Fast 25000 Menschen suchten im Jahr 2008 in Velbert und Langenfeld Rat und Hilfe bei den Fachleuten.

Die Kosten durch die Internet-Abzocke addieren sich schnell. Nicht zahlen – rät die Verbraucherzentrale.
Die Kosten durch die Internet-Abzocke addieren sich schnell. Nicht zahlen – rät die Verbraucherzentrale.

Die Kosten durch die Internet-Abzocke addieren sich schnell. Nicht zahlen – rät die Verbraucherzentrale.

dpa

Die Kosten durch die Internet-Abzocke addieren sich schnell. Nicht zahlen – rät die Verbraucherzentrale.

Kreis Mettmann. Schon einmal im Internet betrogen worden? "Kann mir nicht passieren", werden die meisten Computernutzer jetzt sagen. "Kann doch und das sehr leicht", sagt Andreas Adelberger, Leiter der Verbraucherberatungsstelle Velbert, und demonstriert, wie schnell undurchsichtige Firmen an das Geld und die Daten der Leute kommen.

Wer in Sachen Software auf dem Laufenden bleiben will, greift auch auf die kostenlosen Antiviren-, Schreib- und Leseprogramme zurück, von denen es immer neue Versionen gibt. Wer dann auf den Seiten von Trickserfirmen landet, wird kräftig zur Kasse gebeten - für etwas, was es eigentlich umsonst gibt.

Und so war mit weitem Abstand das Thema "Internet-Abzocke" der absolute Nachfragerenner bei den Verbraucherberatungen: Von den 1087 Rechtsberatungen, die Adelberger im vergangenen Jahr in Velbert durchführte, gehen 700 auf diese Trickserfirmen zurück, die regelmäßig Rechnungen in Höhe von rund 250 Euro für Internetabos fordern.

Angebliche Inkassobüros wollen die Verbraucher unter Druck setzen

"Die Verbraucher gehen leider viel zu sorglos mit ihren Daten um", so Adelberger. Verbraucher werden dabei mittels Schreiben von angeblichen Inkassobüros und Rechtsanwälten massiv unter Druck gesetzt. Auch hier seien alle Bevölkerungsschichten von dieser Form des "modernen Raubrittertums" betroffen, vom minderjährigen Sprössling bis zum Internetnutzer im Seniorenalter.

Adelberger: "Fast alle dieser Fälle gehen nach der Rechtsberatung der Verbraucherzentrale - diese kostet sieben Euro - positiv für den Verbraucher aus." Die 700 Fälle hoch gerechnet bedeuten, dass rund 175000 Euro "gerettet" wurden.

Konrad-Adenauer-Platz, Telefon: 02173/ 39 29 69. Öffnungs- und Beratungszeiten: Mo/Di/ von 9.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. Do von 9.30 bis 12Uhr und von 14 bis 18.00 Uhr. Fr. von 9.30 bis 13 Uhr.

Friedrichstraße 107 (Seitengasse der Fußgängerzone) Telefon: 02051/56806. Öffnungs- und Beratungszeiten: Mo/Di von 9 bis 12Uhr und von 14 bis 18 Uhr, Do. von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18Uhr, Fr. von 9 bis 13 Uhr.

Auch in der Verbraucherberatung Langenfeld, so berichtet Leiterin Christiane Lersch, hätten sich im vergangenen Jahr die besorgten Anfragen zum Thema "Datenklau" gehäuft: Firmen, die ohne Einverständnis des Verbrauchers anriefen und bereits über dessen Kontodaten verfügten. "Diese Anrufe dienen lediglich dazu, den Datenbestand der Firma zu aktualisieren - und danach Geld für Gewinnspiele abzubuchen."

Und dann ist da noch das leidige Thema Energiekosten - wer in den beiden Beratungsstellen der Verbraucherzentrale in Velbert und Langenfeld nur für einen Tag einen Blick hinter die Kulissen wirft, erlebt alle Probleme, mit denen Konsumenten in der heutigen Zeit konfrontiert werden.

Ganz drastisch sei es durch die Bankenkrise geworden. Millionenverluste durch Falschberatung von Banken, Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit der Arbeitnehmer, die sich nun mit ihrem knapper gewordenen Budget auseinandersetzen müssen - all das lasse die Bürger verstärkt nach mehr Unabhängigkeit von Beratung und letztlich nach der Verbraucherzentrale fragen, so Adelberger, der allein die Verluste im Bereich seiner Beratungsstelle auf "rund eine Millionen Euro" einschätzt.

11063 Ratsuchende (2007: 10060) gab es in Velbert, 13646Ratsuchende (2007: 12923) gab es in Langenfeld - und schon längst kommen die besorgten Verbraucher nicht mehr nur aus den beiden Städten. Adelberger: "Die Themen sind in etwa die gleichen wie im Vorjahr, allerdings sind die Probleme dringlicher geworden."

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