Flüsterasphalt und Schallschutzelemente in der neuen Betonwand sind keine Bestandteile der Ausbau-Planung.

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Der Beschleunigungsstreifen auf die A3, Richtung Oberhausen, wird ab Herbst auf drei Kilometer verlängert. Lärmmindernder Asphalt soll nicht verbaut werden.

Der Beschleunigungsstreifen auf die A3, Richtung Oberhausen, wird ab Herbst auf drei Kilometer verlängert. Lärmmindernder Asphalt soll nicht verbaut werden.

Dirk Thomé

Der Beschleunigungsstreifen auf die A3, Richtung Oberhausen, wird ab Herbst auf drei Kilometer verlängert. Lärmmindernder Asphalt soll nicht verbaut werden.

Erkrath. Straßenbauer leisten sich keine Sentimentalitäten. Wenn sie die Ausbau von Autobahnen planen, wird streng nach Vorschrift gerechnet. Nach Addition aller Positionen ist ein für Erkrath ernüchterndes Ergebnis herausgekommen: Wenn im Herbst zunächst mit der Verlängerung des Beschleunigungsstreifens vom Hildener Kreuz, Richtung Oberhausen, auf der A3 begonnen wird, taucht die Rubrik Lärmschutz im Lastenheft nicht auf.

"Lärmschutz ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich."

Heinz-Gert Biewald, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßen NRW

"Wir werden diesen neuen Beschleunigungsstreifen nicht mit offenporigem Asphalt ausführen", bestätigte gestern Heinz-Gert Biewald, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßen NRW, im Gespräch mit der WZ entsprechende Informationen der Erkrather Lärmschutzinitiative. Dieser offenporige Asphalt hat die Eigenschaft, Lärm zu "schlucken", weil Reifen leiser abrollen.

Dieses teure Material werde lediglich in Ausnahmefällen verbaut, sagte Biewald. Die seien gegeben, wenn Häuser sehr nahe an einer Autobahn stehen - wie in Köln und Oberhausen. "Da die A3 eine bestehende Autobahn und kein Neubau ist, gehen wir von Werten aus, die einen Lärmschutz zum jetzigen Zeitpunkt nicht erforderlich machen."

Da sind hunderte Erkrather anderer Meinung, die mit ihrer Unterschrift die Bürgerinitiative und deren Ziele bereits unterstützt haben. Auch die Politiker aller Ratsfraktionen sagten in seltener Eintracht dem Lärm den Kampf an. Ergebnis ist ein Gutachten, das eine steigende Lärmbelastung und damit ab 2015 den Rechtsanspruch einzelner Hausbewohner auf Schallschutzmaßnahmen prognostiziert. Es wurde im März öffentlich vorgestellt.

Die Vorhersagen hat die Landesverwaltung ebenso zur Kenntnis genommen wie die Bitte aus dem Rathaus um einen Gesprächstermin. "Das Gutachten ist uns bekannt", sagte Biewald. Wenn sich der Inhalt bewahrheite, "werden wir 2015 auch reagieren".

Im Herbst dieses Jahres soll mit dem Ausbau auf einer Länge von drei Kilometern begonnen werden. Bauzeit: rund sechs Monate. Dabei wird der jetzige Standstreifen zur Fahrspur, die vor allem für Lastwagen angelegt wird. Dadurch soll erreicht werden, dass die Lkw den von Köln nahenden Verkehr nicht gefährden.

Im kommenden Jahr oder 2011 wird mit der Erneuerung der Fahrbahn der sechsspurigen A3 zwischen Mettmann und Hildener Kreuz in beiden Fahrtrichtungen begonnen.

Aber eben nicht vorher. Und dem Dialog mit Erkraths Verwaltung verweigere sich der Landesbetrieb in keinster Weise - am Standpunkt gegen Flüster-asphalt und Schallschutzelemente in der neuen Betonwand entlang der A3 ändere das jedoch nichts. "Diese Wand dient lediglich der Stabilisierung der Böschung", so Biewald.

Was nun? "Wir müssen uns kurzfristig mit dem Thema beschäftigen, um auf den Landesbetrieb reagieren zu können", sagte gestern Bürgermeister Arno Werner.

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