Auf der Infomesse „Help to Help“ stellte sich das Netzwerk für Jugendhilfe vor und suchte erfolgreich ehrenamtliche Begleiter.

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Die Organisatoren Silvia-Karen Böhm und Dirk Wermelskirchen verfolgen gespannt eine Capoeira-Vorführung mit Peter Matyja und Kampfsportlehrer Frank Schmitt (von rechts nach links).

Die Organisatoren Silvia-Karen Böhm und Dirk Wermelskirchen verfolgen gespannt eine Capoeira-Vorführung mit Peter Matyja und Kampfsportlehrer Frank Schmitt (von rechts nach links).

Simone Bahrmann

Die Organisatoren Silvia-Karen Böhm und Dirk Wermelskirchen verfolgen gespannt eine Capoeira-Vorführung mit Peter Matyja und Kampfsportlehrer Frank Schmitt (von rechts nach links).

Mettmann. "Das rechte Bein nach vorne und dann einen Kick nach oben", schreit Frank Schmitt durch die Stadthalle Mettmann und demonstriert sogleich, was er damit meint. Fünf Jugendliche schauen ihm dabei angestrengt zu. Die fünf Heranwachsenden, die von den pädagogischen Erziehungshilfen betreut werden, sollen mithilfe des Kampfsportes lernen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen.

Während sie schwitzen, erzählt Frank Schmitt von seinen Erfahrungen als Kampfsporttrainer. "Hier ist Teamarbeit gefordert. Das finden die am Anfang nicht so toll. Da wird erst mal nur rumgealbert. Am Ende erreichen wir aber unser Ziel. Die Jugendlichen werden selbstsicherer - mit sich und im Leben", sagt Schmitt.

25 Aussteller informierten über ihr Angebot

Dieses Angebot war nur eines von vielen Projekten und Initiativen, die sich am Samstag auf der Informationsmesse "Help to help" vorstellten. Auftritte der Tanzschule Krauss aus Mettmann, der Bauchtanzgruppe der Hauptschule Wülfrath, der Trommelgruppe Hakuna Matata sowie ein Box- und Capoeira-Training (brasilianischer Kampf-Tanz-Sport) zum Mitmachen sorgten für ein buntes Rahmenprogramm.

Der Verein "Neue Wege", zu dem sich die Jugendgerichtshilfen der Städte Mettmann, Wülfrath, Heiligenhaus und Haan 2003 zusammengeschlossen haben, hatte zu der Auftaktveranstaltung eingeladen.

"Wir wollen zeigen, dass es ein enges Netzwerk zur Betreuung von straffälligen Jugendlichen gibt. Das soll eine Anregung für Betreuer, aber auch für engagierte Bürger sein", sagte die Vorsitzende und Hauptorganisatorin Silvia-Karen Böhm. Die Frage, was bieten Vereine und Verbände und wer hilft bei Erziehungsfragen, solle beantwortet werden.

 

Für das Projekt der ehrenamtlichen Begleitung gefährdeter junger Menschen sucht der Verein Neue Wege noch engagierte Leute, die über einen Zeitraum von drei bis zwölf Monaten jungen Menschen helfen, wieder im Leben Fuß zu fassen. Infos unter www.verein-neue-wege.de.

25 Aussteller, darunter der Türkische Moschee Verein, die Kreispolizeibehörde, Pro Familia, die Caritas-Suchthilfe, der Erziehungsverein "Hand in Hand" Hilden und die Bewährungshilfe des Kreises, informierten über ihr Angebot.

Neben der Messeplanung war der Verein "Neue Wege" auch in eigener Sache vertreten. Für ein neues Projekt zur Unterstützung junger Straftäter sucht der Verein derzeit nach ehrenamtlichen Helfern, die den 14- bis 20-Jährigen in "lebenspraktischen Dingen" zur Seite stehen: Von Anträgen bei Behörden bis zum Heranführen an ein Hobby gehört alles dazu.

Für Daniela Kruse (34) aus Ratingen kein Problem. "Ich habe von der Messe heute Morgen beim Frühstück in der Zeitung gelesen und bin spontan hierher gekommen. Ich würde gerne Jugendliche begleiten - ob einen Jungen oder ein Mädchen ist mir egal. Hauptsache, die Chemie stimmt", sagt die junge Frau.

Sie ist eine von insgesamt zehn Freiwilligen, die sich am Samstag für das Projekt meldeten und die Messe damit aus Sicht des Vereins "Neue Wege" zu einem vollen Erfolg machten.

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