Der Schulausschuss spricht über die Zukunft der Förderschule am Peckhaus. Sie könnte 2016 schließen.

Schon seit mehr als zwei Jahren versucht der Kreis, die Struktur der Förderschulen im Kreis Mettmann neu zu ordnen. Heute ist es soweit: Im Schulausschuss wird das Konzept vorgestellt. Für die Mettmanner Schule Am Peckhaus, die seit Jahren Kinder mit Sprachbehinderungen fördert, bedeutet das neue Konzept das Ende. Die Schule soll voraussichtlich zum Schuljahr 2016 geschlossen werden.

Ursache ist das Schulrechtänderungsgesetz. Der Besuch der Regelschule für Kinder mit Behinderungen soll ab dem Schuljahr 2014/15 der Normalfall sein. Gesetz hin oder her – Eltern betroffener Kinder klagen immer wieder, dass sich bei der sogenannten Inklusion die Lehrer nicht ausreichend um die behinderten Kinder kümmern können. Der Besuch eines Sonderpädagogen ein- oder zwei Mal in der Woche reiche bei weitem nicht aus. Hinzu kommt: Vor allem sprachbehinderte Kinder schämen sich, vor anderen zu sprechen und ziehen sich bei Misserfolgen zurück.

Doch das Angebot der Förderschule Am Peckhaus wird nicht ersatzlos gestrichen. Die Förderschulen im Kreis werden zu sogenannten Verbundschulen zusammengelegt. Diese Verbundschulen decken alle die Förderschwerpunkte Lernen, Verhalten und Sprache ab. Der Schulausschuss wird heute aller Voraussicht nach folgendes beschließen: Das neue Konzept sieht vor, zum Schuljahr 2016/2017 vier Förderzentren als sogenannte „Verbundschulen für Lern- und Entwicklungsstörungen“ einzurichten – aufgeteilt nach Regionen.

1. Region West Förderzentrum West. Für Schüler der Städte Mettmann, Ratingen und Wülfrath. Es führt an je einem Standort in Mettmann und Ratingen die Arbeit der Erich-Kästner-Schule, der Schule am Peckhaus, der Schule im UFO sowie der Comeniusschule fort. Auf die Dependance der Schule im UFO in Wülfrath wird verzichtet werden, da das Förderzentrum Nord für sonderpädagogische Förderung, Diagnostik und Beratung über ausreichende Raumkapazitäten verfügt. In der Region West kann auf die Schule Am Peckhaus verzichtet werden, weil ein deutlicher Überhang von Schulplätzen besteht.

2. Region Nord – Förderzentrum Nord für sonderpädagogische Förderung, Diagnostik und Beratung – Für Schüler der Städte Heiligenhaus und Velbert. Es führt an einem Standort in Velbert mit zwei Gebäuden die Arbeit der Schule in den Birken, der Schule im UFO sowie der Schule am Peckhaus fort.

3. Region Mitte – Förderzentrum Mitte. Für alle Schüler aus den Städten Haan, Hilden und Erkrath. Es führt an Standorten in Erkrath und Hilden die Arbeit der Friedrich-Fröbel-Schule, der Ferdinand-Lieven-Schule sowie der Schule am Peckhaus, der Paul-Maar-Schule sowie der Leo-Lionni-Schule fort.

4. Region Süd. Förderzentrum Süd. Für Schüler der Städte Langenfeld und Monheim. Es führt an Standorten in Langenfeld und Monheim. die Arbeit der Leo-Lionni-Schule und der Paul-Maar-Schule fort. Förderschulen, die die Mindestschülerzahl unterschreiten, müssen geschlossen werden bzw. laufen aus, falls nicht durch Zusammenlegung von Schulen entsprechende Größen erreicht werden.

Die Elterninitiative Peckhaus hatte in der Sondersitzung des Ausschusses für Schule und Sport eine Online-Petition „Erhaltet die Sprachförderschule am „Am Peckhaus als reine Sprach-Förderschule“ eingebracht. Der Kreis ist der Ansicht, dass eine solche Online-Petition keine rechtliche Wirkung entfaltet oder dass der Kreis inhaltlich an die gestellten Forderungen gebunden wäre. Für die Kinder der Schule Am Peckhaus gebe es auch in einer Verbundschule eine hochwertige Beschulung im Förderschwerpunkt Sprache. Die Kinder werden eine „gute und zuverlässige Förderung“ von ausgebildeten Sonderpädagogen erhalten, so der Kreis.

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