14 Hobbyspieler traten am Sonntag zur Qualifikation für die Kreismeisterschaft im Dart an.

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Lokalmatador Sven Vogelskamp nutzte das Qualifikationsturnier für die Dart-Kreismeisterschaft auch als Vorbereitung auf die Europaliga im März.

Lokalmatador Sven Vogelskamp nutzte das Qualifikationsturnier für die Dart-Kreismeisterschaft auch als Vorbereitung auf die Europaliga im März.

Dirk Thomé

Lokalmatador Sven Vogelskamp nutzte das Qualifikationsturnier für die Dart-Kreismeisterschaft auch als Vorbereitung auf die Europaliga im März.

Erkrath. Die Armhaltung muss stimmen. Man muss die richtige Zahl auf der Dartscheibe anvisieren. Und dann sollte man sich möglichst konzentrieren, damit der Wurf sitzt. Wer all diese guten Ratschläge beherzigt, der dürfte eigentlich keine Schwierigkeiten mehr haben mit der Tripple 20. Denn dieser nur wenige Millimeter breite Bereich ist das höchste der Gefühle auf der so genannten E-Dart-Scheibe. 60 Punkte lassen sich dort holen, mehr als in der goldenen Mitte, die nur 50 Zähler bringt.

Gestern waren 14 Hobbyspieler angetreten, um beim mittlerweile zwölfte Qualifikationsturnier für die Dart-Kreismeisterschaft möglichst viele Punkte zu sammeln. In der Gaststätte "Brocker Berg" ging es schon beim Einwerfen gleich richtig zur Sache. Sven Vogelskamp ist einer der Lokalmatadore. Wenn der Hochdahler Kneipier loslegt, kann einem als Laie nur schwindelig werden. Alle drei Pfeile in der 20, zwei davon im Tripple. Wo will der Mann erst landen, wenn er mitten im Turnier zur Hochform aufläuft?

Konzentration - trotz aller Unruhe ringsherum

"Viel denken sollte man beim Werfen jedenfalls nicht", spricht er über das, was man so tun sollte, wenn man vor der Dartscheibe steht. Dass es ringsherum unruhig ist, dass sich die Kneipengäste unterhalten, dass auch schon mal der eine oder andere Kommentar zu hören ist: All das scheint Sven Vogelskamp nicht zu stören.

Mindestens sechs Stunden übt er derzeit - jeden Tag. "Ich bereite mich auf die Europaliga im März vor", erzählt er. Kann man nebenbei noch arbeiten, oder ist das ein abendfüllendes Programm? "Für mich ist das kein Problem. Wenn es in der Kneipe ruhig ist, stelle ich mich selbst vor die Scheibe", verrät der Inhaber des "Crazy´s" in der Schildsheider Straße. Dort gibt es nicht nur drei E-Dart-Geräte, sondern auch noch drei Stildart-Scheiben.

"Stildart macht einfach mehr Spaß. Da gibt es auch mehr Spielvarianten", erklärt Lutz Michel den Unterschied zwischen dem elektronischen Softdart und dem klassischen Wurf auf Sisalscheiben. Im eigenen Keller hat er eine Stildart-Scheibe und einen Computer, der ihm das mühsame Zusammenrechnen der Punkte erspart. "Aus ist erst, wenn der andere Aus macht. Es gibt Spieler, die haben eine Doppelschwäche und brauchen zum Schluss lange, um das Spiel zu beenden", macht er auch dem Laien Mut.

Um die Entstehung des Dartssports ranken sich viele Vermutungen, die sich mit zahlreichen Varianten beschäftigen. Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert lassen vermuten, dass England das Mutterland des Dartsports ist. Der Name stammt jedoch aus dem Französischen. Die Franzosen pflegten bei Schlachten kleine speerähnliche Wurfpfeile als Waffen einzusetzen - die Dartes. Der Dartsport dagegen entstand wahrscheinlich zwischen 1860 und 1898. Im letztgenannten Jahr ließ ein Amerikaner die ersten für Darts entwickelten Papier-Flügel patentieren. Die ersten sportlichen Wettbewerbe fanden dann Anfang des 20. Jahrhunderts in Großbritannien statt.

Auch wenn Dart nach wie vor eine Männerdomäne zu sein scheint, gibt es auch bei den Erkrather Turnieren immer mehr Frauen, die zum Dartpfeil greifen. "Ich mache das jetzt schon seit zwei Jahren, aber das Geheimnis eines guten Wurfes hat sich mir noch nicht wirklich erschlossen", gesteht Sandra Thieltges und lacht. Obwohl sie zu Hause eine Dartscheibe aufgehängt hat, geht sie zum Üben lieber unter Leute. "Für mich ist das vor allem eine gesellige Sache", sagt die Erkratherin.

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