Mika Ramm, Geschäftsführer bei Eismann, hat sich am Montag als „Undercover Boss“ für RTL verdeckt unter seine Mitarbeiter gemischt.

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Robert Bremen-Evers, Chef Mika Ramm, Krzysztof Mysrzka, Sascha Lindemann und Mertin Trnka (von links) haben sich den „Undercover Boss“ angesehen. Ramm hatte sich seine Firma von der Basis aus angesehen.

Robert Bremen-Evers, Chef Mika Ramm, Krzysztof Mysrzka, Sascha Lindemann und Mertin Trnka (von links) haben sich den „Undercover Boss“ angesehen. Ramm hatte sich seine Firma von der Basis aus angesehen.

Stefan Fries

Robert Bremen-Evers, Chef Mika Ramm, Krzysztof Mysrzka, Sascha Lindemann und Mertin Trnka (von links) haben sich den „Undercover Boss“ angesehen. Ramm hatte sich seine Firma von der Basis aus angesehen.

Mettmann. „Er ist wissbegierig und gibt sich Mühe. Das ist schon ’ne Menge Wert“, lautet das Urteil von Mitarbeiter Ali Traut (55) über einen gewissen Ricco Meißner (45). Dass es sich bei seiner Beurteilung über den angeblich Arbeitssuchenden Ricco in Wirklichkeit um den Chef der Firma handelte, konnte Ali Traut nicht wissen. Denn Mika Ramm, seit sechs Jahren Geschäftsführer bei Eismann, hatte sich fürs Fernsehen als „Undercover Boss“ gut getarnt in die Abteilungen des eigenen Konzerns eingeschleust.

RTL startet seine neue Sendung mit der Folge über die Firma Eismann

Am Montagabend war das Ergebnis auf RTL zu sehen – und „wir haben uns überlegt: wir machen ein Fest daraus!“, erklärte der Undercover-Agent. Folgerichtig wurde zum großen Puschenkino-Abend für alle Firmenmitarbeiter bei Fingerfood und Wein in Jörg Heynkes VillaMedia in Wuppertal eingeladen. „Es ist komisch, sich selbst zu sehen“, urteilte Mika Ramm über seinen Auftritt.

Zur Tarnung hatte er sich für die Sendung einen dichten Bart wachsen lassen, war in ein altes Snoopy-Shirt und ausgeleierte Jeans geschlüpft. „Du siehst aus wie ein ewiger Student“, sagte Ehefrau Sandra (40). Der Vorstand war in die verdeckten Dreharbeiten eingeweiht. Die Belegschaft erkannte den Chef nicht.

Der rackerte sich in den einzelnen Abteilungen ab. In der achtstündigen Schicht bei minus 28 Grad lernte er den Wert einer wärmenden Mütze zu schätzen. „Das war ein Erlebnis. Am Ende konnte ich nicht mal mehr sprechen.“ Eine Erfahrung, die er aus seinem jetzigen Job im bequemen Bürostuhl nicht kennt.

„Ich würde den Undercover-Job immer wieder machen.“

Mika Ramm, über den Fernsehdreh

Mika Ramm hatte vor 19 Jahren als Akquisiteur im Betrieb begonnen, „damals studierte ich noch Sicherheitstechnik in Wuppertal. In dem Nebenjob lernte von A bis Z, deshalb war das jetzt teilweise ein Déjà-vu-Erlebnis.“ „Starker Spruch!“, „guck mal!“ und „boah nein, das bin ja ich!“, kommentierten die Mitarbeiter sichtlich begeistert die einzelnen Szenen. Und staunten über die privaten Einblicke, die das Format ins Familienleben mit Gattin Sandra und Tochter Victoria, genannt „Vicky“ offenbarte.

„Komischerweise gab es gar keine Lästereien“, wunderte sich der Chef über die Mitarbeiter. Aber die Kommunikation zwischen den einzelnen Abteilungen ist „verbesserungswürdig. Nach dem Prinzip ‚Stille Post’ kommen die Ideen, die wir im Vorstand entwickeln, verändert bei den Mitarbeitern an“. In die Gegenrichtung funktioniert das Prinzip ähnlich – „durchaus berechtigte Kritik“, wie der Geschäftsführer urteilt, „klingt an der Basis anders, als sie uns in den Sitzungen zugetragen wird.“ Ramms Fazit: „Ich würde den Undercover-Job immer wieder machen.“ Ramm zieht auch eine Lehre aus dem Einsatz: Alle zwei Monate findet nun eine Supervision statt.

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