Am Wochenende wurde die zukünftige Straßentrasse betoniert. Das Verkehrschaos blieb aus.

Mettmann
Mehr als 100 Lkw waren nötig, um den gesamten Beton zur Brücke zu schaffen.

Mehr als 100 Lkw waren nötig, um den gesamten Beton zur Brücke zu schaffen.

Mehr als 100 Lkw waren nötig, um den gesamten Beton zur Brücke zu schaffen.

Dietrich Janicki, Bild 1 von 2

Mehr als 100 Lkw waren nötig, um den gesamten Beton zur Brücke zu schaffen.

Mettmann. Monotones Brummen mit gelegentlichem Klacken bestimmte am Wochenende den Sound an der zukünftigen Seibelspange. Zwei Betonpumpen leisteten ganze Arbeit und leiteten von Freitagnacht bis Samstagnachmittag insgesamt rund 800 Kubikmeter Beton (800 000 Liter) auf die „Drei-Feld-Brücke“, die so genannt wird, weil sie technisch gesehen aus drei Feldern besteht. Jedes davon misst 28 Meter. Dass es bei den Arbeiten zu einer „gewissen Lärmbelästigung“ kam, wie Stephan Kopp erklärte, „ist logisch“. Die sich in der Betonpumpe befindenden Verdichter vibrieren und das ist deutlich hörbar. „Aber das ist jetzt eine einmalige Angelegenheit“, sagte der Abteilungsleiter Bauen der Stadt Mettmann.

Anwohner fanden den Lärm erträglich

Die Anwohner waren per Flyer vorab über die baulichen Wochendaktivitäten informiert worden, die kurz nach Mitternacht begannen. „Irgendwas ist hier ja immer und natürlich sind wir alle froh, wenn das Ding endlich fertig ist“, sagte Nachbar Gerhard Trona. „Wirklich schlimm war es nicht, das war so ein beständiges dumpfes Geräusch.“ Interessiert betrachtete der Rentner die an- und abfahrenden Betonfahrzeuge und deren rotierende blau-weißen Bäuche. Einer nach dem anderen, insgesamt 100 dieser tonnenschweren Lkw rollten an, platzierten sich neben den Betonpumpen und verbrachten so das Material, um das Traggerüst zu bauen. Außer der Bewehrung wurden Spannglieder eingelegt. Alles, damit ab Herbst kommenden Jahres eine schwerelos wirkende Konstruktion befahrbar sein wird.

Nach der kompletten Betonierung wurde der Belag geglättet und abgedeckt. Des Weiteren wurden Ausschalarbeiten und Nachbearbeitungen vorgenommen. „Wir haben sehr gute Bedingungen“, waren Stephan Kopp und 40 Arbeiten zufrieden.

Logistisch ein Riesenprojekt

Der leichte Nieselregen störte nicht, wichtig war die Temperatur. Denn während der Beton aushärtet, benötigt er gewisse Gradzahlen. Und weil alles „frisch in frisch“, also ohne Unterbrechung hintereinander gemacht wurde, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Als „logistischen Riesenaufwand“, beschrieb Kopp die Vorbereitungen für die Betonierung, inklusive einer in Reserve bereitgestellter Ersatzbetonpumpe.

Um diesen Fuhrpark irgendwie zu platzieren, hatte die Rheinbahn ihren Endhaltepunkte am improvisierten Wendehammer fürs Wochenende aufgegeben und verlegt. Entlang des seit Monaten dauernden Provisoriums aus Schildern und minimalistischen Wegen mussten die Linienbusse zusammen mit dem abfließenden Verkehr des Supermarktparkplatzes – Stichwort „Samstagseinkauf“ – sowie besagten Betonfahrzeugen ihren Weg nehmen. Entlang der Ötzbachstraße entstand zeitweise stark zähflüssiger Verkehr, auch auf der Düsseldorfer Straße kam es zu Staus. Eine nervige Angelegenheit für alle Beteiligten. Mitte der Woche werden die Traggerüste abgesenkt. Die Brücke kann sich dann selbst tragen, ist allerdings noch nicht belastbar. Was die Eröffnung der Trasse im Oktober 2015 angeht, ist alles im Lot. „Der Termin ist bislang in keinster Weise gefährdet.“

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