Politiker und andere Amtsinhaber aus dem Kreis Mettmann sagen ihre Meinung zu Wulff.

Ehrung
Bundespräsident Christian Wulff überreichte Margarete Papenhoff und Gabriele Rosslenbroich (r.) im Oktober 2011 den Verdienstorden der Bundesrepublik.

Bundespräsident Christian Wulff überreichte Margarete Papenhoff und Gabriele Rosslenbroich (r.) im Oktober 2011 den Verdienstorden der Bundesrepublik.

Presseamt der Bundesregierung

Bundespräsident Christian Wulff überreichte Margarete Papenhoff und Gabriele Rosslenbroich (r.) im Oktober 2011 den Verdienstorden der Bundesrepublik.

Kreis Mettmann. Die WZ hat Reaktionen aus dem Kreis Mettmann auf den Rücktritt von Christian Wulff gesammelt. Bundestagsabgeordneter Peter Beyer (CDU) findet die Entscheidung richtig: „Ein Bundespräsident muss vom Vertrauen der Bürger getragen werden.“ Um das Vertrauen beim Bürger zurückzugewinnen, ist es in seinen Augen die richtige Entscheidung, parteiübergreifend nach einem neuen Kandidaten zu suchen.

Das sieht auch Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese (SPD) so, die auch schon einen Wunschkandidaten hat: „Ich fände es gut, wenn die Regierungsparteien sich jetzt für Joachim Gauck entscheiden könnten.“ Den Rücktritt von Christian Wulff bezeichnet sie als „längst überfällig“.

Margarete Papenhoff, Betreiberin von Kinos in Mettmann und Ratingen, wurde von Wulff im Oktober 2011 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für bürgerschaftliches Engagement in Schloss Bellevue verliehen. „Für ihn war die Entscheidung sicherlich richtig. Da ist ja in der letzten Zeit auch eine ziemliche Hetzkampagne losgetreten werden.“

CDU-Bürgermeister Arno Werner aus Erkrath mag sich Wulffs Rücktritt politisch nicht annähern: „Als Bürgermeister sage ich da gar nichts zu.“ Als Privatmann allerdings auch nicht. Seine persönliche Meinung behält Werner auch für sich.

Von einer Hetzkampagne spricht auch Landtagsabgeordneter Mark Ratajzcak (CDU) aus Mettmann. Er sei froh, dass diese nun vorbei sei. „Ich hoffe, dass sich jetzt alle Parteien auf einen Kandidaten einigen können. Und ich fände es schön, wenn es diesmal eine Frau würde.“

Sein CDU-Parteikollege Wilhelm Droste sagt: „Der Rücktritt war jetzt schon überfällig.“ Ungeachtet dessen, ob die Vorwürfe stimmen oder nicht, müsste ein Bundespräsident merken, dass für ihn in moralischer Hinsicht besondere Maßstäbe gelten.

Bernd Tondorf (CDU), stellvertretender Bürgermeister Velberts, sagt zum Rücktritt Wulffs: „Ich persönlich habe von Anfang an die Sache sehr schmerzlich verfolgt. Insofern ist es gut, dass es jetzt zu Ende ist.“

Schnelle Aufklärung der Vorwürfe wünscht sich Frank Peters, Präsident des Carnevals Comitee Hilden (CCH). Konsequenzen für die närrischen Wagenbauer habe die Nachricht vom Rücktritt nicht: „Wulff ist beim Rosenmontagszug in Hilden kein Thema. Wir bleiben bei der lokalen Politik.“ Kurz und knapp fällt die Meinung vom Ratinger Karnevalsprinz Joachim I. zum Rücktritt Wulffs aus: „Überfällig und deswegen amtsschädigend.“

Jürgen Steinbrücker erhielt vor kurzem das Bundesverdienstkreuz von Wulff für seine Verdienste als Sprecher der Behindertenwerkstätten im Kreis Mettmann. „Ich habe damit gerechnet, dass der Bundespräsident zurücktritt, finde allerdings, dass das etwas spät kommt.“

Mehr als „überfällig“ war der Rücktritt für Wolfgang Lohmar, Vorsitzender der CDU Haan. „Für mich persönlich war die Grenze überschritten, als das mit den Urlauben bekannt wurde. Wenn man so viel Angriffsfläche bietet und immer mehr zur Juxfigur wird, kann man das höchste Amt im Staate einfach nicht mehr bekleiden.“

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