Sachlich, aber durchaus auch mal streitbar will sich Klaus Adolphy als Leiter der Unteren Landschaftsbehörde für die Belange der Umwelt einsetzen.

Sein Arbeitsplatz ist zwar meist im Büro, sein Engagement jedoch gilt der Natur – wie hier im Neandertal: Klaus Adolphy hat die Leitung der Unteren Landschaftsbehörde übernommen.
Sein Arbeitsplatz ist zwar meist im Büro, sein Engagement jedoch gilt der Natur – wie hier im Neandertal: Klaus Adolphy hat die Leitung der Unteren Landschaftsbehörde übernommen.

Sein Arbeitsplatz ist zwar meist im Büro, sein Engagement jedoch gilt der Natur – wie hier im Neandertal: Klaus Adolphy hat die Leitung der Unteren Landschaftsbehörde übernommen.

Anna Schwartz

Sein Arbeitsplatz ist zwar meist im Büro, sein Engagement jedoch gilt der Natur – wie hier im Neandertal: Klaus Adolphy hat die Leitung der Unteren Landschaftsbehörde übernommen.

Kreis Mettmann. Er ist der „Neue“ auf dem Chefsessel der Unteren Landschaftsbehörde. Völlig neu ist für Klaus Adolphy (56) in seinem Job allerdings so gut wie nichts. „Bis auf die Tatsache, dass ich es jetzt häufiger mit gesetzlichen Regelungen zutun habe“, sagt der langjährige Mitarbeiter und jetzige Leiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann.

Wer Klaus Adolphy in seinem Mettmanner Büro besucht, begegnet dort einem Mann, der vor allem eines ausstrahlt: Ruhe und Gelassenheit. Beides sind vermutlich Eigenschaften, die er gut gebrauchen kann in einem Job, in dem es auch schon mal hoch hergehen kann.

„Wir sind natürlich bei manchen Projekten die Spielverderber.“

Klaus Adolphy, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises

Denn wer den Naturschutz auf seiner Agenda stehen hat, der hat es in Zeiten, in denen nach neuen Bau- und Gewerbegebieten gerufen wird, nicht immer leicht. Ständig als „Verhinderer“ wahrgenommen zu werden, kann Spuren hinterlassen. „Wir sind natürlich bei manchen Projekten die Spielverderber. Aber wenn ich nicht streiten könnte, wäre ich hier am falschen Platz. Und letztlich es geht auch immer darum, einen Kompromiss zu finden“, sagt Klaus Adolphy.

Im vergangenen Herbst hat er die Nachfolge von Bernhard May angetreten, der bis zu seiner Pensionierung drei Jahrzehnte lang für die Untere Landschaftsbehörde tätig war. Dass es also große Fußstapfen sein werden, in die er bei seinen Streifzügen durch die Natur treten wird, hat Klaus Adolphy nicht von seiner Entscheidung abgehalten, auf den Chefposten zu wechseln. „Natürlich habe ich überlegt, aber ich bin ja selbst auch schon lange dabei“, erinnert er sich an seine Anfänge bei der Unteren Landschaftsbehörde.

Die „Öko-Welle“ der 1980er-Jahre ist aus Sicht des Fachmanns abgeflaut

Seit Mitte der 1980er-Jahre ist er in Sachen Naturschutz im Kreis unterwegs. Er kennt die schönen Ecken, aber auch die kritischen Themen. „Es ist nach wie vor wichtig, für den Naturschutz zu kämpfen“, stellt er klar. Konnte man damals noch auf der Öko-Welle mitschwimmen, so sei die Lobbyarbeit für Pflanzen und Tiere heutzutage schwieriger geworden. „Es gibt natürlich viele Gesetze, die uns als Behörde stärker machen. Aber in der Bevölkerung ist das Thema nicht mehr so präsent“, sagt Adolphy. Er selbst versuche jedenfalls, möglichst sachlich an die Themen heranzugehen. „Ich bin da vielleicht etwas emotionsloser als mein Vorgänger, aber nicht weniger streitbar.“

 (56) ist verheiratet und lebt in Erkrath. Der studierte Biologe hat zwei Kinder und arbeitet seit 1985 bei der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann.
 

Zum Aufgabenbereich der Unteren Landschaftsbehörde gehören die Pflege von Naturschutzgebieten sowie die fachkundige Mitwirkung bei Bebauungsplänen. Die Behörde war auch in die Erarbeitung des Regionalplanes eingebunden. Seit dem vergangenen Jahr wird auch das Wildgehege Neandertal betreut.

Als Botaniker hegt Klaus Adolphy eine besondere Leidenschaft für Pflanzen. Die Pflanzenwelt im Kreis Mettmann hat es ihm angetan. Deshalb verfolgt er ihren Wandel, den er auch schon in einem Buch festgehalten und veröffentlicht hat.

Der Botaniker dokumentiert die Folgen des Klimawandels

„Ich arbeite gerade am zweiten Nachtrag“, sagt der Leiter der Unteren Landschaftsbehörde. Seine Recherchen gelten vor allem den Pflanzen mit „Migrationshintergrund“, die sich infolge des Klimawandels zunehmend in der Gegend ausbreiten.

Sie dürfen es übrigens auch im eigenen Garten der Familie Adolphy. „Dort siedle ich auch schon mal Arten an, die das Potenzial haben, zu verwildern“, sagt der Diplombiologe. Ärger mit den Nachbarn gab es deshalb aber noch nicht. Und wenn doch, dann wird Klaus Adolphy vermutlich auch das mit Ruhe und Gelassenheit klären können.

Bei privaten Spaziergängen im Kreis Mettmann wird er übrigens seltener anzutreffen sein. „Da denke ich dann schon immer, hier müsste man noch dies und dort noch das machen“, gesteht er schmunzelnd. Wandern wird Adolphy also eher dort, wo nicht gleich die nächste berufliche Herausforderung wartet.

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