Die Hahn Gruppe stellt ihre Pläne für das Gebäude vor und will neue Maßstäbe setzen.

Das neue Fachmarktzentrum soll eine Aufwertung gegenüber der früheren Nutzung bringen.
Das neue Fachmarktzentrum soll eine Aufwertung gegenüber der früheren Nutzung bringen.

Das neue Fachmarktzentrum soll eine Aufwertung gegenüber der früheren Nutzung bringen.

Hahn Gruppe

Das neue Fachmarktzentrum soll eine Aufwertung gegenüber der früheren Nutzung bringen.

Erkrath. Der Lebensmitteleinzelhändler Rewe als Ankermieter, dazu das Bekleidungshaus C&A, der Drogeriemarkt dm, der Kinderausstatter Ernsting’s family und die Glocken-Bäckerei - nach der monatelangen Hängepartie steht endlich fest, was aus dem ehemaligen Hertie-Gebäude im Dreieck Bongard-/Bavierstraße/Marktplatz wird: ein Nahversorgungszentrum, das auf die Erkrather Bedürfnisse zugeschnitten ist, vis-à-vis der Fußgängerzone und der Neuen Mitte.

Seit der Schließung von Hertie gab es rege Diskussionen über das Gebäude

"Wir freuen uns, dass wir endlich eine Lösung gefunden haben", sagte gestern Bürgermeister Arno Werner sichtlich erleichtert. Denn seit der Schließung des Kaufhauses im März vergangenen Jahres hatte es unzählige Diskussionen gegeben, welche Zukunft die Immobilie haben könnte. Letztendlich verlief jedoch alles im Sande - bis im September die Hahn Gruppe auf die Bühne trat, ein Investment-Manager mit Sitz in Bergisch Gladbach, der auf die Vermarktung großflächiger Einzelhandelsimmobilien spezialisiert ist, und das Gebäude von dem britischen Investor Dawnay Day kaufte.

"Zunächst wird das gesamte Gebäude entkernt", erklärte gestern bei der Präsentation im Rathaus Hahn-Projektleiter Christian Braun. "Es wird gewissermaßen in einen Rohbauzustand versetzt. Wenn es dann fertig ist, wird es nicht wiederzuerkennen sein." Braun spricht beispielsweise von einem Anbau mit drei modernen Aufzügen zum Parkdeck mit 210 Plätzen im Obergeschoss, von verglasten Fronten, Außengastronomie und einer Ladenstraße, die vom Haupteingang (Marktplatz, Bavierstraße) aus durch das Erdgeschoss führt.

Im Eingangsbereich bezieht die Glocken-Bäckerei, ein Partner der Rewe-Gruppe, die bisher vor allem im Badischen aktiv ist, ihr neues Domizil. Dann folgen auf einer Fläche von 200 Quadratmetern Ernsting’s family, dm auf 650Quadratmeter sowie Europas Bekleidungshaus-Primus C&A auf 1200 Quadratmetern.

Rewe wird vergrößert und bleibt während der Bauarbeiten geöffnet

Den meisten Platz nimmt Rewe ein. Statt wie bisher 1600 stehen nun 3200 Quadratmeter zur Verfügung. "Ganz wichtig: Der bisherige Rewe-Laden bleibt während der gesamten Umbauphase geöffnet - auch wenn uns das vor einige Herausforderungen stellt", so Christian Braun.

Das Unternehmen mit Sitz in Bergisch Gladbach ist seit über 25 Jahren Immobilienspezialist für den Einzelhandel. Mit einer verwalteten Mietfläche von rund 1,3 Millionen Quadratmetern an etwa 150 Standorten und einem betreuten Vermögen von über zwei Milliarden Euro ist die Hahn Gruppe der deutsche Marktführer im Management großflächiger Einzelhandelsimmobilien. Das Unternehmen ist börsennotiert.

Der neue dm-Markt ist der alte: Er zieht von der Fußgängerzone in das neue Einkaufszentrum. "Wer die alten Räume übernimmt, steht zwar noch nicht fest, aber es laufen Gespräche", bestätigte Claudia Siemer von der städtischen Wirtschaftsförderung.

Die Grundstücksfläche des ehemaligen Hertie-Hauses und künftigen neuen "Fachmarktzentrums" beträgt insgesamt 7500 Quadratmeter, wovon 5700 zur Vermietung anstehen. Vermietet werden können maximal neun bis zehn Mieteinheiten. Fünf sind bislang fest vergeben, für zwei weitere werden noch Mieter gesucht.

Kosten etwa 12,5 Millionen Euro

Wie Hahn-Geschäftsführer Lars Heese erklärte, betrage der Vermietungsstand 90 Prozent. "Lediglich zwei Flächen von 77beziehungsweise 160 Quadratmetern sind noch frei." Was Interessenten angehe, "sind wir nach allen Seiten hin offen". Heese denkt beispielsweise an die Apotheke, die bisher auch im Hertie-Haus ansässig war. Apropos Interessenten: Von Rewe bis C&A haben sämtliche Verträge eine Laufzeit von zehn Jahren oder mehr.

Ziel war es, ein langfristig tragfähiges Ergebnis zu erzielen

"Wie viele andere Klein- und Mittelstädte auch musste sich Erkrath im vergangenen Jahr mit den Auswirkungen des Hertie-Konkurses auf die Einzelhandelsversorgung im Innenstadtbereich auseinandersetzen. Bei der Lösungsfindung war von Anfang an das Ziel, einen Investor und Immobilienexperten zu finden, der an einem langfristig tragfähigen Ergebnis interessiert ist", sagte Bürgermeister Werner.

"Die Hahn-Gruppe hat ein Konzept entwickelt, mit dem wir die entstandene Lücke im Einzelhandel mehr als nur schließen können. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit der Eröffnung des neuen Fachmarktzentrums in diesem Sommer eine deutliche Aufwertung gegenüber der früheren Nutzung erzielen werden."

Der Bauantrag wurde Mitte November gestellt, die Baugenehmigung soll in der nächsten Woche vorliegen. "Wir sind zuversichtlich, das Projekt übernächste Woche starten zu können", so Hahn-Geschäftsführer Lars Heese. "Anfang März sollte sichtbar werden, dass sich etwas tut."

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer