Kreis Mettmann. Der Fachärztemangel im Kreisgesundheitsamt hält an. Die Stelle eines Psychiaters bleibt weiterhin unbesetzt.

Ende November hatte das Kreisgesundheitsamt Alarm geschlagen. Damals sagte der Leiter der Behörde, Dr. Rudolf Lange: „Sollte es nicht gelingen, die bestehende Lücke im fachpsychiatrischen Team baldmöglichst zu schließen, sind erhebliche Einschränkungen in der sozialpsychiatrischen Versorgung der Bevölkerung zu befürchten.“

Insgesamt arbeiten 28 Ärzte in den Gesundheitsämtern des Kreises, viele in Teilzeit. Der gesuchte Psychiater soll in Velbert im sozialpsychiatrischen Dienst in einem Team mit anderen Ärzten, Sozialarbeitern und Verwaltungsangestellten tätig werden.

Gesucht wird ein Arzt für eine Region mit 150 000 Menschen

Der Dienst ist für die Versorgung und Beratung der Menschen in Velbert, Wülfrath und Heiligenhaus zuständig. Insgesamt leben in dieser Region etwa 150 000 Menschen.

Seit dem Aufruf Ende November ist im Kreishaus keine einzige Bewerbung eingegangen. Warum sich kein Interessent findet, kann sich die Kreisverwaltung nicht erklären. „Denn die Stelle ist durchaus attraktiv. Es gibt schon Anreize, sich zu bewerben“, sagt Daniela Hitzemann, Sprecherin der Kreisverwaltung. Dazu gehörten unter anderem flexible und geregelte Arbeitszeiten. Auch Schicht- und Bereitschaftsdienste fielen weg. „Das hat so mancher Psychiater in einer Klinik nicht“, sagt Hitzemann.

Aber auch psychiatrische Kliniken sehen sich mit Personalproblemen konfrontiert. „Der Ärztemangel gilt auch für Psychiater“, sagt Dr. Thomas Reinert, Leiter der Fachklinik Langenberg in Velbert. „Auch Kliniken suchen.“

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