Auch in Mettmann haben einige Bookcrosser mehrere Stationen mit Literatur bestückt.

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Die Bookcrosserin „Zhenny“ (sie wollte nur ihren Web-Nutzernamen nennen) und Gabriele Treckmann (r). trafen sich gestern im Kaufhaus der Mettmanner, um neue Bücher zu registrieren.

Die Bookcrosserin „Zhenny“ (sie wollte nur ihren Web-Nutzernamen nennen) und Gabriele Treckmann (r). trafen sich gestern im Kaufhaus der Mettmanner, um neue Bücher zu registrieren.

Stefan Fries

Die Bookcrosserin „Zhenny“ (sie wollte nur ihren Web-Nutzernamen nennen) und Gabriele Treckmann (r). trafen sich gestern im Kaufhaus der Mettmanner, um neue Bücher zu registrieren.

Mettmann. Auf einer Zugreise entdeckte Gabriele Treckmann einen besonderen Mitreisenden. „Erst dachte ich, jemand habe das Buch vergessen“, erinnert sie sich. Was zunächst wie ein Zufall wirkte, entpuppte sich als pure Absicht.

Der Roman sollte sie als neue Leserin finden. Denn dieses „Freilassen von Büchern“ ist das Grundprinzip von Bookcrossing. „Ich war sofort Feuer und Flamme und bin seitdem mit voller Leidenschaft dabei.“

„Bookcrossing soll die Menschen nicht nur zum Lesen bringen, die Bücher sollen sie miteinander verbinden.“

Gabriele Treckmann

Seit März 2010 gibt es diesen Büchertausch, dessen Grundidee aus Amerika stammt und eine besondere Art Netzwerk knüpft auch in Mettmann. Gabriele Treckmann und fünf weitere Frauen gründeten so etwas wie eine lokale Bookcrossing-Station.

Die befindet sich in der oberen Etage des Kaufhauses der Mettmanner (KaDeMe) an der Bahnstraße. „700 bis 800 Bücher sind von hier aus schon auf die Reise gegangen“, vermutet „Tante Ju“ – Bookcrosser tragen typische Nutzernamen.

Ein Duzend offizieller Stationen wie in der Cafeteria des VHS-Hauses an der Schwarzbachstraße oder in verschiedenen Kindertagesstätten und neuerdings im Haus der Gesellschaft Verein zu Mettmann an der Beckershoffstraße sind weitere fixe „Bücherpunkte“.

Zurzeit gibt es weltweit rund 930 000 Bookcrosser und acht Millionen Bücher, die durch 132 Länder reisen, heißt es auf der Internetseite www.bookcrossing.com. In Deutschland machen rund 50 000 Nutzer beim Büchertausch mit. Bücher werden erst registriert und mit einer Nummer (BCID) gekennzeichnet. Finder lesen das gekennzeichnete Buch, schreiben einen Eintrag im Web-Forum und lassen es dann wieder frei.


Internet: www.bookcrossers.de

Wer noch mehr über das Bookcrossing erfahren möchte, sollte sich den 19. März rot im Kalender notieren. Die VHS bietet an diesem Tag von 18.30 bis 19.30 Uhr im VHS-Haus, Schwarzbachstraße 28, eine kostenfreie Info-Veranstaltung an, in der aufgezeigt wird, wie das mit dem Bookcrossing geht. Und wer gleich ein Buch in die „Freiheit entlassen“ möchte, kann es zur Veranstaltung mitbringen.


Internet: www.vhs-mettmann.de

Vor allem aber sind es die „in die Wildnis entlassenen Bücher“, wie Bookcrosserin „Zhenny“ (ihren bürgrlichen Namen wollte sie nicht verraten) das Prinzip „Flaschenpost“ beschreibt, das dann auch für spannende Einträge im Web-Forum sorgt. „Der Austausch im Web ist unterschiedlich“, sagt „Tante Ju“.

„Oft geht es um den Inhalt. Manchmal sind es kleine Geschichten wie ‚als ich mit dem Hund spazieren ging, fand ich auf einer Parkbank das Buch’.“ Durch diese Einträge erhält der Bookcrosser nicht nur Informationen jenseits eines Buchklappentextes. „Man kommt richtig miteinander in Kontakt“, weiß „Zillion“, die ebenfalls nur mit ihrem Nutznamen zitiert werden wollte.

Zum Treffen der Bookcrosser geht es demnächst sogar nach Dublin

Wir besuchen uns gegenseitig“, da gehen die Fahrten dann nach Moers, aber auch zum großen Treffen im Mai nach Berlin. „Und ein Treffen in Dublin steht auch an. Da weiß ich aber noch nicht, ob ich mitmachen werde“, sagt „Zillion“.

„Natürlich kaufe ich auch Bücher“, erklärt „Tante Ju“. „Wenn sie mir nicht gefallen, weiß ich ja, wohin damit“, sagt sie und lacht. Dem Bookcrossing verdankt sie außer spannender Lektüre auch „tolle Ideen. Manches Buch, dass ich so gelsen habe, habe ich später gekauft und verschenkt.“

Für die Zukunft wünschen sich die Mettmanner Bookcrosserinnen ein noch größeres Verbreitungsgebiet, und vor allem noch viel mehr Teilnehmer. Bislang liegt die Quote bei den Rückmeldungen, also Einträgen im Forum, bei etwa zehn Prozent.

„Es wäre schön, wenn sie höher wäre. Denn Bookcrossing soll die Menschen nicht nur zum Lesen bringen, sondern die Bücher sollen sie auch miteinander verbinden“, sagt Gabriele Treckmann.

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