Das Mettmanner Bürgerforum wirft dem Land vor, sich nicht ausreichend um das Denkmal zu kümmern.

Bau
Das denkmalgeschützte Gebäude ist heruntergekommen, das Dach undicht, der Keller feucht.

Das denkmalgeschützte Gebäude ist heruntergekommen, das Dach undicht, der Keller feucht.

Stefan Fries

Das denkmalgeschützte Gebäude ist heruntergekommen, das Dach undicht, der Keller feucht.

Mettmann. Seit 2007 gammelt das denkmalgeschützte Gebäude des alten Amtsgerichts an der Gartenstraße vor sich hin, nachdem dort die Lichter ausgingen. Durchs Dach tropft es, die Kellerräume sind feucht, und auch die Inneneinrichtung ist alles andere als einladend – schon Jahre vor der Schließung hatte das Land, dem das Gebäude gehört, nicht mehr in das Amtsgericht investiert (die WZ berichtete).

Stattdessen entstand unmittelbar daneben ein Neubau, in dem jetzt das Gericht beheimatet ist. Das Bürgerforum Mettmann übt schon lange Kritik daran, dass das Land sich nicht mehr um das Gebäude kümmert.

Jetzt sind sie wieder aktiv geworden: Thomas Dinkelmann, Sprecher des Arbeitskreises für Stadtbildpflege und Denkmalschutz des Mettmanner Bürgerforums, hat sich jetzt mit einem Schreiben an die Bezirksregierung als Obere Denkmalbehörde gewendet.

Laut Bürgerverein steht das Gebäude im Internet nicht zum Verkauf

Darin findet er deutliche Worte: „Es verstärkt sich zunehmend der Eindruck, dass ein bedeutendes Denkmal bewusst durch Untätigkeit dem Verfall preisgegeben wird und der Denkmalschutz ausgehebelt werden soll. Am Ende verliert Mettmann wieder ein Stück steinerne Stadtgeschichte“, heißt es.

Dinkelmann sieht auch keine Bemühungen seitens des Landes, das Gebäude zum Verkauf anzubieten. „Das hat der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB), der dafür zuständig ist, zwar vor. Aber weder auf deren Internetseite noch auf anderen Portalen wird das Gebäude zum Verkauf angeboten“, sagt er.

Mit dem Schreiben an die Bezirksregierung erhofft er sich, dass Bewegung in die Sache kommt. „Als Obere Denkmalbehörde hat die Bezirksregierung doch Einflussmöglichkeiten, Druck auf das Land und damit auch auf den BLB zu nehmen.“

„Wir haben einen Interessenten, mit dem konkreter über den Verkauf gesprochen wird.“

Jörg Munsch, stellvertretender Niederlassungsleiter beim BLB

Im Zuge des Verkaufs wurde seitens des BLB zunächst ein Wertgutachten erstellt. Verhandlungen mit mehreren Interessenten soll es im Herbst 2010 gegeben haben. Das sagte damals Jörg Munsch, stellvertretender Niederlassungsleiter beim BLB, der jetzt auf Anfrage der WZ mitteilt, dass die Verhandlungen weitestgehend abgeschlossen seien.

„Wir haben einen Interessenten, mit dem jetzt konkreter über den Verkauf gesprochen wird.“ Um wen es sich dabei handelt, will Munsch nicht sagen. „Dafür ist es noch viel zu früh. Es muss erst alles geklärt sein.“

Bis Ende des Jahres hoffen die Verantwortlichen auf eine Lösung

Dann könne man darüber vielleicht sprechen. Ein Termin, wann die Gespräche beendet sein werden und das Amtgericht dem neuen Besitzer gehört, will Munsch nicht nennen. „Aber ich bin optimistisch, dass das noch in diesem Jahr der Fall ist.“

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