Arge ist nicht gleich Arge, hat Jochen Wirtz erlebt. Er kämpft verbittert gegen Lücken bei den Leistungen und Willkür im Einzelfall.

Jochen Wirtz ist2005  arbeitslos geworden. Seit Jahren ist der Familienvater auf Hartz IV angewiesen.
Jochen Wirtz ist2005 arbeitslos geworden. Seit Jahren ist der Familienvater auf Hartz IV angewiesen.

Jochen Wirtz ist2005 arbeitslos geworden. Seit Jahren ist der Familienvater auf Hartz IV angewiesen.

dpa

Jochen Wirtz ist2005 arbeitslos geworden. Seit Jahren ist der Familienvater auf Hartz IV angewiesen.

Ratingen. Jochen Wirtz (45, Name von der Redaktion geändert) lässt sich nichts gefallen und ist bereit für sein Recht zu kämpfen. Der gelernte Bürokaufmann ist 2005 arbeitslos geworden und danach mit seiner Frau und zwei Kindern (13 und 14 Jahre alt) von Bayern nach Nordrhein-Westfalen gezogen. Nach seinen Erfahrungen mit der Arge in Bayern, gegen die er immer noch eine Klage führt, und in Düsseldorf, ist er für die Arge-aktiv in Ratingen voll des Lobes: "Sicher gibt es auch hier Probleme, aber die Mitarbeiter der Arge sind wirklich bemüht."

Da seine Frau in Vollzeit arbeitet und die Familie aufstockende Hilfe erhält, stehen den vier Personen etwa 2200 Euro pro Monat zur Verfügung. 630 Euro davon entfallen auf die Miete der Wohnung. "Wir können mit dem Geld auskommen", sagt Wirtz, "aber nur, weil wir etwas von unserem Regelsatz sparen, um so den Kindern mehr zu ermöglichen. Die Regelsätze für die Kinder sind definitiv zu niedrig."

"Die Arge-Mitarbeiter sind oft schlechter über Details der Rechtssprechung informiert als ich."

Jochen Wirtz, Hartz-IV-Empfänger

Mit der Arge Ratingen streitet der Familienvater, der schon viel Erfahrung mit Klagen gesammelt hat, zurzeit noch um 30 Euro für die Teilnahme eines seiner Kinder an einer Projektwoche in der Schule. "Der Gesetzgeber sieht nur Geld für mehrtägige Klassenfahrten vor. Ich klage jetzt auf Geld für eine mehrtägige Klassenfahrt ohne Übernachtung", erklärt Wirtz und zitiert die entsprechenden Auszüge aus dem Sozialgesetzbuch. "Ich möchte kein Hilfeempfänger sein, der sich nicht auskennt."

Doch diese Auseinandersetzungen würden sein Verhältnis zur Ratinger Arge nicht trüben. "Die Mitarbeiter sind in meinen Augen einfach total überlastet. Oftmals sind sie über Details in der Rechtsprechung schlechter informiert als ich."

Hartz IV hält Wirtz grundsätzlich für eine "gute Sache". Nur die Ausstattung der Arge sei nicht okay. Das sieht er auch in Bezug auf die Arbeitsvermittlung durch die Behörde: "Wann sollen die das denn noch machen?" Von der Verfassungsgerichtsentscheidung, dass die Aufstellung der der Regelsätze transparenter sein müsse, erwartet er keine Verbesserung für die Empfänger: "Die Höhe der Sätze ist ja nicht angezweifelt worden." Bei diesen sieht er aber das Problem, sie würden nicht ausreichend der Preisentwicklung folgen. Probleme hat er auch mit der Politik: "Das Schlimme ist, dass von Politikern viel Mobbing gegen Hartz-IV-Empfänger betrieben wird." ank

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