Pfarrer Bertold Stark feiert Heiligabend erst mit der Gemeinde, dann mit seiner Familie.

weihnachtsfest
Pfarrer Bertold Stark mit Frau Barbara, den Kindern Tabea und Raphael sowie Hündin Bonny.

Pfarrer Bertold Stark mit Frau Barbara, den Kindern Tabea und Raphael sowie Hündin Bonny.

Stefan Fries

Pfarrer Bertold Stark mit Frau Barbara, den Kindern Tabea und Raphael sowie Hündin Bonny.

Mettmann. Für Tabea (14) und Raphael (11) ist das Wohnzimmer am Freitag vorerst tabu. Die Kinder von Pastor Bertold Stark und seiner Frau Barbara werden erst zur Bescherung den geschmückten Tannenbaum sehen – und die Geschenke, die schön eingepackt darunter liegen. So wie jedes Jahr. Auf Traditionen zum Fest legen die Starks großen Wert – auch die Kinder. Die WZ sprach mit Mettmanns dienstältestem Pfarrer über Weihnachten in der Familie und in der Kirche.

„Die Kinder ziehen sich am Vorabend des Heiligen Abends auf ihre Zimmer zurück. Das Wohnzimmer wird zum geschlossenen Bereich“, sagt Pfarrer Stark. Er und seine Frau schmücken den Baum, der immer am selben Platz stehen muss. „Für die Kinder muss alles genau so sein, wie sie es von kleinauf kennen.“ Bevor die Geschenke ausgepackt werden, spielt Tabea Weihnachtslieder auf der Querflöte, der Rest der Familie singt dazu.

Nach dem Gottesdienst gibt es griechische Vorspeisen

Doch bis es so weit ist, müssen sich die Kinder gedulden. Denn am Freitag hat ihr Vater Dienst. Am frühen Nachmittag fährt die Familie nach Obschwarzbach, wo Pfarrer Stark den Gottesdienst hält. „Danach fahren meine Frau und die Kinder wieder nach Hause.“ Er bleibt, denn um 16.30 Uhr muss Pfarrer Stark noch einmal predigen.

Bis er dann gegen 18.30 Uhr wieder zu Hause ist, hat seine Frau eine Platte mit griechischen Vorspeisen vorbereitet. Am Esstisch geht es zum Fest weniger puristisch zu. „Wir haben kein traditionelles Gericht“, sagt Stark, „meine Frau fragt uns, worauf wir Hunger haben.“

Bertold Stark würde sich über einen Akkuschrauber freuen

Nach dem Abendessen hat das Warten für die Kinder ein Ende, „dann holen wir sie ins Weihnachtszimmer“. Ob sich Tabeas und Raphaels Wünsche erfüllen werden, verrät ihr Vater nicht. Pfarrer Stark würde sich über einen Akkuschrauber freuen: „Meiner hat den Geist aufgegeben.“ Beim Kauf der Geschenke achten Pfarrer Stark und seine Frau aufs Geld. „Es muss alles geerdet bleiben“, sagt er.

Nach der Bescherung sitzt die Familie gemütlich zusammen. „Wir unterhalten uns, hören ein bisschen Musik. Früher habe ich mit meinem Sohn stundenlang Baukräne zusammengebaut.“ Später am Abend treffen sich Stark und seine Frau noch mit einigen Nachbarn auf ein Glas Sekt. An den Weihnachtsfeiertagen werden normalerweise Onkel und Tanten am Niederrhein und in der Nähe von Koblenz besucht. Doch diesmal fahren Vater und Sohn am zweiten Weihnachtstag nach Graubünden in der Schweiz. Stark: „Ich bringe Raphael zu seinem Patenonkel.“

Dass der Familienvater Heiligabend und an den Feiertagen arbeiten muss, stört ihn nicht – und die Familie habe sich daran gewöhnt. Die Fröhlichkeit und Unbefangenheit der Kinder in den Nachmittagsgottesdiensten, die feierliche und festliche Atmosphäre in den späteren Gottesdiensten genießt der Pfarrer. „Das ist immer wieder etwas ganz Besonderes.“

Und es freut ihn, dass die Kirchen an Heiligabend immer gut besucht sind, „weil das zeigt, dass die Menschen sich vielleicht von der Weihnachtsbotschaft anrühren lassen.“ Für sie, die nur Heiligabend in die Kirche kommen, versucht Pfarrer Stark deshalb den Gottesdienst „so werbend und einladend zu gestalten, dass sie wieder kommen“.

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