Strom/Gas: Der Vertrag mit RWE und Rhenag läuft aus. Bis Ende September können sich Energieversorger im Rathaus melden, um sich als Teilhaber der neuen Stadtwerke zu bewerben.

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Ein paar Millionen Euro müsste die Stadt locker machen, wenn sie das Stromnetz übernehmen möchte. Die Leitungen verlaufen von Obschwarzbach in Richtung Mettmann (im Hintergrund).

Ein paar Millionen Euro müsste die Stadt locker machen, wenn sie das Stromnetz übernehmen möchte. Die Leitungen verlaufen von Obschwarzbach in Richtung Mettmann (im Hintergrund).

Stefan Fries

Ein paar Millionen Euro müsste die Stadt locker machen, wenn sie das Stromnetz übernehmen möchte. Die Leitungen verlaufen von Obschwarzbach in Richtung Mettmann (im Hintergrund).

Mettmann. Die Stadt soll wieder eigene Stadtwerke bekommen. Dafür sucht Mettmann einen strategischen Partner. Nach 20 Jahren laufen die Konzessionsverträge mit dem Energieversorger RWE (Strom) und der Rhenag (Gas) zum 30.Juni 2011 aus. Bis zum Ende September können sich Energieversorgungsunternehmen noch im Rathaus melden und sich um eine Partnerschaft mit Mettmann bewerben.

 

"Die Übernahme des Gas- und Stromnetzes wird teuer."

Reinhold Salewski, Stadtkämmerer

Im EU-Amtsblatts sucht die Stadt Mettmann einen Partner, "der sich in einem Umfang von bis zu 74,9Prozent an den künftigen Stadtwerken beteiligt". Kämmerer Reinhold Salewski geht davon aus, dass viele Bewerbungen eingehen werden.

Der strategische Partner soll der Stadt beim Aufbau und Betrieb der Stadtwerke sowie bei den Verhandlungen zur Übernahme des Strom- und Gasnetzes von RWE und Rhenag unterstützen.

"Das werden harte Verhandlungen", befürchtet Salewski. Er rechnet mit einem Betrag im zweistelligen Millionenbereich, den die Stadt für das Strom- und Gasnetz zahlen muss. Ein unabhängiges Unternehmen unterstützt die Stadt bei den anstehenden Verhandlungen mit den Energieversorgern und berät die Stadt in allen wirtschaftlichen und juristischen Fragen.

Bis 1977 hatte Mettmann eigene Stadtwerke. Sie wurden damals an die Stadtwerke Düsseldorf verkauft. Allerdings waren die Mettmanner Stadtwerke nur für die Trinkwasserversorgung und den Bäderbetrieb zuständig. Kämmerer Reinhold Salewski: "Konzessionverträge mit dem RWE und der Rhenag gibt es schon seit vielen vielen Jahrzehnten."

Die Wortmarke "Stadtwerke Mettmann" hat sich die Stadt im Mai dieses Jahres beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen lassen.

Die Stadtwerke sollen das Strom- und Gasnetz übernehmen und die Geschäftsfelder Strom und Gasvertrieben übernehmen. Zusätzliche Aufgaben wie Stadtentwässerung.

Die Verwaltung geht davon aus, dass vor allem Stadtwerke aus den Nachbarstädten und der Region um die Gunst Mettmanns buhlen werden. Sollte die Stadt keinen geeigneten Partner finden, könnte sie mit den bestehenden oder mit neuen Energieversorgern Konzessionsverträge abschließen.

Es haben sich schon einige Energieversorger gemeldet

Doch davon geht Kämmerer Salewski nicht aus: "Seitdem bekannt ist, dass die Konzessionsverträge mit dem RWE und der Rhenag auslaufen, haben sich schon Energieversorger bei uns gemeldet."

Die Stadt erhofft sich einen großen Gewinn, wenn sie Strom und Gas künftig ihren Bürgern selbst verkaufen kann. Experten haben der Stadt große wirtschaftliche Vorteile mit eigenen Stadtwerken vorhergesagt.

"Die Übernahme des Strom- und Gasnetzes wird teuer", so Salewski, "aber wir sehen die Chance, dass wir mit den eigenen Stadtwerken hohe Gewinne für die Stadt erwirtschaften können. So wie in Ratingen oder Erkrath."

Die Preisgestaltung beim Strom und beim Gas hätte die Stadt selbst in der Hand. "Die Nutznießer wären die Bürger, die mit günstigen Preisen selbst sparen und dabei auch noch etwas für ihre Stadt leisten könnten", so Salewski.

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