Vier Mitglieder der Evangelischen Freikirche bauen Häuser für die Opfer des Erdbebens.

wza_1500x1015_770927.jpeg
Am 12. Januar bebte die Erde in Haiti. Seitdem sind die meisten Menschen obdachlos.

Am 12. Januar bebte die Erde in Haiti. Seitdem sind die meisten Menschen obdachlos.

dpa

Am 12. Januar bebte die Erde in Haiti. Seitdem sind die meisten Menschen obdachlos.

Erkrath. "Es ist wie bei jedem unserer Auslandseinsätze. Ein bisschen Abenteuer ist immer dabei", sagt Marc Stosberg. In zwei Wochen bricht der 38-Jährige nach Haiti auf. Dort wird er mit einer internationalen Gruppe beim Aufbau von Häusern helfen. Nach dem Erdbeben vom 12. Januar herrscht immer noch große Not. Stosberg ist Angestellter der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. Drei weitere Gemeindemitglieder begleiten ihn ab 23. November.

Der Bau der Häuser wird erst in Haiti erklärt

Dies sind Pfarrer Johannes Scharnowski (38), Daniel Tuttas (28) und Oliver Arhelger (35). Aber lediglich Tischlermeister Arhelger hat eine handwerkliche Ausbildung. Laut Stosberg kein Problem: "Der Bau der Häuser wird uns vor Ort gezeigt." Denn zum insgesamt zehnköpfigen Team zählen neben vier weiteren Deutschen auch die kanadischen Hersteller der Fertighäuser aus Holz.

Entstehen sollen 16 Unterkünfte für Mitarbeiter einheimischer Hilfsorganisationen. Vier Häuser werden von der Gemeinde finanziert. Insgesamt 12.000 Euro haben die Erkrather gesammelt. Die Menschen in Haiti leben seit dem Erdbeben in Zelten, manche sind laut Stosberg derart traumatisiert, dass sie für längere Zeit nicht zwischen Betonwänden wohnen können.

Unmittelbar nach dem Erdbeben hatten sich die Gemeindemitglieder darüber Gedanken gemacht, wie sie den Haitianern helfen können. "Wir sind darauf ausgerichtet, nicht nur in Erkrath, sondern in der ganzen Welt tätig zu sein", sagt Sprecherin Gudrun vom Bovert.

Nach dem Sammeln von Ideen wurde bei Hilfsorganisationen angefragt, um das passende Projekt zu finden. "Uns wurde empfohlen, einen späteren Zeitpunkt auszuwählen - wenn die erste große Hilfswelle abgeebbt ist", sagt vom Bovert. Dann sei immer noch Hilfe erforderlich, aber die internationale Gemeinschaft konzentriere sich bereits auf neue Katastrophengebiete.

Am 12. Januar wurde das Land, das auf einer karibischen Insel liegt, von einem Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert. Mit schätzungsweise bis zu 300.000 Toten war es eines der verheerendsten Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte.

Die "Zentrale Mission für Afrika" leitet die Hilfsgruppe, an der die Erkrather teilnehmen.

Die Treffpunkt Leben Gemeinde ist regelmäßig im Ausland. Eine Delegation fährt demnächst nach Tschechien, um dort Weihnachtspakete hinzubringen.

Insgesamt zwölf Tage wird die Gruppe in der Karibik unterwegs sein. Was auf die Männer zukommt, ist schwer einzuschätzen. Stosberg: "Die Entwicklungsländer unterscheiden sich nicht groß voneinander." Im vergangenen Jahr hat er in Kenia, davor in der Ukraine geholfen.

Zerstochene Arme nach Impfmarathon

Deshalb ist Stosberg bereits gegen tropische Krankheiten geimpft - zurzeit grassiert die Cholera in Haiti. Seine Mitstreiter mussten sich noch schützen. "Für die war es ein Impfmarathon. Die haben die ganzen Arme zerstochen", sagt Stosberg schmunzelnd.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer