Das Mettmanner Rechts soll an geltende Vorschriften angepasst werden.

2012 wurde der alte „Dorfkrug“ in Metzkausen abgerissen, weil er nicht mehr zu retten gewesen sein soll.  Archiv
2012 wurde der alte „Dorfkrug“ in Metzkausen abgerissen, weil er nicht mehr zu retten gewesen sein soll. Archiv

2012 wurde der alte „Dorfkrug“ in Metzkausen abgerissen, weil er nicht mehr zu retten gewesen sein soll. Archiv

Stefan Fries

2012 wurde der alte „Dorfkrug“ in Metzkausen abgerissen, weil er nicht mehr zu retten gewesen sein soll. Archiv

Mettmann. Das Mettmanner Bürgerforum will sich dafür einsetzen, dass alte Gebäude nicht mehr so schnell wie in jüngster Vergangenheit abgerissen werden, wenn sie nicht unter Denkmalschutz stehen. Zudem fordert das Bürgerforum die Stadt auf, mehr als bisher darauf zu achten, dass Neubauten besser ins Stadtbild eingefügt werden.

„Stetig verliert unsere Stadt geschichtlich und architektonisch wertvolle Gebäude.“

Thomas Dinkelmann, Vorsitzender

des Mettmanner Bürgerforums

 

Deshalb müssten die Satzungen für den Denkmalbereich Stadtkern Mettmann, die Satzung zum Schutz der Eigenart des Orts- und Straßenbildes und zum Erhalt bestimmter baulicher Anlagen sowie die Gestaltungssatzung konsequenter angewendet und falls notwendig dem aktuellem Baurecht angepasst werden. Das fordert das Bürgerforum in einem Bürgerantrag an den Rat.

Unter den Eindrücken einer verheerenden Abrisswut der 1960er- bis 1970er-Jahre habe der Rat mit der Denkmalbereichssatzung, der Erhaltungs- und Gestaltungssatzung damals ein umfangreiches Ortsrecht geschaffen.

Weitere Verluste stadtbildprägender Bausubstanz soll verhindert werden

Ziel dieser Satzungen sei es, weitere Verluste stadtbildprägender Bausubstanz zu verhindern und die Gestaltung von Neubauten in Einklang mit der Altbebauung zu bringen, schreibt Forums-Vorsitzender Thomas Dinkelmann.

Eine besondere Wirkung habe dieses Ortsrecht bis heute nicht entfaltet. Dinkelmann: „Stetig verliert unsere Stadt geschichtlich und architektonisch wertvolle Gebäude.“ Jüngste Beispiele sind der Dorfkrug in Metzkausen und das Weiße Haus an der Düsseldorfer Straße. Durch den Verlust historischer Gebäude verliere die Stadt an Identität und Attraktivität, sagt das Forum.

Für das ehemalige Vereinshaus der Gesellschaft Verein zu Mettmann gibt es einen Abrissantrag. Doch dafür hat die Stadt keine Genehmigung erteilt, weil auf Anordnung des Amtes für Denkmalpflege im Rheinland das Haus unter vorläufigen Schutz gestellt wurde. Solange bis eine Expertenkommission eine endgültige Entscheidung trifft.

Nach Auffassung der Verwaltung entsprechen wesentliche Regelungen der Satzungen nicht mehr übergeordneten baurechtlichen Bestimmungen, so dass zum Beispiel Denkmalbereichs- und Erhaltungssatzung bei Abrissvorhaben keine Anwendung finden können. „Deshalb wird jedem Abrissantrag für historische Gebäude stattgegeben, wenn es nicht in der Denkmalliste verzeichnet ist“, sagt Dinkelmann.

Stadt hat jetzt Kapazitäten, das Ortsrecht zu überarbeiten

„Es ist angebracht, das in die Jahre gekommene Vorschriftenwerk zu überarbeiten und an die geltenden Regelungen anzupassen“, sagt Kurt Werner Geschorec, Chef der Mettmanner Bauverwaltung. Die Verwaltung habe das Thema vor längerer Zeit aufgegriffen, aber aufgrund der personellen Situation und anderer Aufgabenvorgaben die Bearbeitung zurückstellen müssen.

Geschorec: „Zwischenzeitlich sind Änderungen eingetreten, die es ermöglichen sollten, das fachspezifische Ortsrecht zu überarbeiten und dem zuständigen Ausschuss zur Beratung vorzulegen.“

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