Das Demenznetz Mettmann/Wülfrath vermittelt Betroffenen wichtige Ansprechpartner. Die Zahl der Angebote steigt.

Bei mehreren hundert Menschen ist in den vergangenen zwei Jahren in Mettmann und Wülfrath Demenz diagnostiziert worden.
Bei mehreren hundert Menschen ist in den vergangenen zwei Jahren in Mettmann und Wülfrath Demenz diagnostiziert worden.

Bei mehreren hundert Menschen ist in den vergangenen zwei Jahren in Mettmann und Wülfrath Demenz diagnostiziert worden.

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Bei mehreren hundert Menschen ist in den vergangenen zwei Jahren in Mettmann und Wülfrath Demenz diagnostiziert worden.

Mettmann/Wülfrath. Sie sind Lotsen und Vermittler – die Akteure im Arbeitkreis Demenznetz Mettmann/Wülfrath. Jetzt haben sie ein neues Faltblatt veröffentlicht, das alle wichtigen Ansprechpartner rund um das Thema Demenz in beiden Städten auflistet. Service pur.

„Es sind die Angehörigen, die das Leben dann organisieren müssen.“

Brigitte Palm, Leiterin des Seniorentreffs „jute Stuw“

Schon vor zwei Jahren hatte der 2010 gegründete Arbeitskreis einen Flyer herausgebracht. „Der ist aber längst überholt“, sagt Susann Seidel, die Leiterin der Gruppe. Die Zahl der Angebote für Menschen mit Demenz und insbesondere für deren Angehörige ist gestiegen. Für die Zahl der Betroffenen dürfte das auch gelten. „Zahlen können wir für beide Städte aber nicht nennen. Das wird nicht erfasst“, sagt Volker Paikert, der den Senioren-Park „carpe diem“ leitet. Bei mehreren hundert Menschen sei in Mettmann und Wülfrath Demenz diagnostiziert worden. „Dazu kommen die Angehörigen.“

Insgesamt sei die Dunkelziffer sehr hoch, sagt Petra Brinkmann-Schepke von der Wohn- und Pflegeberatung der Stadt Mettmann.

Information tut Not, weiß Brigitte Palm, die den Seniorentreff „jute Stuw“ leitet. Rund 40 Familien betreut sie dort. Viele wüssten nicht damit umzugehen, „wenn einer ihrer Lieben die Diagnose Demenz erhält“. Die Angehörigen seien dabei genauso betroffen wie der Patient selbst. „Es sind die Angehörigen, die das Leben dann organisieren müssen“, sagt sie.

Ziel müsse es sein, demente Menschen so lange wie möglich in ihrer bekannten Umgebung leben zu lassen. „Dafür gibt es heute eine Vielzahl an häuslichen Hilfen,“ sagt Seidel von der Pflege- und Wohnberatung der Stadt Wülfrath. 100 bis 200 Euro monatlich könnten dafür von der Pflegekasse erstattet werden, sofern eine offizielle Diagnose vorliegt. Der Flyer des Netzwerks listet die Dienste auf, die vom Land nach dem Pflegeversicherungsgesetz anerkannt sind. Denn nur dann gibt es Geld von der Pflegekasse.

Im Demenznetz Mettmann/Wülfrath sind neben der Stadt unter anderem Vertreter der Pflegedienste, der Kirchengemeinden, des Seniorenrates, des Freiwilligen Forums Wülfrath, Ärzte, Altenhilfeeinrichtungen und der Krankenkassen aktiv.

Ansprechpartner in Mettmann ist Petra Brinkmann-Schepke (Telefon 02104/980466), in Wülfrath Susann Seidel (Telefon 02058/18378).

Haushaltsnahe Dienstleistungen sollen nicht nur den Angehörigen entlasten, sondern „die Kranken auch aktiv am Alltag beteiligen“, betont Brinkmann-Schepke. Betreuer kochen mit den Betroffenen, putzen, gehen gemeinsam einkaufen.

Eine Nachtpflege gibt es noch nicht

Paikert vom Senioren-Park „carpe diem“ hält Mettmann und Wülfrath für gut aufgestellt. Dennoch gibt es Defizite, wie Demenznetz-Leiterin Seidel anmerkt. „Für die wenigen Demenz-Wohngemeinschaften, die es gibt, existieren lange Wartelisten. Und eine Nachtpflege gibt es gar nicht.“ Gerade die sei für Angehörige wichtig. „Auch sie müssen sich mal erholen. Vor allen Dingen dann, wenn die Demenzkranken die Nacht zum Tag machen.“

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