347 Quadratmeter Wohnfläche bietet der Wasserturm. Preis: 63 000 Euro.

Langenfeld
Ein Aufzug darf nicht angebaut werden.

Ein Aufzug darf nicht angebaut werden.

Ralph Matzerath

Ein Aufzug darf nicht angebaut werden.

Er ragt nicht nur in der Eigenheim-Siedlung Stefenshoven heraus, sondern auch unter den aktuellen Langenfelder Immobilienangeboten: Für 63 000 Euro ist das mehr als 20 Meter hohe Turmgebäude zu haben. Wer diesen Preis für das 80 Jahre alte Klinker-Bauwerk bezahlt, bekommt immerhin 347 Quadratmeter Wohnfläche plus 77 Quadratmeter Nutzfläche.

Nach Angaben von Jürgen Schneider aus der Immobilienabteilung der Stadt-Sparkasse ist der ehemalige Wasserturm Am Schiefers Grund seit wenigen Tagen auf dem Markt. „Zwei Interessenten haben ihn bislang von innen besichtigt, aber er ist noch nicht verkauft.“

Gebäude steht seit zehn Jahren unter Denkmalschutz

Seit zehn Jahren steht das 1935 für die Großgärtnerei Jacobi (siehe Infobox) errichtete Bauwerk unter Denkmalschutz. Die damit verbundenen Auflagen erschweren eine neue Nutzung, sagt Hendrik Marcial von der Paeschke GmbH. Noch gehört der Turm dem Langenfelder Bauunternehmen, das ihn eigentlich selbst in ein Wohnhaus der besonderen Art umgestalten wollte. „Aber wir haben von diesen Plänen jetzt Abstand genommen.“ Solch eine Sanierung gehöre nicht zum eigenen Kerngeschäft.

Grundsätzlich ist Marcial zufolge eine Wohnnutzung möglich, für die der von Paeschke beauftragte Architekt Mario Helbig ein Konzept entworfen hatte. Danach wäre das heute mit dem Turm verbundene und nicht denkmalgeschützte Nebengebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt worden. Vier Wohnungen plante Helbig ein. Aufgrund des Denkmalschutzes ist einerseits kein Aufzug möglich und ist andererseits neben den heutigen Fensteröffnungen auch der markante Treppenaufgang zu erhalten, der seit jeher die Fassade prägt.

„Für uns ist es unter den Gesichtspunkten des Denkmalschutzes wichtig, dass das Objekt erhalten bleibt“, sagt der städtische Planungsamtsleiter Stephan Anhalt. Der vom Langenfelder Heinrich Rotterdam entworfene Wasserturm stehe beispielhaft für Neue Sachlichkeit. „Aufgrund seines Zustands ist schon ein ordentlicher Sanierungsaufwand fällig. Und um dieses zur Lagerung von Wasser gedachte Bauwerk in ein Wohnhaus zu verwandeln, muss in Sachen Statik und Belichtung einiges getan werden.“ Laut Sparkassen-Mitarbeiter Schneider wären in dem Turm neben Wohnungen auch Büros möglich.

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