Kreisverwaltung widerspricht dem Land, fürs Bildungspaket zu wenig Geld auszugeben.

Kreis Mettmann. Das Bildungspaket: Es soll jedem Kind ermöglichen, im Sportverein aktiv zu sein, ein Musikinstrument zu lernen oder Nachhilfe zu bekommen. Doch als die Förderungsmaßnahme am 1. April 2011 durch die Bundesregierung eingeführt wurde, gab es Schwierigkeiten: Kaum einer stellte Anträge, die Sozialämter und Jobcenter blieben auf den Leistungen sitzen.

Einer Statistik des Landes nach soll das im Kreis Mettmann immer noch der Fall sein. Nirgends sonst in NRW wurde demnach im ersten Halbjahr 2012 weniger Geld für Leistungen aus dem Bildungspaket ausgegeben.

Statistiker sollen Fehler gemacht haben

Dem widerspricht der Leiter des Kreissozialamtes, Rainer Krause. „Die Statistik ist falsch. Die Statistiker haben alte Zahlen von uns mit neuen Daten anderer Kreise und Städte verglichen“, sagt er. Fest stehe, dass im Kreis Mettmann mehr Geld für Leistungen aus dem Bildungspaket gezahlt worden ist als in den Vorjahren: 2011 rund 1,2 Millonen Euro, 2012 rund drei Millionen Euro.

Insgesamt gibt es 18 800 Personen, die Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungspaket haben. Dazu zählen Hartz-IV Empfänger sowie Eltern, die Wohngeld oder Kinderzuschlag bekommen. Bewilligt wurden 16 790 Anträge. Krause: „Diese Zahl sagt aber nichts darüber aus, wie viele das Angebot nutzen.“

Es sei aufgrund der Mehrausgaben davon auszugehen, dass eine größere Gruppe erreicht wird als noch in den Anfangszeiten des Bildungspakets. „Insofern war die Entscheidung richtig, im Kreis Mettmann 40 Schulsozialarbeiter einzustellen, die das Bildungspaket bekannter machen.“

Doch die haben nach Aussage von Britta Schipperges keinen einfachen Job. Schipperges betreibt eine Lernpraxis in Mettmann und ist damit Anbieterin von Leistungen aus dem Bildungspaket. „Ich habe Kontakt mit den Schulsozialarbeitern. Und bekomme mit, dass die bei so manchem Antragsverfahren nicht weiterkommen.“

Sie kenne eine Familie, die wochenlang auf die Bewilligung seitens des Sozialamtes gewartet habe. „Die Ämter wollen immer noch einmal ein neues Formular oder Nachweis.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer