Landrat Thomas Hendele gab jetzt die Unfallstatistik für das Jahr 2017 im Kreis Mettmann bekannt: Es gab 356 Unfälle mehr als im Vorjahr.

Landrat Thomas Hendele gab jetzt die Unfallstatistik für das Jahr 2017 im Kreis Mettmann bekannt: Es gab 356 Unfälle mehr als im Vorjahr.
Zwei Autofahrerinnen wurden bei einem Unfall am 12. Juli 2017 auf der Meiersberger Straße verletzt.

Zwei Autofahrerinnen wurden bei einem Unfall am 12. Juli 2017 auf der Meiersberger Straße verletzt.

Polizei

Zwei Autofahrerinnen wurden bei einem Unfall am 12. Juli 2017 auf der Meiersberger Straße verletzt.

Kreis Mettmann. Es wird nach wie vor zu schnell, zu risikoreich und unaufmerksam gefahren. Alkohol oder Drogen am Steuer sind an der Tagesordnung. Die Polizei könnte die Verstöße noch mehr ahnden, doch es fehlt Personal, um Autofahrer noch stärker zu kontrollieren, sagte gestern Landrat Thomas Hendele, der die Verkehrsunfallstatistik des Jahres 2017 für den Kreis Mettmann vorstellte.

Zehn Menschen kamen 2017 bei Unfällen im Kreis ums Leben

Im Vergleich zum Jahr 2016 wurden 13 926 Unfälle im Kreis gemeldet; das sind 356 mehr als im Jahr zuvor. „Alle 38 Minuten passiert im Kreis Mettmann ein Verkehrsunfall, alle fünf Stunden wird dabei ein Mensch verletzt“, sagte Erster Polizeihauptkommissar Ralf Schefzig, Leiter der Direktion Verkehr. Besonders tragisch sind die tödlichen Verkehrsunfälle. Zehn Menschen verloren in 2017 auf Straßen im Kreis ihr Leben bei Verkehrsunfällen. In sechs Fällen waren Fußgänger aus der Altersgruppe über 65 Jahre betroffen. Davon waren fünf Menschen 75 Jahre oder älter.

Problematisch ist die gestiegene Zahl der Fahrerfluchten. In 2017 wurden 3529 Fahrerfluchten im Kreis angezeigt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 91 Fälle. „Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt“, sagte Leitender Polizeidirektor Manfred Frorath. Freiheits- oder Geldstrafe und Führerscheinentzug können die Folge sein. Deshalb appelliert die Polizei an die Autofahrer, auch bei Bagatellunfällen stets die Beamten zu verständigen; der berühmte Zettel an der Windschutzscheibe reicht nicht aus. Hinzu kommt, dass die Aufklärungsquote der Polizei bei rund 60 Prozent liegt.

Fahren unter Alkohol oder Drogen hat im Kreis ebenfalls zugenommen. Im Jahr 2017 stand bei 136 Verkehrsunfällen mindestens ein Beteiligter unter dem Einfluss von Alkohol. Damit stieg die Anzahl dieser Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr (115) um 18,26 Prozent an. Bei den Unfällen wurden 21 Personen leicht- und 30 Insassen schwer verletzt. Bei 28 Verkehrsunfällen stand mindestens ein Beteiligter unter dem Einfluss von Drogen.

Die Dunkelziffer der Drogen- und Alkoholfahrer ist groß, so die Polizei. Schwerpunktkontrollen werde es auch in diesem Jahr geben. Fast gleich ist die Zahl der Verkehrsunfälle geblieben, bei denen Kinder oder Jugendliche betroffen waren. Bei den jungen Erwachsenen, die in einen Unfall verwickelt waren, sank die Zahl der Verkehrsunfälle um 9,52 Prozent.

Die Polizei wird auch in diesem Jahr die Motorradfahrer stark kontrollieren. Zwar sank die Zahl der verunglückten Motorradfahrer um 8,7 Prozent auf absolut 114, doch bei Kontrollen wurden 200 Motorradfahrer angehalten, die deutlich zu schnell unterwegs waren. Spitzenreiter war ein Biker, der 114 statt 50 Stundenkilometer gefahren war.

2536 Autofahrer wurden beim Fahren mit dem Handy erwischt

Was der Polizei nach wie Sorge bereitet, sind die Handynutzer am Steuer. „Dieser Blindflug kann fatale Folgen haben, die Aufmerksamkeit sinkt rapide“, so Schefzig. Die Zahlen sind alarmierend: Die Polizei hielt im Kreis 2536 Autofahrer und 298 Radfahrer an, die mit dem Handy während der Fahrt telefonierten. Auch Freisprechanlagen lenken ab, sagte Landrat Thomas Hendele.

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