Die Kreisverwaltung will zwar zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Für deren Arbeitsplätze ist die bestehende Wache jedoch räumlich nicht ausgelegt.

Die Kreisleitstelle ist zusammen mit der Feuerwehr Mettmann in dieser Wache untergebracht.
Die Kreisleitstelle ist zusammen mit der Feuerwehr Mettmann in dieser Wache untergebracht.

Die Kreisleitstelle ist zusammen mit der Feuerwehr Mettmann in dieser Wache untergebracht.

Stefan Fries

Die Kreisleitstelle ist zusammen mit der Feuerwehr Mettmann in dieser Wache untergebracht.

Mettmann. Wer in Erkrath wohnt und die Feuerwehr alarmiert, spricht nicht etwa mit einem Feuerwehrmann, der auf der Wache der Erkrather im Stadtteil Hochdahl sitzt. Fragen wie „Von wo rufen Sie an?“ oder „Was ist passiert?“ stellt ein Mitarbeiter der Feuerwehr Mettmann. Er ist es auch, der die Löschkräfte in Erkrath losschickt, damit tatsächlich gelöscht wird.

„Um nicht zu riskieren, dass Fehler passieren, wollen wir zusätzliches Personal einstellen.“ (Thomas Jarzombek, beim Kreis für die Feuerwehr zuständig)

Das Prinzip einer Kreisleitstelle funktioniert nach Einschätzung der daran Beteiligten seit 1996 gut. „Der Vorteil daran ist die zentrale Lenkung“, sagt Thomas Jarzombek, als Leiter des Rechts- und Ordnungsamts beim Kreis Mettmann der dafür zuständige Mann. „Die Disponenten in der Kreisleitstelle behalten den Überblick. Sie sehen, welche Kräfte im Einsatz sind und wo Unterstützung erforderlich ist.“ Dieses System habe sich bewährt.

Mit einer Einschränkung: Vom Prinzip der Zentralisierung überzeugt sind nur sechs von zehn Feuerwehren im Kreis Mettmann. Haan, Langenfeld, Velbert und Monheim setzen nach wie vor auf die Koordination vor Ort.

Untergebracht ist die Kreisleitstelle im Gebäude der Feuerwehr Mettmann an der Laubacher Straße. Bis 2020 hat sich die Kreisverwaltung dort eingemietet – aus gutem Grund: Die Disponenten an den Telefonen und PCs, die Einsätze entgegennehmen und weiterleiten, sind Angestellte der Feuerwehr Mettmann – werden jedoch vom Kreis bezahlt.

Dazu Jarzombek: „Uns ist wichtig, dass die Mitarbeiter der Kreisleitstelle aus der Praxis kommen.“ Da der Kreis Mettmann jedoch nie eine eigene Feuerwehr unterhalten hat, sei dies nur durch Zugriff auf das städtische Personal möglich.

Jahrelang hat das funktioniert. Aus einem Pool von 22 Disponenten werden die zwei Arbeitsplätze das ganze Jahr über rund um die Uhr besetzt, ein dritter von montags bis freitags nur tagsüber.

Kreisverwaltung plant fünf neue Stellen

Jetzt reicht es nicht mehr aus. Jarzombek formuliert einen Satz, der das Sicherheitsbedürfnis jeden Bürgers treffen dürfte: „Die Disponenten sind stark belastet. Um nicht zu riskieren, dass Fehler passieren, wollen wir zusätzliches Personal einstellen.“ Von fünf neuen Stellen ist die Rede.

Und schon ist Schluss mit der Harmonie der vergangenen Jahre. Das neue Personal will die Feuerwehr Mettmann diesmal nicht stellen. Warum nicht, mochte am Dienstag niemand beantworten. „Wir werden daher selbst einstellen“, sagt Jarzombek.

Womit noch längst nicht alles gut ist. Denn zum aktuellen Personalmangel kommt räumliche Enge. Aktuell sind Führungskräfte und Disponenten der Kreisleitstelle auf zwei Ebenen untergebracht. „Nicht optimal“, befindet Jarzombek. Schnellem Austausch sei das nicht förderlich. Und außerdem reiche das Raumangebot nicht aus, um den Plan von einer Leitstelle für alle zehn Städte im Kreisgebiet doch noch umzusetzen.

Nachdem der Rat Mettmann dem Neubau einer neuen Wache für die Mettmanner Wehr bereits eine Absage erteilt hat, wird derzeit über den Ausbau der bestehenden verhandelt. Jarzombek: „Die Aufstockung der Fahrzeughalle um eine Etage wäre für uns ins Ordnung. Auch darüber sind wir mit Mettmann im Gespräch.“

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