Die Auffahrt auf die Autobahn wird rund 500 Meter länger und zweispurig. Die Arbeiten sollen etwa 20 Wochen dauern.

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Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Verkehr fließen. (Archiv

Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Verkehr fließen. (Archiv

Dirk Thomé

Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Verkehr fließen. (Archiv

Erkrath. "Eigentlich hätte es schon am vergangenen Wochenende so weit sein sollen", sagt Norbert Cleve, Verkehrsingenieur und Pressesprecher beim Landesbetrieb Straßen NRW. "Wenn uns das Wetter nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht, geht es in den nächsten Tagen aber endlich los."

Gemeint ist der Aus- und Weiterbau des Beschleunigungsstreifens auf der Autobahn 3. Schnee, Eis und obendrein eine Bürgerbeschwerde seien für die Verzögerungen verantwortlich, so Cleve. Die Dauer der Arbeiten schätzt der Verkehrsexperte auf vier bis sechs Monate, kosten wird das Ganze "etwa 2,7Millionen Euro".

Bislang nutzen Autofahrer den Standstreifen zur Beschleunigung

Erleichtert werden soll mit der vierten Spur die Zufahrt von der A 46 aus Richtung Wuppertal auf die A 3 in Fahrtrichtung Oberhausen. Bisher fließt der Verkehr zwischen den beiden Autobahnen über eine Tangente, die anfangs zwar zweispurig ist, sich dann aber auf eine Spur verjüngt. Parallel zur A 3 läuft dieser Beschleunigungsstreifen noch einige Meter weiter, um dann jedoch abrupt zu enden.

Wer es bis dahin nicht geschafft hat, sich in den Verkehr einzufädeln, muss über den Standstreifen. Ein Problem, vor dem nicht zuletzt Lkw-Fahrer mit ihren tonnenschweren Sattelzügen immer wieder stehen - zumal die Autobahn vom Kreuz Hilden aus stetig bergauf führt. Das Ganze sorgt vor allem während des Berufsverkehrs für Rückstaus bis weit auf die A 46.

Künftig wird diese Auffahrt rund 500 Meter länger und zweispurig werden und danach einspurig in den jetzigen Standstreifen übergehen. Cleve: "Er wird dann für die nächsten exakt 2,7 Kilometer zur vierten Spur auf der A 3" - nicht zuletzt, damit Lastwagen nach Mettmann hochkriechen können.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte im Dezember des vergangenen Jahres entschieden, dass bei der Verlängerung des Beschleunigungsstreifens vom Hildener Kreuz an in Richtung Oberhausen normaler statt offenporiger Asphalt verbaut werden darf. Wie Norbert Cleve vom Landesbetrieb Straßen NRW erklärte, wird allerdings lärmschluckender Splitmastix-asphalt verwendet.

Die Möglichkeit, die Zulässigkeit der Lärmentwicklung im Hauptsacheverfahren vom Gericht klären zu lassen, mache für die Stadt keinen Sinn, hatte Bürgermeister Arno Werner schon im Januar gesagt: "Dann ist die neue Fahrbahn fertig, und es kann deshalb nur noch um passiven Lärmschutz gehen." Das bedeutet, dass Hausbesitzer, die in unmittelbarer Nähe zu der Autobahn wohnen, möglicherweise Geld vom Land bekommen, um die Isolierung ihrer Fenster verbessern zu können.

"Wir arbeiten in verschiedenen Abschnitten", erklärt Cleve. "Zunächst werden am Mittelstreifen neue Markierungen angebracht. Schließlich hat der Eingriff auf der rechten Seite Auswirkungen auf die gesamte Fahrbahnbreite." Danach werden die weiteren Abschnitte in Angriff genommen.

"Die Tangente von der A 46 kommt in etwa vier Wochen an die Reihe." Während der kompletten Bauzeit sei natürlich mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. "Wir werden die Autos mit maximal 80 km/ h vorbeifließen lassen", so der Mann von Straßen NRW.

Sowohl für Bürgermeister Arno Werner als auch Friedrich Faber, den Vorsitzenden des Bürgervereins Hochdahl, steht allerdings nach wie vor die Frage im Raum, warum das Projekt "Beschleunigungsstreifen", auf das man nun schon so lange warte, nicht noch bis 2011 Zeit habe. Denn dann steht die Komplettsanierung der Autobahn 3 zwischen Hildener Kreuz und Mettmann an.

"Statt in einem Rutsch haben wir jetzt zweimal Baustellen vor der Tür", lautet ihr Argument, das, ergänzt Arno Werner, "mittlerweile noch mehr zieht als noch im vergangenen Jahr". Schließlich werde der Zeitraum zwischen beiden Projekten immer kleiner.

"Wir machen alles unter Verkehr", erklärt Norbert Cleve die Gründe für das zweigleisige Verfahren. "Irgendwann sind die Verkehrsabläufe nicht mehr zu händeln. Daher wollten wir dieses Nadelöhr schon mal vom Tisch haben." Zum anderen, so der Experte weiter, "benötigen wir für den Aus- und Weiterbau des Beschleunigungsstreifens gerade mal 20 Wochen, also eine recht kurze Zeit. Die Komplettsanierung der A 3 im nächsten Jahr dauert dagegen viel, viel länger."

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