Der Standort hat sich zu einer ersten Adresse für Firmen aus der Region entwickelt.

Erkrath. Die Mieten sind hoch, die Büros teilweise im wahrsten Wortsinne schräg, und die Lage ist dezentral. Genau deshalb ist die Brügger Mühle an der Mettmanner Straße einer der angesagtesten Firmenstandorte der Region.

"Die Unternehmen sind hier hingezogen, weil sie sich in einer Form präsentieren können, die ihrer Firmenphilosophie entspricht", sagt Georg Krautwurst, während er mit schlafwandlerischer Sicherheit über Treppen und durch Stockwerke führt, in denen Orientierung leicht abhanden kommt. Krautwurst ist heute Chefplaner der Neuen Mitte Erkrath. Zuvor hat er das architektonische Konzept für die Brügger Mühle erarbeitet.

Wenn er von der Verbindung der Begriffe Kunst-Arbeitswelt-Natur spricht, ist das keine rosarote Vision, sondern die Beschreibung des real existierenden Arbeitsumfelds in der Brügger Mühle.

Firmen wie der Fahrradriese Giant wären betriebswirtschaftlich längst gescheitert, wenn sich ihre Mitarbeiter den ganzen Tag lang am Ufer der Düssel vergnügten oder sich stundenlang in Betrachtung der über das gesamte Grundstück verteilten Kunstwerke ergingen. Vielmehr haben die 20 Unternehmen erkannt, dass ein Mittagessen auf der hölzernen Außenterrasse der Kochwerkstatt, wie die Kantine heißt, über einem Teich das nachfolgende Ranklotzen ungemein fördern kann.

Auf diese angenehme Form der Produktivitätssteigerung setzen Werbeagenturen, Modelabel und große Namen wie SC Johnson. Insgesamt sind es 20 Firmen mit 230 Mitarbeitern. Von den rund 135 000 Quadratmetern an Bürofläche sind noch magere 400 zu mieten. "Die Fluktuation ist gering", sagt Constanze Paffrath, Geschäftsführerin der Neuen Mitte Erkrath. Zwar sei für viele Firmen die Düsseldorfer Vorwahl Voraussetzung für die Ansiedlung gewesen - "aber obwohl der Standort hier im Schwarzen Loch liegt, hat er sich durchgesetzt", so Paffrath.

Die Brügger Mühle gehörte zum Rittergut Brück. Sie wurde im 17.Jahrhundert als Kornmühle gebaut, später als Ölmühle für Raps betrieben. Vor 18 Jahren kaufte der Erkrather Unternehmer Hasso von Blücher die Mühle, nachdem ihm Haus Morp als Firmensitz zu klein geworden war.

Mittlerweile haben sich in den Räumen der Mühle 20 Firmen niedergelassen - darunter so klangvolle Namen wie der Fahrradbauer Giant oder das Modelabel Street One.

Von Beginn an hat Eigentümer Hasso von Blücher in der Brügger Mühle ein Konzept aus Wirtschaft und Kunst umgesetzt. Unvergessen sind die Kriminächte mit Schrifstellerin wie Frank Schätzung.

Vorreiter war der Eigentümer der Brügger Mühle, Hasso von Blücher. Im Bereich der Produktion von Schutzanzügen ist seine Blücher GmbH auch nach dem Einzug in die Mühle weltweit führend geblieben. Kunst und Natur verführen demnach nicht dazu, die Aufgaben zu vernachlässigen, für die der Chef monatlich zahlt.

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