorfer Rathaus, der Verkehrsentwicklungsplan produziere kein Mehr an Verkehr für Erkrath, nicht trauten.

Das jetzt vorgestellte Ergebnis gibt ihr Recht: "Die Befürchtungen haben Berechtigung, dass die Fahrzeit für Autofahrer sinkt, die durch Erkrath fahren", so Runge. Nach dem Ausbau der L404 in Gerresheim im kommenden Jahrzehnt, so seine Rechnung, lohne es sich für Autofahrer - egal ob Personen- oder Lastwagen - nach Verlassen der A3 an der Anschlussstelle Mettmann über den Hubbelrather Weg zu fahren. "Das geht dann 1,7 Minuten schneller als jetzt", so Runge. Allerdings sei diese Route auch nach dem Ausbau noch eine Minute langsamer als die über die Bergische Straße (B7).

"Düsseldorfs Ex-Bürgermeister Joachim Erwin hat den Verkehrsentwicklungsplan ohne Rücksicht durchgepeitscht."

Edeltraud van Venrooy, stellvertretende Bürgermeister (SPD)

Eine Verkehrszählung hat ergeben, dass zurzeit täglich 14 000 Autos die Düsseldorfer Straße befahren. 10 000 sind es auf der Kreuzstraße, 26 000 auf der Rothenbergstraße in Unterbach. Diese Zahlen seien weitgehend deckungsgleich mit einer Zählung in den Jahren 2003/04 erfolgte, so Runge.

Der Verlauf Zur Entlastung der bisherigen Ausfallstraßen soll die L404n als neue Verkehrsader durch Unterbach und Gerresheim laufen. Die von Erkrath kommende Düsseldorfer Straße soll durch eine hohe und breite neue Unterführung direkt auf die Rampe am Gerresheimer S-Bahnhof geführt werden.

Die Befürchtungen Als Folge des Ausbaus, so die Bürgerinitiative, wird die Strecke für Lastwagen attraktiv - zumal sie Maut sparen können: Abfahrt von der A3 in Mettmann, dann über Hubbelrath und Erkrath nach Düsseldorf. Die Lkw-Karawane würde nicht nur die Anwohner belasten, sondern Rückstaus bis in die Alt-Erkrather Innenstadt verursachen, so die Befürchtung, die das jetzt vorliegende Gutachten bestärkt.

Was aber tut die Stadt, um den drohenden Verkehrskollaps abzuwenden? In der zweiten Phase seines Gutachtens wird Runge Gespräche mit der Düsseldorfer Verwaltung führen und detaillierte Berechnungen zur Mehrbelastung auf Erkraths Straßen durchführen. Die Ergebnisse sollen im Mai vorgestellt werden.

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