Am Montag erkundete der Autor vieler Wanderbücher einen weiteren Teil des Neanderlandsteigs, der im Juni eröffnet wird. Sein Fazit: Der Weg wird sehr reizvoll.

Am Unterbacher See machte Manuel Andrack (46) am Montag die erste Rast. Von dort aus lief er weiter Richtung Haan-Gruiten.
Am Unterbacher See machte Manuel Andrack (46) am Montag die erste Rast. Von dort aus lief er weiter Richtung Haan-Gruiten.

Am Unterbacher See machte Manuel Andrack (46) am Montag die erste Rast. Von dort aus lief er weiter Richtung Haan-Gruiten.

Das Logo vom Neanderlandsteig.

Dirk Thomé, Bild 1 von 2

Am Unterbacher See machte Manuel Andrack (46) am Montag die erste Rast. Von dort aus lief er weiter Richtung Haan-Gruiten.

Kreis Mettmann. Manuel Andrack liebt Fußball, Bier und Eierkuchen. Aber das Wandern ist wohl die größte Leidenschaft des 47-Jährigen, der den meisten als Co-Moderator der Harald Schmidt-Show bekannt sein dürfte. Nicht umsonst hat er unzählige Bücher über Deutschlands Wanderstrecken veröffentlicht und bloggt auch permanent im Internet über die neuesten Routen, die er kennengelernt hat.

„Wandern ist eigentlich schon seit meiner Kindheit eine tolle Sache für mich“, sagt er. „Ich weiß ja, dass viele beim Wandern mit den Eltern Kindheitstraumata erlitten haben und das deshalb nicht gerne machen. Aber ich fand es immer super, neue Landstriche zu erkunden.“

Fünf Kilometer sind für Andrack gerade mal ein „Wander-Aperitif“

Am Montag hat sich Wanderpapst Andrack wieder auf den Weg gemacht. Die Wanderstiefel morgens um 7 Uhr geschnürt, ging es für ihn ab dem Bahnhof Erkrath durch den Kreis Mettmann. Denn Andrack ist offizieller Pate des Neanderlandsteigs, dessen erste Etappen am 16. Juni eröffnet werden sollen.

Die erste Rast macht er am Unterbacher See – nach fünfeinhalb Kilometern. „Was jetzt erst der Wander-Aperitif war“, sagt Andrack, der einen Wanderführer zum Neanderlandsteig veröffentlichen will. So hatte er auch Block, Stift, Diktiergerät und eine Kamera dabei, um seine Eindrücke festzuhalten. Manche von ihnen will er schon in den kommenden Tagen auf seinem Blog veröffentlichen.

„Besonders schön finde ich zum Beispiel eine Anhöhe auf Erkrather Stadtgebiet. Von dort aus konnte ich sogar den Kölner Dom sehen“, sagt Andrack. Das freut den gebürtigen Kölner natürlich. Begeistert sei er aber auch von der guten Anbindung der einzelnen Etappen an den öffentlichen Nahverkehr und der Wegmarkierung. „Deshalb braucht man auch keine Karte, um den Weg zu finden. Das ist super und nicht bei jedem Weg der Fall.“

„So viel Natur mitten im Ballungsgebiet erleben zu dürfen, ist schon wahnsinnig toll.“

Manuel Andrack

 Der Bergische Weg ist ein rund 100 Jahre alter, historischer Fernwanderweg, der ursprünglich „X29“ genannt wurde. Da auch an Wanderwegen der Zahn der Zeit nagt, muss er neu konzipiert und ausgestattet werden. Ab Haan werden auf dem Bergischen Weg rund 40 Kilometer des Neanderlandsteigs mitbenutzt.

Der Neanderlandsteig ist das Rundwanderwegprojekt des Kreises Mettmann und wird von ihm finanziert. Das Kreisgebiet umfassend, soll er sämtliche Kommunen einschließen. Durch lokale Wanderwege werden vom Neanderlandsteig die Stadtzentren erschlossen. Die ersten zwölf Etappen (165 Kilometer) sollen am 16. Juni freigegeben werden. Die restlichen fünf Etappen sollen 2014, die fehlenden Wegemöblierungen bis 2015 folgen.

Schon im vergangenen Jahr hatte Andrack Etappen des Steigs kennengelernt. Damals ging es für ihn von Haan-Gruiten nach Velbert, wo er in Neviges noch eine Runde Minigolf spielte. Überhaupt: Wenn Andrack wandert, dann nicht nur, um Natur zu erleben.

Immer wieder kommt er auch mit Menschen in Kontakt, lernt lokale Besonderheiten kennen. So hat er in Velbert-Neviges auch die Minigolfer der Hardenberger Pötter getroffen. Und kann immer noch erzählen, welche Titel der Verein schon geholt hat (mehrfach deutsche, europäische und Weltmeistertitel).

Mit so viel Grün zwischen den Städten hat er nicht gerechnet

Dass er im Kreis, direkt in der Nähe seiner Heimatstadt, so viel Natur erleben kann, habe er nicht gedacht. „Das ist wahnsinnig toll, dass das mitten im Ballungsgebiet möglich ist“, sagt er. So fällt sein Urteil zum Steig insgesamt positiv aus. „Wenn ich hier unterwegs bin, dann lege ich andere Bewertungskriterien an als bei einem Wanderweg im Schwarzwald. Das ist doch klar, dass man hier auch mal mit einer Autobahnbrücke oder einer Straße rechnen muss. Aber das ändert nichts daran, dass der Steig wunderbar zum Wandern ist.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer