Die Kirchen fordern das Ende der Kettenduldung.

Mettmann. "Kettenduldungen beenden - humanitäres Bleiberecht sichern." Mit diesem Slogan wirbt die Caritas für mehr Menschlichkeit im Umgang mit Flüchtlingen. Martin Sahler, Abteilungsleiter Integration und Migration beim Caritasverband des Kreises Mettmann, sagt: "Die Kirchen und Wohlfahrtsverbände treten schon seit Jahren dafür ein, die Praxis von Kettenduldungen zu beenden und Ausländern, denen eine Ausreise nicht zugemutet werden kann, eine Aufenthaltsperspektive zu geben."

150 Menschen im Kreis Mettmann haben kein Aufenthaltsrecht

Im Kreis Mettmann leben laut Sahlers rund 150 Menschen, die ein vorläufiges Bleiberecht haben. Dieses Recht wird Flüchtlingen vom Ausländeramt zugesprochen, die seit mehreren Jahren in Deutschland leben, aber kein Aufenthaltsrecht besitzen.

Ihre Chancen, in Deutschland bleiben zu können, verbessern sich, wenn sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Ihr Bleiberecht müssen sie dennoch im Ausländeramt regelmäßig neu beantragen. Für sie fordert die Caritas eine bessere Perspektive.

"Im Kreis Mettmann leben Flüchtlinge seit mehr als zehn Jahren, deren Kinder hier geboren wurden und inzwischen zur Schule gehen. Menschen, die immer noch in der Bleiberechtsregelung stecken", kritisiert Sahler.

Die Bereitschaft dieser Flüchtlinge, sich zu integrieren, sei sehr groß. Sahler: "Sie lernen Deutsch, suchen Arbeit und sie sind oft auch gut qualifiziert." Wer keine Arbeit hat, kann in den Duldungsstatus zurückgesetzt werden." Sahler: "Und dann kann jederzeit die Abschiebung drohen."

Nach Auskunft Sahlers ist die Zahl der Zuweisungen von Flüchtlingen, die zumeist aus afrikanischen Staaten, der Türkei, dem Iran und dem Irak kommen, in den vergangenen zwei Monaten im Kreis Mettmann angestiegen. Davor habe es in den vergangenen zwei Jahren kaum Zuweisungen gegeben.

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