Interview: SPD-Bürgermeister-Kandidat Manfred Hoffmann setzt auf die „Neue Mitte“.

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Manfred Hoffmann (SPD) will Schulden abbauen, aber trotzdem investieren.

Manfred Hoffmann (SPD) will Schulden abbauen, aber trotzdem investieren.

Simone Bahrmann

Manfred Hoffmann (SPD) will Schulden abbauen, aber trotzdem investieren.

Wülfrath. Als vorletzter der sechs Bürgermeister-Kandidaten kommt heute Manfred Hoffmann zur Wort. Er setzt zum Beispiel auf die "Neue Mitte" an der Goethestraße, die der Stadt einen Stadtentwicklungsimpuls geben soll.

Die SPD dümpelt bei Meinungsumfragen bei um die 20 Prozent. Glauben Sie, dass Sie mehr in Wülfrath holen werden?

Hoffmann: Aber sicher. Die SPD darf nicht unterschätzt werden. Die meisten Leute entscheiden sich in den beiden letzten Wochen vor der Wahl. Umfragen dürfen nicht den Mut nehmen, sich einzusetzen und zu kämpfen.

Sie rechnen sich also nach wie vor konkrete Siegchancen aus?

Hoffmann: Ja. Sonst müsste ich nicht antreten.

Sie werben mit dem Slogan: Schulden abbauen und trotzdem investieren. Wie soll das funktionieren?

Hoffmann: Zunächst haben wir das beschlossene Haushaltssicherungskonzept. Halten wir uns daran, kann der Haushaltsausgleich gelingen, Und trotzdem gilt: Wir dürfen uns nicht kaputtsparen.

Das heißt Abweichungen vom Haushaltssicherungskonzept sind möglich oder nötig?

Hoffmann: Wir dürfen Sparbeschlüsse nicht ohne weiteres aufweichen. Stellen wir aber fest, dass einige eingeschlagene Wege falsch sind, müssen wir nachsteuern.

Zum Beispiel?

Persönliches: SPD-Bürgermeister-Kandidat Manfred Hoffmann ist 60Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Der Diplom-Ingenieur ist als Lehrer am Berufskolleg Mettmann tätig. Politisch: Hoffmann ist für die SPD seit 1989 Mitglied des Rates. Seit 1994 ist er Fraktionsvorsitzender.

Hoffmann: Wir haben an der Ausstattung - auch der personellen - des Baubetriebshof Einschränkungen vorgenommen. Wenn eine dreckige Stadt die Folge davon ist, muss man neu nachdenken. Das gilt auch für den Fall, dass die vorhanden Sparschritte nicht mehr ausreichen, weil die Steuereinnahmen weiter zurückgehen.

Das klingt aber noch nicht nach Schuldenabbau?

Hoffmann: Ich habe zuletzt das Buch des Langenfelder Bürgermeisters Staehler gelesen, wie seine Stadt schuldenfrei werden konnte. Schuldenabbau geht nicht in einem Ruck. Das ist ein Prozess, der auch in Langenfeld 20 Jahre gedauert hat.

Nur: Wir müssen damit beginnen. Das muss sich der Rat disziplinieren. Wir haben bereits beschlossen, den Erlös von Immobilienverkäufen in die Tilgung zu geben. Und das muss auch mit Überschüssen verpflichtend geschehen. 2008 ist das passiert. Ob wir dieses Jahr einen Überschuss haben werden, bezweifle ich allerdings.

Und wie soll dann investiert werden?

Hoffmann: Fest steht, dass wir neue Arbeitsplätze in Wülfrath brauchen. Die schafft nicht das Rathaus, nicht die Politik. Aber wir haben die Verantwortung dafür, dass die Voraussetzungen geschaffen werden, dass sich Unternehmen aus den Bereichen neue Technologien und technische Dienstleistung ansiedeln. Da müssen wir in die Infrastruktur investieren, vielleicht auch beim Personal im Rathaus.

Und das bedeutet?

Hoffmann: Für ansiedlungswillige Firmen ist auch das Umfeld für deren Mitarbeiter wichtig. Kindergärten, Schulen - das zählt, da ist Wülfrath gut. Aber auch auf andere Lebensqualitäten wird geachtet, wie eine Gastronomie-Szene, eine lebendige Stadt oder verkehrliche Erreichbarkeit. Daher gilt für mich: Da muss investiert werden. Das zahlt sich aber auch aus.

Was muss dafür getan werden?

Hoffmann: Wir sind auf einem guten Weg. Das Stadtentwicklungsprogramm wird Details aufzeigen. Der entscheidene Impuls, und dabei bleibe ich, war der Rathaus-Umzug. Durch die "Neue Mitte" an der Goethestraße wird Wülfrath neu aufgestellt. Wülfraths Innenstadt muss so weiterentwickelt werden, dass der Aufenthaltscharakter so wird, dass sich die Menschen dort wohl fühlen. Und für diese Investitionen müssen aktiv Förderprogramme genutzt werden.

Als Motivation, Bürgermeister werden zu wollen, geben Sie unter anderem an, das umsetzen zu wollen, was Sie als Politiker eingestielt haben. Geht das nicht auch als Ratsherr?

Hoffmann: Da ist man eine Einzelperson, allenfalls gestützt von einer Fraktion. Als Bürgermeister kann man Dinge ganz anders begleiten und als Moderator nach vorne bringen. Das traue ich mir zu.

Das Verhältnis der Amtsinhaberin zu den Ratsfraktionen ist nicht das beste. Wie sehen Sie die Rolle des Bürgermeisters mit Blick auf den Rat?

Hoffmann: Der Bürgermeister ist vor allen Dingen auch Vorsitzender des Rates und prägt somit auch die Außendarstellung des Rates. Der Bürger muss Vertrauen zum Rat haben, ihn respektieren. Der Rat ist keine Quasselbude. Und der Rat in den vergangenen fünf Jahre gute Arbeit geleistet.

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