Straßenverkehr: An der Nordstraße soll die Geschwindigkeitsbegrenzung wieder eingeführt werden, so eine Bürgeranregung.

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Im vergangenen Jahr galt probeweise Tempo 30 an der Nordstraße. Die Begrenzung wurde im Juni 2009 wieder aufgehoben. (Archiv

Im vergangenen Jahr galt probeweise Tempo 30 an der Nordstraße. Die Begrenzung wurde im Juni 2009 wieder aufgehoben. (Archiv

Simone Bahrmann

Im vergangenen Jahr galt probeweise Tempo 30 an der Nordstraße. Die Begrenzung wurde im Juni 2009 wieder aufgehoben. (Archiv

Mettmann. "Wir wollen nur ein bisschen mehr Lebensqualität", sagt Simone Boeken. Sie wohnt mit ihrer Familie an der Nordstraße und hat die Nase von der Raserei vor ihrer Haustür gestrichen voll. Mit Monika van der Knaap, die ein paar Häuser weiter an der Nordstraße wohnt, fordert sie in einer Bürgeranregung, dass die Stadt wieder Tempo 30 auf der Straße einführt und sie für Schwerlastverkehr und Gefahrentransporte gesperrt wird.

"Hier fliegen die Außenspiegel der Autos in einer Tour."

Simone Boeken, Anwohnerin

"Auf der Straße kracht es doch an jedem Tag, hier fliegen die Außenspiegel der Autos in einer Tour", sagt Simone Boeken. Vor kurzem ist ein Rheinbahnbus in Boekens Auto gefahren, das am Straßenrand parkte. "Wenn ein Nachbar das nicht gesehen hätte, hätten wir für den Schaden selbst aufkommen müssen. Der Busfahrer hatte den Unfall gar nicht bemerkt." Vor drei Jahren wurde Boekens Sohn Dominik angefahren, als er die Nordstraße überqueren wollte.

Die Nordstraße wird als Rennstrecke genutzt, so Simone Boeken

"Als hier versuchsweise Tempo 30 eingeführt wurde, ging es uns allen besser. Es war wesentlich ruhiger als jetzt. Zwar sind nicht alle Autofahrer 30 gefahren, aber immerhin 50", sagt Simone Boeken. In den Abendstunden, werde die Nordstraße regelrecht als Rennstrecke genutzt. "Dann hören wir schon in Höhe der Einmündung Borner Weg, wie die Autofahrer runterschalten, um noch mal ordentlich Gas geben zu können." Und wenn schwere Lastwagen die Nordstraße rauf- oder runterrollen, tanzen nicht nur bei Boekens die Tassen im Schrank. Laut Bürgern kommt es fast täglich zu gefährlichen Situationen

Ein Tempolimit war im vergangenen Jahr versuchsweise eingeführt worden, nachdem sich viele Anwohner über die Verkehrsbelastungen beschwert hatten. CDU und FDP hatten den Versuch nach rund drei Monaten im Planungsausschuss für beendet erklärt - gegen die Stimmen von SPD, Grünen und UBWG. Die Nordstraße sei keine Gefahrenstraße, argumentierte die bürgerliche Ratsmehrheit.

Dabei hatten viele Anwohner der Nordstraße vor mehr als einem Jahr bei einer Ortsbesichtigung der CDU erklärt, dass es auf der Straße fast täglich zu gefährlichen Situationen und Unfällen komme. Allein schon wegen der vielen Schulkinder, die auf /der Nordstraße unterwegs seien, müsste dort Tempo 30 als Dauerregelung eingeführt werden, hatte damals eine Mutter von drei Kindern gefordert. Während für viele Anwohner Tempo 30 auf der Nordstraße ein Segen war, bombardierten Autofahrer die Stadtverwaltung mit Beschwerden und forderten Tempo 50 zurück.

Eine Beschränkung der Nordstraße für den Schwerlastverkehr, wie von den Bürgern angeregt, ist nach Auskunft der Stadtverwaltung nicht möglich, da es für diese Straße keine alternativen Routen gebe. Allerdings werde die Straße nicht von überörtlichen Lastwagen genutzt. Der Abschnitt der Nordstraße zwischen Schwarzbach- und Berliner Straße ist für Gefahrguttransporte gesperrt.

Eine in der Bürgeranregung geforderte Verkehrszählung könnte die Stadt aus dem laufenden Etat finanzieren, ebenso Tempo-30-Schilder , sagt Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec.

In der Ratssitzung am 14. Dezember, die um 16 Uhr im Rathaus beginnt, wird die Anregung der Anwohner behandelt.

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