An der Baustelle L403n tut sich einiges. Im Juli soll der Verkehr über die Hüttenstraße rollen. Zeitplan drängt Straßen NRW – weil die Deutsche Bahn AG schneller ist als gedacht.

Hochdahl. Sie haben sich ja fast schon daran gewöhnt - oder besser gesagt gewöhnen müssen. Wohnen rund um die Baustelle der L403? Das heißt Lärm, Dreck und Umwege fahren - und wenn die Vibrationswalze ihren Dienst versieht, dann wackeln mitunter die Wände.

Nein, einfach haben es die Anwohner entlang der Hüttenstraße und Am Weinbusch nicht - selbst positive Nachrichten werden da mit einer gewissen Skepsis aufgenommen.

"Wie? Die Brücke soll Anfang Juli fertig sein?" Dem Herrn und der Dame, die sich zum Plausch am Gartenzaun getroffen haben, steht die Überraschung ins Gesicht geschrieben. "Dann haben Sie das Gröbste erst einmal hinter sich", sagt Roland Schmidt, Streckenleiter bei Straßen NRW.

Anfang Juli soll es wirklich soweit und die Hüttenstraße über die Y-förmige Brücke wieder befahrbar sein. "Wird ja Zeit", grummelt der Anwohner und auch seine Gesprächspartnerin ist froh: "Der Umweg ist auch zum Laufen schwierig. Viel zu steil."

25 Arbeiter tummeln sich in Hochzeiten auf der Baustelle. Momentan sind es im Schnitt zehn, erklärt Schmidt. Die Trasse, wo später die L403n zweispurig verlaufen soll, ist bereits mit Lärmschutzwänden ausgestattet. "Die Geländer bekommen eine blaue Farbe. Außerdem werden noch braune Verkleidungen angebracht", sagt Schmidt.

Motto: Nicht nur vor Krach schützen, sondern auch etwas fürs Auge bieten. Ob das die Anwohner auch so sehen werden? "Die haben viel auf sich nehmen müssen", räumt Schmidt ein. Regelmäßig suche man das Gespräch. "Gerade am Anfang haben wir viel abbekommen."

Für die Gleisunterführung wurde ein neues Bauverfahren benutzt

Durch den langen Winter sei man ins Hintertreffen geraten, was den Zeitplan angeht. "Und jetzt kommen wir in Druck." Denn ein paar hundert Meter weiter in Richtung Prof.-Sudhoff-Straße ist die Deutsche Bahn AG fleißig.

Sie ist für die Gleisunterführung zuständig. Beide Baustellen sollen später zusammengeführt werden. Und die auf Seiten der Bahn beauftragte Firma Vössing-Bau aus Bochum hat Gas gegeben.

"Es wurde ein anderes Bauverfahren für die Unterführung verwendet, nicht das gängige Einschubverfahren", erklärt Projektingenieur Rudolf Bayer von der DB. Übereine Gitterkonstruktion im Tunnel wurde gearbeitet.

"Innen drin wurde die Decke erstellt und dann hydraulisch hochgedrückt." Im Oktober werde man voraussichtlich fertig sein - vier bis fünf Monate früher als geplant.

Auf der anderen Seite muss man jetzt nachlegen. "Sonst fragen die Leute wieder, warum tut sich nichts", weiß Roland Schmidt. Ursprünglich war Ende 2011 für den Abschluss des gesamten Bauprojekts angepeilt. Jetzt will man schon im kommenden Jahr fertig werden.

Bis dahin bleibt aber noch viel Zeit für die Baustellen-Kiebitze wie Friedhelm Gehlen. Der Senior wohnt mittlerweile in Wülfrath, kommt aber hin und wieder in seine alte Heimat geradelt. "Ich habe hier früher um die Ecke gewohnt. Da schaue ich natürlich gerne, wie es vorangeht, wenn ich mal hier bin."

Die Pläne für die Umgehungsstraße habe es ja bereits vor 40 Jahren gegeben. "Damals standen hier aber gerade mal sieben Häuser", erinnert sich der Senior.

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