Unternehmen: Das Langenfelder Edelstahlwerk fertigt Produkte für den Maschinenbau, gießt aber auch für Künstler metallene Arbeiten.

Arbeit in glühender Hitze: Mit Gesichtsschutz und Schutzhandschuhen gießt ein Mitarbeiter Metall in eine Form.
Arbeit in glühender Hitze: Mit Gesichtsschutz und Schutzhandschuhen gießt ein Mitarbeiter Metall in eine Form.

Arbeit in glühender Hitze: Mit Gesichtsschutz und Schutzhandschuhen gießt ein Mitarbeiter Metall in eine Form.

Dirk Thomé

Arbeit in glühender Hitze: Mit Gesichtsschutz und Schutzhandschuhen gießt ein Mitarbeiter Metall in eine Form.

Kreis Mettmann. Ein kurzer Blick auf die große Tafel an der Wand des Foyers der Edelstahlwerke Schmees GmbH genügt, um zu sehen: In dem Langenfelder Unternehmen weht ein internationaler Wind. Unter den mehr als 150 Mitarbeitern finden sich rund 20 Nationalitäten. "Wir sind praktisch eine Multi-Kulti-Familie" sagt Geschäftsführer Clemens Schmees. Der Großteil der Beschäftigten kommt aber aus Hilden, Monheim, Langenfeld, Haan und Velbert.

In den weitläufigen Fabrikhallen herrscht geschäftiges Treiben. Lediglich oben an den massiven Wänden befinden sich ein paar Fenster - die sind von mittlerweile 41 Jahren Arbeitsstaub gezeichnet und lassen nur vereinzelt Sonnenstrahlen ins Halleninnere, in dem Gussformen gefertigt werden und in riesigen Öfen Metalle geschmolzen werden. Für das restliche Licht sorgen überwiegend das Glühen der zum Abkühlen ordentlich aufgereihten Gussformen und der Feuerschein aus den großen Öfen.

Die Edelstahlwerke Schmees, die im September des vergangenen Jahres ihr 40-jähriges Firmenjubiläum feierten, fertigen Edelstahlprodukte aller Art für den Maschinenbau. Aus rund 350, zum Teil selbst entwickelten Stahlqualitäten werden Gehäuse für Turbinen, Pumpen und Armaturen hergestellt.

Die Leistungen reichen vom reinen Gießprozess über Planung und Formherstellung bis hin zur mechanischen Nachbearbeitung. Am Standort Langenfeld werden Komponenten für den Pumpen- und Armaturenbau, die Nahrungsmittel- und die chemische Industrie produziert.

Die niedrigen Hallendecken vermitteln ein Gefühl der Enge. Darunter laufen bei warmer, teilweise stickiger Luft die Arbeitsvorgänge scheinbar automatisiert ab. Ein Rädchen greift ins andere. Überall klickt es und hydraulisches Brummen ist zu hören.

1961 gründeten Sigrid und Dieter Schmees in Langenfeld eine eigene Lohndreherei. Diese entwickelte sich schnell zu einer Gießerei. 1992 wurde die Copitzer Guß GmbH im sächsischen Pirna aufgekauft. 1993 wurde Clemens Schmees Geschäftsführer und verlegte 1994 den Hauptfirmensitz nach Pirna.

Zurzeit sind an beiden Standorten insgesamt über 400Mitarbeiter beschäftigt. Im Stammwerk am Langenfelder Rudolf-Diesel-Weg arbeiten 165 Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende.

2008 verzeichneten die Edelstahlwerke mit 59 Millionen Euro, davon 26 Millionen in Langenfeld, den Rekordumsatz seit Firmengründung. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet man allerdings nicht mit einer weiteren Umsatzsteigerung. Im Gegenteil: "Aufgrund der allgemein schwachen Konjunktur und der wirtschaftlichen Krise wäre ich mit dem Umsatz aus dem Jahr 2007 zufrieden", so Clemens Schmees. Der lag mit 53,1Millionen Euro rund zehn Prozent niedriger als im Jahr 2008.

Hier und da zischt es. "Es ist super, dass wir jetzt die neue Halle haben", deutet Betriebsleiter Georg Jansen aus der düsteren, alten Fabrikhalle ein paar Meter weiter auf den Eingang zum Neubau. Der 53-Jährige erklärt: "In der neuen Halle ist die Luft ist besser, die Decken sind höher und es ist viel heller. Das Arbeiten ist angenehmer."

Nach ein paar Metern und wenigen Stufen auf einer Metalltreppe tut sich die 14 Meter hohe und 2800 Quadratmeter große Fabrikhalle mit neuer Entstaubungsanlage und einer Sand-Recyclinganlage auf. An der Decke ist ein großer roter Lastkrahn angebracht, der auf zwei Schienen entlang der Längsseiten des Neubaus verläuft und so auf Knopfdruck durch den gesamten Hallenkomplex bewegt werden kann. Es ist taghell, nicht mehr so drückend warm und zwischen den einzelnen Arbeitsstellen ist sehr viel Platz.

Für den IHK-Präsidenten ist Schmees ein "Vorzeigebetrieb"

Das gesamte Projekt war mit fünf Millionen Euro das größte Investitionsvorhaben in der bisherigen Unternehmensgeschichte. "Auf diesem Wege wollen wir die Arbeitsabläufe optimieren und zukünftig eine höhere Effektivität erzielen", erläutert Clemens Schmees. Nachdem Formerei und Gießerei nun in die neue Halle umgezogen sind, wurde diese nun endlich in Betrieb genommen.

"Es wird aber noch seine Zeit dauern, bis auch hier die Abläufe problemlos Hand in Hand gehen", sagt Schmees, der jetzt anlässlich der Fertigstellung der neuen Fabrikhalle Besuch von der Industrie- und Handelskammer erhielt. IHK-Präsident Ulrich Lehner und der Geschäftsführer der IHK, Udo Siepmann, zeigten sich beeindruckt: "Diese Firma ist ein Vorzeigebetrieb."

Neben den herkömmlichen Leistungen arbeitet Schmees aber auch mit einigen Künstlern zusammen. "Viele metallene Kunstgüsse bedeutender Künstler werden in den Standorten Langenfeld und im sächsischen Pirna produziert", sagt Carla Schmees.

Neben dem nationalen Geschäftsfeld wurden in den vergangenen Jahren auch immer häufiger internationale Aufträge realisiert und die Produkte in verschiedene Länder wie China, Indien und die USA geliefert.

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