Nach dem Rhein sind auch Bäche so stark angeschwollen, dass die Gefahr von Überschwemmungen immer größer wird.

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Fluss statt Bach: Die Anger ist auch im Bereich von Ratingens Innenstadt mächtig angeschwollen.

Fluss statt Bach: Die Anger ist auch im Bereich von Ratingens Innenstadt mächtig angeschwollen.

Erkrather Seenplatte: Hinter den Tennisplätzen an der Freiheitstraße ist die Düssel längst über die Ufer getreten und hat die Wiesen unter Wasser gesetzt.

Joachim Dangelmeyer, Bild 1 von 2

Fluss statt Bach: Die Anger ist auch im Bereich von Ratingens Innenstadt mächtig angeschwollen.

Kreis Mettmann. Land unter in Erkrath: Die beschauliche Düssel ist zu einem reißenden, braunen Strom angeschwollen: Äste und Baumstämme treiben rasant flussabwärts. Der Wasserpegel steigt, das Ufer steht unter Wasser. Auf der Brücke an der Freiheitstraße beobachten Passanten den aktuellen Stand des Bachs. „Das ist echt spannend“, sagt Alexander Nixdorf (8). „Gucken Sie sich die Strömung an. Wahnsinn“, sagt Pandora Burns.

„Die Situation wird langsam kritisch.“

Peter Schu, Bergisch-Rheinisch-Wasserverband

Seit Tagen regnet es, noch immer schmilzt in vielen Orten der Schnee und lässt Flüsse und Bäche ansteigen. „Die Situation wird langsam kritisch“, sagt Peter Schu vom Bergisch-Rheinischen Wasserverband. Insbesondere, weil für Freitag weitere Regenfälle angesagt sind. „Die Situation der Itter ist unproblematisch. Die Anger ist an einigen Stellen sehr hoch. In Erkrath hat die Düssel Ausuferungsprobleme“, sagt Schuh.

Am Donnerstagmittag mussten 16 Einsatzkräfte der Erkrather Feuerwehr an der Bachstraße und im Bereich der Stadthalle angeschwemmte Bäume aus der Düssel entfernen. Wegen der Äste und Stämme staute sich das Wasser im Bach. Anwohner hatten gemeldet, dass der Wasserstand binnen kürzester Zeit um 17 Zentimeter gestiegen sei. Die Vorgärten füllten sich mit Wasser. „Zur Vorbeugung haben wir Bäume mit Stahlseilen gesichert, damit sich das Geäst nicht vor der Brücke an der Bachstraße staut“, sagt Markus Steinacker von der Feuerwehr Erkrath. Die Keller der Anwohner seien nun sicher.

Die Regenrückhaltebecken sind geöffnet

Anwohner Reinhard Timm nutzte den Spaziergang mit seinem Hund, um einen Blick auf die Arbeiten der Feuerwehrmänner zu werfen: „So hoch habe ich die Düssel noch nie gesehen.“ Damit sich die Lage entspannt, setzt der Bergisch-Rheinische Wasserverband auf das Hochwasserrückhaltebecken am Mettmanner Bach: Das Wasser wird dort gestaut, um die Düssel vorübergehend zu entlasten. Auch am Gödinghover Wegm ist die Düssel über das Ufer getreten.

Auch die Anger in Ratingen fließt auf Uferniveau: Markus Meier von der Feuerwehr meldet, dass der Bach von 50 Zentimetern auf 1,60 Meter angestiegen sei. Fünf Zentimeter fehlen bis zur Hochwassermarke.

Im Monheim ertrinken die Hasen

Im Monheim gibt man sich gelassen, auch wenn der Rhein-Pegel in den kommenden Tagen weiter steigen soll. „Unser Deich ist für einen Hochwasserstand von 11,90 Metern in Köln ausgelegt“, sagt Michael Hohmeier, Sprecher der Stadt Monheim. Bei dem aktuellen Stand von unter neun Metern gäbe es zurzeit keinen Grund zur Aufregung, sagte Hohmeier. Er bittet aber Hochwassertouristen, die gesperrten Wege rund um den Monheimer Rheinbogen nicht zu nutzen. „Spaziergänger erschrecken Tiere wie Hasen, die dann flüchten und im Fluss ertrinken.“

In Erkrath und Ratingen rüsten sich die Einsatzkräfte derweil für die kommenden regnerischen Tage: Tausende Sandsäcke stehen für den Ernstfall bereit. Zur Not können die Städte auf Kreisreserven zurückgreifen, um ihre Ufer zu sichern.

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