Der ehemalige Polizeichef der Erkrather Wache, Martin Zander, züchtet Dackel und geht in Schweden auf die Jagd.

Der Privatmann Martin Zander mit seiner Hündin Fritzi (acht Jahre, rechts) und ihrem elf Wochen alten Nachwuchs Yago.
Der Privatmann Martin Zander mit seiner Hündin Fritzi (acht Jahre, rechts) und ihrem elf Wochen alten Nachwuchs Yago.

Der Privatmann Martin Zander mit seiner Hündin Fritzi (acht Jahre, rechts) und ihrem elf Wochen alten Nachwuchs Yago.

Simone Bahrmann

Der Privatmann Martin Zander mit seiner Hündin Fritzi (acht Jahre, rechts) und ihrem elf Wochen alten Nachwuchs Yago.

Erkrath. Die Frage, was denn Martin Zander(64) nun eigentlich mit seiner Zeit anfängt, beantwortet sich spätestens in seinem Hausflur. Über dem Treppengeländer hängt ein Fuchsfell neben dem anderen, an den Wänden prangen Gehörne, Geweihe und ausgestopfte Vögel. "Alle selbst geschossen", sagt Zander stolz.

Immer mit dabei sind Fritzi und Skippy, seine Rauhhaardackeldamen. "Ich bin seit vielen Jahren passionierter Jäger - nicht nur hier zuhause, sondern auch im Hochsauerland."

Was macht eigentlich...?

Seit Zander 2005 in den Ruhestand ging, hat der ehemalige Erkrather Polizeichef noch mehr Zeit für sein Hobby. Und das beschränkt sich nicht nur auf die Tiere im Visier seines Jagdgewehrs: Martin Zander ist seit rund 20 Jahren Vorsitzender der deutschen Teckelklub-Gruppe Velbert und züchtet die Hunde auch selbst in seinem Haus, mitten im Grünen am Velberter Stadtrand. "Meine Wochenenden sind immer voll. Als Sachverständiger und Verbandsrichter habe ich viel zu tun", erzählt er.

Viel Zeit verbringt er auch in den Niederlanden, wo seine Lebensgefährtin - eine Tierärztin - lebt, oder in Schweden: "Dort habe ich mir vor zwölf Jahren einen kleinen Hof gekauft. Ich liebe Schweden sehr und fahre vier, fünf Mal im Jahr dorthin."

Martin Zander war 18 Jahre alt, als er über Bekannte zum Polizeiberuf kam. "Die Vielfältigkeit bei der Schutzpolizei hat mich immer fasziniert", sagt er. "Kein Tag ist wie der andere, keine Stunde gleicht einer anderen. In einem Moment muss man mit einem Betrunkenen umgehen, im nächsten steht man vor einem Professor."

Der gebürtige Niedersachse zog 1963 nach Nordrhein-Westfalen, arbeitete in Münster, Bochum, Essen, Heiligenhaus, Velbert und landete schließlich in Erkrath, wo er die letzten elf Jahre seiner Dienstzeit als Wachleiter verbrachte. "Erkrath hat die größte Wache im Kreis - dagegen war Heiligenhaus ein Familienbetrieb", sagt Zander.

Das Schlimmste ist, die Hilflosigkeit der Menschen mit anzusehen."

Martin Zander über seine Zeit als Polizeichef in Erkrath

In den Jahrzehnten hat Zander aber auch die unangenehmen Seiten seines Traumberufes kennenlernen müssen. Besonders der Mord an einem kleinen Jungen vor vielen Jahren sei ihm nah gegangen, sagt er. "Damals waren meine beiden Söhne in dem gleichen Alter." Brände, bei denen Menschen eingeschlossen sind, und schwere Verkehrsunfälle seien Ereignisse, die auch an einem Polizisten nicht spurlos vorbeigingen. "Das Schlimmste ist, die Hilflosigkeit der Menschen mit anzusehen.", sagt Zander.

Trotzdem hat er an seinem Beruf nie gezweifelt. Und obwohl er seine Dienstmarke mittlerweile abgegeben hat, steckt der Polizist immer noch in ihm. "Das kann man nicht abschalten. Wenn mir ein Auto entgegen kommt, geht mein erster Blick zum Kennzeichen - dann frage ich mich selbst, was der Quatsch soll", erzählt er lachend. "Ich sehe die Welt immer noch mit Polizistenaugen." Er sei zwar auch schon mal zu schnell gefahren, gibt er zu. "Aber ich würde nie über eine rote Ampel gehen oder ein Halteverbot ignorieren. Das gehört sich nicht für einen ehemaligen Polizisten."

Im nächsten Monat wird Martin Zander wieder nach Schweden aufbrechen. "Im Oktober steht die Elchjagd an." An die zwei Dutzend Elche hat er bereits erlegt. "Das Fleisch wird unter den Jägern aufgeteilt. Meine Tiefkühlschrank ist immer voll", sagt Martin Zander.

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