Klage: Juristischer Streit um Gebühren mit DB.

Wie Monopoly: Wenn die Regiobahn fremde Bahnhöfe anfährt, werden Gebühren fällig. Das Unternehmen besitzt nur vier eigene Stationen. Eine davon ist die in Mettmann.
Wie Monopoly: Wenn die Regiobahn fremde Bahnhöfe anfährt, werden Gebühren fällig. Das Unternehmen besitzt nur vier eigene Stationen. Eine davon ist die in Mettmann.

Wie Monopoly: Wenn die Regiobahn fremde Bahnhöfe anfährt, werden Gebühren fällig. Das Unternehmen besitzt nur vier eigene Stationen. Eine davon ist die in Mettmann.

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Wie Monopoly: Wenn die Regiobahn fremde Bahnhöfe anfährt, werden Gebühren fällig. Das Unternehmen besitzt nur vier eigene Stationen. Eine davon ist die in Mettmann.

Kreis Mettmann. Wer mit der Regiobahn von Mettmann-Stadtwald nach Düsseldorf-Hauptbahnhof fährt, zahlt für ein Einzelticket in der Preisstufe B genau 4,30 Euro. Geld, das in die Kasse des regionalen Verkehrsunternehmens fließt. Damit aber die rot-weißen Züge der Regiobahn am Düsseldorfer Bahnsteig überhaupt anhalten dürfen, zahlt das Unternehmen für jeden Halt 19,55 Euro an die Deutsche Bahn. Und auch für jeden Meter Gleis, den die Regiobahn zwischen Erkrath und Kaarster See von dem Staatsunternehmen nutzt, fällt Trassengeld an.

Und genau um diese Nutzungsgebühren dreht sich ein jahrelanger Streit zwischen Regiobahn und Deutscher Bahn. Als dem Regiobahn-Geschäftsführer Joachim Korn im November 2004 eine Tariferhöhung der Staatsbahn für die Nutzung von Bahnhöfen und Gleisen ins Büro flatterte, hatte seine Zurückhaltung ein Ende. 1,89 Euro statt 25Cent sollte ab dem 1. Januar 2005 der Halt am Rheinparkcenter kosten. "Und das alles ohne eine einzige Gegenleistung. Im Gegenteil: Die Qualität der DB ist katastrophal. Dann ist eine solche Erhöhung erst recht eine Unverschämtheit."

1,5 Prozent Kostensteigerung hätte die Regiobahn noch akzeptiert

Auch an den anderen 14 Haltepunkten zwischen Düsseldorf-Gerresheim und Kaarster See hatte die DB kräftig an der Preisschraube gedreht. Einzige Ausnahme: der Neusser Hauptbahnhof, dessen Preis von 5,99 auf 1,89 Euro sank. "Wahrscheinlich, weil dort noch immer kein ICE hält", vermutet Joachim Korn, der sich mit einer jährlichen Steigerung von 1,5 Prozent einverstanden zeigt.

Die Konsequenz war, dass die Regiobahn die Differenz erst einmal einbehielt. 380000 Euro sind es mittlerweile geworden, die die Deutsche Bahn nun einklagen will. Und natürlich hat die Regiobahn die Klage erwidert, denn Joachim Korn will - ähnlich wie die Verkehrsgesellschaften Prignitzer und Nordwest-Bahn - diese Preispolitik der DB so nicht gelten lassen. "Wir haben im vergangenen Jahr rund 1,4 Millionen Euro an die DB gezahlt. Wofür?"

Von der Deutschen Bahn gab es am Dienstag mit Hinweis auf das laufende Verfahren keine Stellungnahme zu dem Streitfall.

Die Regiobahn bedient die S-Bahn-Strecke von Mettmann-Stadtwald über Erkrath, Düsseldorf und Neuss nach Kaarst. In Neuss werden Rheinparkcenter, Am Kaiser und Hauptbahnhof angefahren, in Kaarst sind es die Haltepunkte Ikea, Mitte/Holzbüttgen, Bahnhof und Kaarster See.

Insgesamt hat die Strecke der S28, so die offizielle Bezeichnung der Regiobahn im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, eine Länge von 34 Kilometern, wobei davon nur rund 18 Kilometer zum Eigentum der Regiobahn GmbH gehören.

Gleichwohl muss Joachim Korn auch einräumen, dass Trassengelder im Schienenverkehr üblich sind. Die Regiobahn selbst kassiert dafür, dass Rheinkalk-Züge über Regiobahn-Schienen nach Dornap rollen.

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