In der Gaststätte, die Ende des Jahres schließt, verkauft Christa Breuer das Inventar.

Trödelmarkt
Bettina von Erdely (l.) und Sabine Wagner (r.) schauen sich Geschirr an, das Christa Breuer (Mitte) auf Tischen zum Verkauf anbietet.

Bettina von Erdely (l.) und Sabine Wagner (r.) schauen sich Geschirr an, das Christa Breuer (Mitte) auf Tischen zum Verkauf anbietet.

Stefan Fries

Bettina von Erdely (l.) und Sabine Wagner (r.) schauen sich Geschirr an, das Christa Breuer (Mitte) auf Tischen zum Verkauf anbietet.

Metzkausen. „Eine Ära geht zu Ende“ und „Das Dorfkrug-Schnitzel wird mir ganz besonders fehlen“, haben die Besucher anlässlich des Trödelmarktes am Samstagnachmittag gestöhnt. Altersbedingt setzt Christa Breuer (75) nun einen Schlusspunkt unter ihre gastronomische Karriere an der Ratinger Straße. Doch bis dahin wird es für die Wirtin, die die Wirtschaft 1992 von ihrer Mutter übernommen hatte, noch ein langer Weg des Abschieds.

„Ich weiß ganz einfach nicht, ob sie in meine Diele passt.“

Unentschlossen Kundin vor einer Garderobe

Ehe aber am 30. Dezember ihr mit tausendundeiner Geschichte verbundenes Lokal „Dorfkrug“ für immer schließt, gab es für Freunde des Hauses und sonstige Interessierte die Möglichkeit, sich kleine Preziosen und Erinnerungsstücke zu sichern.

„Ganz viele Gäste haben sich beispielsweise Stücke ausgesucht, auf die sie bei ihren Besuchen in der Jugendstilstube geschaut haben“, sagte Bettina, Tochter der Dorfkrug-Chefin. Sie selbst hatte sich die vom Großvater erlegten Gehörne gesichert, „die kommen jetzt nach Düsseldorf ins Arbeitszimmer“.

Porzellanfiguren, bergische Truhen, Bügeleisen und Tischdecken

Andere liebäugelten mit den Einzelteilen der von der Großmutter gesammelten Schnupftabakdosen-Kollektion oder den vielen Bierseidln mit unterschiedlichem Fassungsvermögen von bis zu drei Litern.

Hübscher Nippes wie Porzellanfiguren gingen ebenso zum Liebhaberpreis weg wie vom Dachboden geschaffte bergische Truhen, ursprünglich mit Kohle zu beheizenden Bügeleisen oder Tischdecken. Und bei manchen Dingen, wie einer Garderobe, musste noch mal überlegt werden. „Ich weiß ganz einfach nicht, ob sie in meine Diele passt“, entschuldigte eine Interessentin ihre Unentschlossenheit.

Bereits vor einigen Monaten hatte die 75-jährige sich entschieden, den Dorfkrug und das Grundstück an André Clasen zu verkaufen. Zunächst geht der Dorfkrug-Betrieb nun regulär bis Ende Dezember weiter. Für Sonntag, 29. Januar, ist dann ein ultimativer Trödelmarkt geplant, bei dem neben dem dekorativen Krimskrams ebenso das Mobilar, Hotelporzellan und Möbel verkauft werden sollen. „Von 11 bis 16 Uhr gibt es dann einen Sonderverkauf“, sagt Christa Breuer. Und wer dann die Maße seines Flures kennt, kann auch Prachtstücke wie die schöne Garderobe mit nach Hause nehmen.

In die Traditionsgaststätte kommen zwei Wohnungen

Der neue Eigentümer des Dorfkrugs wird in dem alten Gebäude zwei Wohnungen einrichten. Der Anbau wird abgerissen – auf dem hinteren Teil des Grundstückes wird Clasen außerdem noch zwei Einfamilienhäuser bauen. Im März/April soll mit den ersten Sanierungsarbeiten im Dorfkrug begonnen werden.

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