Zur Ausstellung in der Stadtbibliothek gehören deshalb auch eine Filmvorführung und die Möglichkeit, sich in Büchern und Broschüren zu informieren.

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Alexander Klopfer, Josef Schleicher, Jakob Fischer und Marita Dubke (v.l.) verfolgen die Wanderung der Russlanddeutschen auf der Karte.

Alexander Klopfer, Josef Schleicher, Jakob Fischer und Marita Dubke (v.l.) verfolgen die Wanderung der Russlanddeutschen auf der Karte.

Stefan Fries

Alexander Klopfer, Josef Schleicher, Jakob Fischer und Marita Dubke (v.l.) verfolgen die Wanderung der Russlanddeutschen auf der Karte.

Mettmann. Es waren keine Abenteurer, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ihre Heimat verließen, sondern fleißige Bauern und Handwerker. Landmangel, Steuerlasten aber auch religiöse Verfolgung zwangen sie zu einem schicksalsschweren Schritt: Sie folgten den großzügigen Angeboten zur Ansiedlung in den unbekannten Weiten des russischen Zarenreiches.

Damals begann die Geschichte der Russlanddeutschen, die derzeit in einer Wanderausstellung in der Stadtbibliothek gezeigt wird.

Ausstellung soll Vorurteile aus dem Weg schaffen und aufklären

"Ein Volk auf dem Weg" - so lautet der Titel der Präsentation, die vor allem eines im Sinn hat: Aufklärung über die Geschichte der Russlanddeutschen, die meist im Dunkeln bleibt, wenn es um weit verbreitete Vorurteile der Deutschen gegenüber den Rückkehrern geht.

"Es gibt leider immer noch Vorurteile gegenüber unserem Volk", sagt Alexander Klöpfer. Der Vorsitzende der Mettmanner Ortgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland lebt seit 15 Jahren in Deutschland. Er hatte kaum Probleme, in der neuen Heimat wieder Wurzeln zu schlagen. Als Verwaltungsfachmann hat er schnell beruflich Fuß gefasst, sein Sohn studiert Physik.

"In Russland haben wir von Deutschland geträumt, aber die Realität ist anders", sagt er, ohne zu verschweigen, dass es Schwierigkeiten bei der Integration gibt. "Vor allem Jugendliche haben die Vorstellung, dass hier in Deutschland alles geregelt ist. Vielen fehlt dann das Selbstvertrauen, und um sich gegen Angriffe zu schützen, werden sie aggressiv".

Es genüge nicht, die Blätter anzuschauen. "Man muss an die Wurzeln gehen", sagt er und glaubt, dass es hilft, den Russlanddeutschen wirklich zuzuhören, wenn sie ihre Geschichte erzählen.

Zur Ausstellung gehören deshalb auch eine Filmvorführung und die Möglichkeit, sich in Büchern und Broschüren zu informieren.

Für Gruppen und Schulklassen werden Führungen angeboten. Anmeldung unter 0711/166 590 oder fischer.russlanddeutsche@t-online.de

 

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